KALABAHI (ALORE) nach LARANTUKA (FLORES) mit 2 Zwischenstationen

KALABAHI auf ALORE war prima, aber weiter gehts nach Westen. Westen, Westen, immer nach Westen…

Wir haben große Lust auf Tagesetappen, zumal tagsüber sehr oft ein gepflegter Land-See Wind aufkommt und man meistens segeln kann. Na ja, jedenfalls, mindestens und überhaupt 50% der Zeit?
In jedem Fall gibt es nun viele Ankermöglichkeiten – wenn man die Buchten längs der Nordküste mal so auf der Karte betrachtet.

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Wir gehen am Dienstag, den 26. August 2014 35 Seemeilen an die Süd-West Küste von PANTAR, der westlichen Nachbarinsel von ALORE. Bekannte Ankerplätze gibt es hier nicht, und so scouten wir ab frühen Nachmittag und finden eine ruhige Stelle mit Sand und Steinen als Ankergrund, und, viel wichtiger, mit Sandstrand!
Der Nachmittag mit SOUTHERN STAR und ODA am Strand verläuft leicht dekadent, aber, so sind wir uns einig, wir haben es uns verdient! (Womit? Womit?) Die Stimmung schlägt Wellen und so gesellen sich noch zwei weitere Boote zu uns (GYPSEA ROVER (AUSTRALIEN) und MOONBEAM (USA)). Die Sonne versinkt sagenhaft im Meer an diesem Abend.
Leider liegt zwischen den Booten und dem Strand ein flaches Riff, was die Rückkehr bei einbrechender Dunkelheit mit dem Dingi bei Niedrigwasser nicht einfach macht…und dem Propeller des Außenborders fast das Leben kostet. Bei hoher Drehzahl dreht der Motor durch – die technische Beschreibung folgt mal bei Gelegenheit.

Nun gut, netter Vorabend, aber der Ankerplatz ist kein Platz für eine zweite Nacht.

Also weiter nach Westen. Westen, Westen, immer nach Westen…

32 Seemeilen nach BALURIN auf der Insel…ja, jetzt wird es wirklich komisch: Auf der Karte sind 100derte Ortsnamen eingetragen, aber keiner für die ganze Insel. So viel zum Thema Navigation. Ist ja eigentlich auch egal. Könnte LEWOBELA sein?

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Wir kommen Nachmittags an, Morgens haben viele Boote unserer Rally die Bucht gerade verlassen. Dementsprechend gibt es viele Ratschläge über das WIE und WO zu ankern, Umgang mit den Einwohnern und das Leben im allgemeinen über UKW Funk.

„Please be advised…“

Hmmmmm…so langsam werden die vielen „Tips“ nervig…

Nun denn, wir finden auch so unseren eigenen Ankerplatz und vermessen für die nun eintreffenden Norweger mit dem Dingi von SOUTHERN STAR die Bucht und das umgebende Riff. Denn dieses Dingi hat, oh Wunder, ein Lot (Tiefenmesser). So findet jeder seinen Platz und weil es so schön ist, bleiben wir gleich zwei Nächte…und bekommen so zwei Sundowner-Gelegenheiten wozu man hier in Teufels Namen wohl einen Heckanker gebrauchen könnte…(wie „Empfohlen“).

Heidi, die mitreisende globale Kindergärtnerin bespaßt und unterhält die Kinder, die in Heerschaaren (besser: Flottillen!) über die Neuankömmlinge herfallen. Für Fotos posieren und ihr Schulenglisch mal endlich in der Praxis erproben – das ist Freizeitgestaltung á la INDONESIA.

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Der Ort ist eher ärmlich, dreckig und staubtrocken – das tut der Gastfreundschaft aber keinen Abbruch. Als Heidi und ich durch die Stadt pilgern haben wir ein Gefolge von 50 Kindern und treffen auf Hendrik. Der ist Englisch Lehrer, vielleicht gerade mal 26 Jahre alt und völlig darauf fixiert, das wir ihn und seine Klasse am nächsten Morgen besuchen kommen sollen…wir fühlen uns schlecht, als wir dankend ablehnen.

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Tagsüber reparieren Per, Önni und ich den Propeller des Außenborders. OK, dazu hätte es drei Mann nicht bedarft, aber es repaiert sich in Gesellschaft deutlich leichter 😉

Am Abend ein Pottluck an Bord von ELONISSA. Jeder bringt was zu Essen mit (…und natürlich seine Drinks). Heidi bringt Fischfrikadellen mit, selbst gemacht aus (allerdings) gekauftem Fisch. Der Hit. Natürlich.

Zu gemäßigter Zeit geht es am nächsten Morgen (Freitag, 29/08/2014) weiter, nach

Westen, Westen, immer nach Westen.

30 Seemeilen zum Traumankerplatz von KROKO ISLAND im Nordwesten von ADUNARA. Aber wie das so mit Traumankerplätzen ist: Dreiviertel der Rally-Flotte liegt hier schon vor Anker, bei Ankunft hagelt es regelrecht „Tips“ und als unser Anker auf 33 Meter Tiefe nicht auf Anhieb hält gibt es eine der so selten gewordenen einsamen Skipper-Entscheidung: Wir gehen 6 Seemeilen weiter

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(ja, Richtig: Nach Westen, Westen, immer nach Westen)

in die SAGU BAY und liegen da vor einem Palmwald ganz alleine, abseits des Ortes. Heute also mal kein „Mister, Mister“. Klar, irgendwie komisches Gefühl, einfach so „abgehauen“ zu sein, aber manchmal ist zu viel einfach zu viel?
Zum Zeitvertreib demontieren wir am späten Nachmittag unsere Fäkalpumpe, die hat seit dem Wassereinbruch vor AUSTRALIEN zu viel Seewasser „von außen“ ab bekommen und macht merkwürdige Geräusche.
Der Abend verläuft ruhig und wir stellen uns die Frage, wohin fahren wir eigentlich Morgen? Die anderen wollen alle nicht nach LARANTUKA, „zu viel Programm“ und so…na ja, also eigentlich hätten wir ja schon Lust. Und jetzt, wo wir sowieso schon ausgebüchst sind?
Also geschwind den Mondauf- und Untergang ermittelt und im Törnführer nach den Strömungen in der LARANTUKA NARROW gesehen…oh je: Wir müssten um 9:40 Uhr Ortszeit **ANKOMMEN**, um nicht gegen die Strömung laufen zu müssen. Die soll in dieser schon Flußartigen Meerenge bis zu 9 Knoten betragen.

So brechen wir im Morgengrauen (Samstag, 30/08/2014) auf gehen ein kurzes Stück nach Westen, Westen, immer nach Westen um dann mal zur Abwechselung hart Süd zu gehen. Die Berechnungen erweisen sich als richtig, der Zeitplan als optimal: Wir laufen mit (im Peak) 11,7Knoten durch die Meerenge nach Süden und als wir unerwartet an Steuerbord eine Pier sehen kommt mir schlagartig der Gedanke, halt, hier könnte es schon sein!

Das Problem mit LARANTUKA ist nämlich, das keiner so eine richtige Ankerposition hat.

Wie jetzt: Keine Ratschläge auch nicht richtig?

Hm, na ja, also fragen wir doch einfach mal ein vorbei kommendes Fischerboot:

IS THIS LARANTUKA?

Hi MISTER! FOTO MISTER, FOTO!

IS THIS LARANTUKA?

(…schweigen, verdutze, leicht ungläubige Gesichter)

IS THIS LARANTUKA?

(…endlich bricht einer das Schweigen)

YES, YES, LARANTUKA (…auf die Pier zeigend)

Nun denn, dann sind wir wohl jetzt da. Wir drehen ein paar Kreise, bringen uns auf Abstand zu den Fischer-Moorings und dem Riff und gehen auf 11 Meter Wasser vor Anker.

Astrein. Alles geklappt, nur für den Ankerschnapps ist es mit 9:30 Uhr doch noch etwas zu früh´.

Wir liegen nun schon vier Tage hier, Morgen (03/09/2014) soll es weiter gehen…

…wohin?

Westen, Westen. Immer nach Westen!

P.S.: Ein eigener LARANTUKA Bericht kommt natürlich auch noch.

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