LARANTUKA – MAUMERE – LABUAN BAJO

In sechs Etappen haben wir die große INDONESISCHE Insel FLORES von Osten nach Westen an deren Nordküste in der Zeit vom 3. bis 15. September 2014 bereist:

1) LARANTUKA nach TG GEDONG (25 sm)
2) TG GEDONG nach MAUMERE (51sm)
3) MAUMERE nach MAUROLE (35 sm)
4) MAUROLE nach RIUNG (42 sm)
5) RIUNG nach TELOK LEVILIA (57 sm)
6) TELOK LEVILIA nach LABUAN BAJO (28 sm)

LARANTUKA wurde hier ja hier schon ausführlich beschrieben. TG GEDONG war ein reiner Übernachtungsplatz um 76 Seemeilen auf zwei Tage aufzuteilen.

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Erwähnenswert ist aber die Nord-Passage durch die LARANTUKA NARROWS. Wir sind bewusst zwei Stunden vor Stauwasser aufgebrochen und hatten (natürlich) gut 3 Knoten Strom gegen an, aber nur für 1 Stunde. Also alles halb so wild.

Am nächsten Tag der lange Schlag nach MAUMERE. Wie bisher üblich: Kein Wind, keine Welle. Mittlerweile kommt uns das See-Zigeunerleben etwas unwirklich vor. So anders kann „Segeln“ sein. Nichts schaukelt, nichts fliegt im Boot herum, nichts ist richtig Seeklar. Gegen 10:00 Uhr am Vormittag können wir für 2 Stunden segeln, der Landwind macht’s möglich. Und dann, wie auf Kommando, ist der Wind wieder weg und der Brüllaffe im Maschinenraum muss wieder ran.

Die vor uns liegenden Boote haben einen guten Ankerplatz vor dem SEAWORLD Ressort in MAUMERE erkundet, also gehen wir da auch hin. So eine Hotel-Infrastruktur ist nicht zu verachten! In MAUMERE hatte mich dann im folgenden ja die Erkältung erwischt und Heidi war auf Landausflug zu den Seen mit den drei Farben.

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Schöne Fotos hat sie mit gebracht, aber sie weigert sich hartnäckig, einen Bericht zu schreiben. Nun denn, ich kann dazu nur schreiben, das die drei Stunden Hin- und dann die drei Stunden Rückfahrt wohl aufregend und anstrengend gewesen sein müssen… 😉

Von MAUMERE nach MAUROLE, hier sollte mal wieder ein offizielles Programm statt finden. Am Nachmittag eröffnet Heidi mit ein paar anderen Frauen einen Frisör-Salon am Strand und die Damen schneiden sich gegenseitig die Haare – natürlich mit  Zuschauern!

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Am Abend große Bühne, ca. 200 Besucherstühle und ein leicht gestelztes Showprogramm. Heidi und ich waren sehr enttäuscht. Endlos lange Reden von allen möglichen Offiziellen, der Regent hat uns eher ignoriert denn begrüßt und wir waren eigentlich nur Statisten in einem Pflichtprogramm.

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OK, LARANTUKA war bestimmt ein echtes Highlight, das man eben nicht immer haben kann, aber MAUROLE war wirklich zum abgewöhnen.

Also Flucht, nach Westen.

RIUNG wäre auch eine offizieller Rally-Stop, aber wir sind viel zu früh. Der Ankerplatz und die Bucht ist super, wir wollen dennoch weiter. Also bleiben wir nur eine Nacht und gehen am nächsten Morgen nach TELOK LEVILIA.

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Und erleben dort ein Naturschauspiel der besonderen, nie zu vergessenden Art:

Wir liegen hinter einer Insel und alle Boote (ELONNISA, KIWI BLUE, STORMVOGEL) treffen sich auf der SOUTHERN STAR Fly-Bridge (also ganz oben, schön kühl!) zum Sundowner. Die Sonne geht spektakulär unter und in der Dämmerung starten Millionen (!!!) Fruit-Bats (kleine Fledermäuse) von der Insel in Richtung Festland – zum Nachtmahl!
Unglaublich, der Himmel ist auf einer Breite von 1000 Metern schwarz vor Fledermäusen. Alle in so großer Höhe, das wir uns nicht bedroht fühlen, nur ein paar verwirrte düsen knapp übers Wasser. Das Schauspiel dauert ungefähr 30 Minuten und wir sind alle tief beeindruckt, eigentlich eher sprachlos.
Und wie üblich in solchen, einmaligen Momenten hat keiner eine Kamera zur Hand – es gibt keine Bilder von diesem Ereignis…

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Die Nord-Ansteuerung von LABUAN BAJO sieht auf der Karte einfach aus, ist sie aber nicht. Die NAVIONICS Karte liegt völlig falsch mit den Untiefen und wir geben zweimal volle Kraft zurück, als die Wassertiefe von satten 20 Metern auf 2 ansteigt. Und dann fahren wir laut Karte auch mal eben voll über Land. Das finde ich echt merkwürdig, denn LABUAN BAJO ist durchaus eine größere Hafenstadt mit extrem starkem Fährverkehr. Wieso können da die Karten falsch sein?

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Die Kulisse ist sensationell: Viele traditionelle INDONESICHE Holzboote für die Touristen, die von hier aus in Richtung KOMODO aufbrechen. Alle als Taucherbasis-Schiffe ausgelegt. Später an Land sehen wir locker 20 Dive-Shops…der Beweis, wir sind im Touristenteil von INDONESIEN angekommen 😉
Unseren ersten Ankerplatz nahe dem Fahrwasser geben wir nach einer halben Stunden wieder auf. Zu Busy, zu Risky. Wir landen, mal wieder vor einen Hotel. Dem LAPRIMA Resort in LABUAN BAJO. Nach Verhandlungen mit dem Hotelmanagement dürfen wir den Pool kostenlos benutzen – weil wir hier Bier trinken und Essen bestellen. Alles eine Frage von Chinchi for Chinchi.

LABUAN BAJO ist wie üblich eine wuselige und geschäftige Stadt. Aber diesmal ganz klar mit Touristen-Anstrich. Gleich drei italienische Restaurants auf einem Haufen.

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Oh, wie genießen wir die Pizza! Obgleich wir uns des Widerspruchs durchaus bewusst sind. Argumentieren wir das mal mit „Abwechslung muss sein“?
Wenn man durch die Hauptstraße läuft, denkt man mal wieder das alle Menschen hier vom Handel leben. Geschäft reiht sich an Geschäft. Verkauft wird alles, einfach alles. Der Markt hingegen ist eine Enttäuschung. Klein, sehr schmutzig und übel riechend. Aber das hält uns nicht davon ab, hier unser erstes frisches Hähnchen zu kaufen. Unsere Überlegung ist, das  die Hühner ganz frisch geschlachtet sein müssen, ansonsten vergiften sich die Einheimischen ja selbst. Heidi macht es als Brathähnchen und es ist ein Gedicht. Nach zwei Tagen leben wir immer noch – Selbstversuch offenbar geglückt!

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Auf der einen Seite genießen wir das etwas mehr an Luxus in LABUAN BAJO, auf der anderen Seite zieht es uns weiter. Denn das ist nicht mehr das INDONESIEN, das wir vom Osten her kennen, das ist eine ungesunde Mischung von allem.

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Was uns (und alle anderen Segler auch) richtig bedrückt ist der viele Plastikmüll im Wasser. Selbst vor dem Hotel ist der Stand auf voller Breite übersät mit Plastikmüll. Daher hat das Hotel auch keinen Bade-Sandstrand, sondern „nur“ einen riesigen Pool. Wenn INDONESIEN das Plastikmüll Problem in den kommenden 10-20 Jahren nicht in den Griff bekommt, dann ist INDONESIEN nur noch eine riesige Mülldeponie.  Muss ich wohl doch noch meine GLOBAL WASTE ARMY (GWA) gründen?

Wir rüsten uns aus und verlassen LABUAN BAJO am Dienstag, den 16. September mit Ziel KOMODO, der Dracheninsel.

Hier noch ein paar ausgewählte Bilder der vergangenen Etappen:

Peter.

Bilder von MAUMERE

 

Bilder von MAUROLE

 

Bilder von LABUAN BAJO

 

Bilder von Weg nach LABUAN BAJO

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