LARANTUKA (Indonesien, Ost-Flores)

LARANTUKA, 30. August bis 3. September 2014

Die Stadt liegt am östlichen Zipfel der Riesen-Insel FLORES. Von Norden kommend durchfährt man eine Meerenge, die eher einem Fluss gleicht. Einmal angekommen, hat man den Eindruck auf einem riesigen See zu sein – wohin man schaut große Berge, Felsen und dazwischen eben Wasser.

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Nach der Ankunft erledigen wir erst mal ein paar Boot-Jobs und machen dann das Dingi für unseren ersten Landgang klar. Auf den sehr kurzen Etappen ziehen wir das nur hinter uns her, bauen aber jedes mal den Motor ab und räumen es leer…just in case das das mal wieder umkippt 😉

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Wie üblich werden wir am Strand von lachenden Kindern empfangen – wenn es mal nicht so wäre wären wir wohl enttäuscht. Aber auch Rafael vom örtlichen Tourismus-Amt wartet schon auf uns. Er hat uns kommen sehen und wartet seit Stunden. Ein Funkgerät hat er natürlich nicht…

Für die örtlichen Planungen ist es natürlich sehr wichtig zu wissen, wie viele Boote wohl kommen werden – das können wir in dem Moment auch nicht beantworten, versprechen aber, in der Funkrunde am nächsten Morgen diese Frage zu klären.

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Dann treffen wir auf Sandy, der nichts mit den offiziellen zu tuen hat, aber durch sein Jura-Studium auf BALI gelernt hat, wie man mit Touristen umgehen kann, um ein paar Rupien zu verdienen. So haben wir also auf einmal unseren persönlichen Guide und Dolmetscher. Er fragt nicht nach Geld, aber als wir ihm später am Abend 50.000 Rupien geben, freut er sich sehr.
Sandy zeigt uns den Markt und hilft Heidi beim Einkaufen, für den nächsten Tag organisiert er zwei Motorroller und erklärt den Kindern am Strand, das unser Dingi kein Spielzeug ist.

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Der Markt ist mal wieder der Hammer. Riesengroß, bunt, laut, unbeschreibliche Gerüche, wuselnde und wieselnde Menschenmassen. Heidi fällt ob ihrer Größe weniger auf und ich sorge natürlich wieder für viel Gelächter, wenn ich gebückt unter den (Dach-)Planen umher irre. Spaß muss sein.

Am Sonntag (31/08/2014) trifft Raymond (unser Rally-Leiter) mit der Fähre von LEMBATA ein, hält ein Schwätzchen mit uns und lädt uns (!) zum Lunch ein. Sehr nett, sehr freundlich und, vor allem, sehr lecker. Der gegrilllte Tuna ist mit Abstand das Beste, was wir hier bisher gegessen haben.
Mittlerweile wissen wir, das noch 6 Boote kommen werden (immerhin) und das Programm wird mal eben geplant und organisiert:

  • Montag, ab 17:00 Uhr: Willkommens-Zeremonie und Gala-Dinner im Haus des Regenten
  • Dienstag, 7:30 Uhr: Bus-Tour zu zwei Dörfern rund um den Berg, an dem LARANTUKA liegt

Als wenn die alle auf Stand-By wären…Wahnsinn!

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Nun denn, wir schwingen uns auf die Roller und fahren einfach mal los. Die Straße ist erstaunlich gut, teilweise sogar neu. Je weiter wir vom Ort weg kommen, um so einfacher wird der Verkehr. Es ist Sonntag und an schattigen Plätzen entlang der Straße hocken immer wieder Jungendliche und halten Palaver. Viele rauchen, einige trinken selbst gemachten ARAK-Schnaps, damit sie später besser mit ihren Mopes fahren können, nehmen wir an.

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Wir sehen erstmals in unserem Leben Reissfelder, kleine Plantagen die weiß Gott woher ihr Wasser beziehen. Denn das Land ist trocken. Knochentrocken. Wir können uns nicht erinnern, wann es das letzte mal geregnet hat.
Die Gegend wird immer einsamer und nach unserem Verständnis würden wir auf dieser Straße nach vier Stunden Fahrzeit MAUMERE erreichen. So viel Zeit haben wir nicht mehr und unsere platten Hintern verlangen nach Umkehr. Bevor wir die Roller abgeben, tanken wir wieder aus 1-Liter Flaschen am Straßenrand voll, kennen wir ja schon.

Am Montag treffen die anderen Boote ein, wir verdödeln die Zeit in der Stadt und gehen Abends zum offiziellen Programm. Der Regent ist ein echter Smartie (klasse Jacket, oder?) . Im vorherigen Leben Journalist, seit zwei Jahren im Amt und weit gereist. Wir finden heraus, das er schon in AUSTRALIEN und EUROPA (inkl. 4 Tage MÜNCHEN) war.
Sehr clever ist diesmal die Tischeinteilung. Jedes Gast-Paar bekommt einen eigenen Tisch zu dem sich dann Einheimische gesellen. Wir haben das Vergnügen mit der Frau des Regenten, dessen Tochter und, so vermuten wir mal, dessen Schwiegermutter. So richtig bekommen wir das nicht heraus – die Sprachbarriere ist echt blöd.

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Heidi ist immer noch hin- und weg von der obligatorischen Gesangseinlage des Regenten: Er bringt SAILING von ROD STEWARD. OK, der Gesang ist sicher 100 mal besser als meiner und liegt auch deutlich über dem Regenten-Durchschnitts-Gesangsqoutienten, aber die Live-Band ist echt der Hammer! Schlagzeug, Keyboard, Bass, zwei Gitarren und drei verschiedene Sänger bringen einen bunten Mix auf bekannten (westlichen) Pop-Songs und offenbar sehr populären INDONESISCHEN Stücken. Klasse. Alle tanzen, natürlich nicht so wie man es im Westen machen würde. Alle im Kreis, an den Händen haltend oder in Formation.

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Der eigens organisierte Shuttle-Service bringt uns bis zum STORMVOGEL zurück. Im Vergleich zu ALORE war das hier eine Herzenssache des Regenten – man spürt halt immer den Unterschied zwischen Pflicht und Kür.

Am Dienstag (02/09/2014) früher Aufbruch zur Bus-Tour. Angenehm, in der frischen Morgenbriese. Der Bus sieht noch gut in Schuss aus, aber der Motor muss schon ein anderes Leben gehabt haben. Diese einfachen, nicht hoch gezüchteten Dieselmotoren sind offenbar unverwüstlich.

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Zunächst geht es zum Markt, den kennen wir zwar schon, aber die anderen nicht. Wir nutzen die Gelegenheit und machen noch mal Bilder. Eigentlich müsste man mal so eine Woche auf dem Markt verbringen. So als Insider auf einem Stand 😉

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Heute begleiten uns Rafael und Hans. Hans ist Englisch-Lehrer an der Senior-Highschool (17-21 Jahre) und freut sich sehr über die seltene Gelegenheit, Englisch sprechen zu können. Anfangs schwierig zu verstehen, über den Tag völlig problemlos. Und man merkt mit jedem Satz, das er Lehrer ist – er will Wissen vermitteln und ist sehr gut darin!

Wir besuchen mal wieder eine Schule. Nun könnte man meinen, das wir nach der x-ten Schule gelangweilt sein müssten. Sind wir aber nicht. Diesmal ist es eine katholische Primary-School auf dem Lande. Hans, ganz der Lehrer, hatte auf dem Markt hingewiesen, das Stifte und Schreibhefte als Mitbringsel sehr willkommen seien.
Die Kinder warten schon ganz gespannt auf die (paar) Besucher aus den fernen Ländern. Wir besuchen sie in den Klassen und wir werden mit Liedern empfangen, die voller Inbrunst, mit leuchtenden Kinderaugen und viel Geklatsche vorgetragen werden. Wer solche Besuche langweilig findet, sollte sich direkt einsargen lassen!

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Die Kids wollen uns gar nicht mehr gehen lassen und laufen uns zum Bus nach – der Direktor, mal wieder ein Mann in einer Art Uniform – ist die Autorität pur: Er weist die Kinder an, am Schultor stehen zu bleiben und eine unsichtbare Linie wird tatsächlich nicht überschritten.

Die Schule selbst war in einem für INDONESISCHE Verhältnisse schlimmen Zustand. In der ersten Klasse fiel teilweise die Deckenverkleidung herunter – aber, und darauf kommt es wohl alleine an: Es wird unterrichtet. Die erste Klasse lernt lesen und schreiben, (wir glauben) ab der dritten wird Englisch unterrichtet. Hans erklärt uns später, das der Englisch-Unterricht zwar gut sei, aber die Kinder würden mangels Praxis oft nicht gute Englisch-Sprecher werden. Oh ja, das kennen wir! Praxis, Praxis, Praxis.

Wir besuchen zwei Dörfer, in dem einen wird gerade Geheiratet und ein gerade geschlachtetes Schwein liegt auf der Erde, in dem anderen werden wir mit einem grandiosen Begrüßungstanz empfangen! Es gelingen mal wieder ein paar tolle Fotos die später helfen werden, das Erlebte nach zu vollziehen und im Herzen zu verarbeiten. Wir bekommen einen Lunch in einem still gelegten Ressort am Wasser – allein, der Gedanke hier ein Hotel zu betreiben erscheint uns absurd. Da hilft auch kein starker Wille oder Geld.

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Es wird sich überschwänglich verabschiedet, von Hans, Rafael, Sandy, Louis und von LARANTUKA – ein neues, tolles, positiv stimmendes Erlebnis.

Und mal rational betrachtet:
Das alles bekommen wir tatsächlich „for free“. Die ganzen Tanz- und Gesangsvorführungen, die Ausflüge, das Essen, die grundsätzlich freundlichen Menschen.

Der Deal?

Der ist einfach:
Wir sind die Saatkörner, die ihre Erlebnisse und Bilder in/von INDONESIEN hinaus in die Welt tragen sollen und so andere animieren, nach INDONESIEN zu reisen. Zu Lande, zu Wasser oder durch die Luft.

Das machen wir sehr gerne. Fast  jedes Boot hat einen Blog oder eine Facebookseite. Das sind die Mulitplikatoren, auf die der Tourismus-Minister im fernen JAKARTA offenbar setzt.

Ganz schön pfiffig 😉

Peter.

 

Bilder von LARANTUKA

 

Bilder der Willkommens-Zeremonie beim Regenten

 

Bilder der Bus-Tour rund um den Berg

 

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