LETI – KISAR

Auf LETI sind wir eine ganze Zeit geblieben (11-14/08/2014). Obwohl kein offizieller Rally-Stop haben die Einwohner um die Hafenmeisterin xxx sich Mühe gegeben, uns gut zu unterhalten. Hier reicht es, einfach vom anderen Ende der Welt zu sein…und schon ist man ein VIP.

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Jedes mal, wenn wir mit dem Dingi den Strand erreichen, ist eine ganz
aufgeregte Kinderschar von vielleicht 30 bis 40 Kindern im Alter von 8
bis 12 Jahren zugegen. Kein Gedanke daran, einfach mal alleine spazieren zu gehen. Man wird umringt von lachenden und freundlichen
Kindergesichtern. Die Erwachsenen an und in den Häusern winken
freundlich zu, ältere Schulkinder fragen im holprigen Englisch nach
unseren Namen und wo wir her kommen…für viele bestimmt von einem
anderen Stern.

Am Freitag, den 15. August 2014 brechen wir auf, um die 34 Seemeilen
nach KISAR zurück zu legen. Das Anker-Auf Manöver wird spannend, am Tag zuvor hatten drei Boote Probleme, die Kette / den Anker aus dem Gemisch von Korallen, Felsen und Sand heraus zu bekommen.
Bei uns klappt es auf Anhieb und so liegen wir sehr gut in der Zeit. Der
Wind tut ein übriges. Mal wieder zu viel Segel für den Wind oben, aber
reffen mögen wir auch nicht, sind doch gleich da?

In der Ansteuerung kommt uns eine Passagierfähre entgegen und wir müssen ausweichen, ansonsten kämen wir viel zu nahe an die rauhe Felsenküste auf der Südseite von KISAR.

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Vor ein paar Tagen hatte ein anderes Rally-Boot berichtet, das man auf
KISAR nicht vernünftig ankern könne, danach haben aber zwei Boote das Gegenteil behauptet. Ankern ist halt immer Geschmackssache und die vorherrschende Küstenlinie in diesem Gebiet ist nun mal sehr besonders.
Das Wasser ist mehr als 2.000 Meter tief, fährt man auf eine Insel zu,
steigt diese wie ein Berg aus dem Wasser auf. Hier vor KISAR ist es 400
Meter vom Strand noch 150 Meter tief, dann kommt ein Riff und das Wasser ist erträgliche 10-20 Meter tief.

Nur, so ein Anker will (soll!) sich ja eingraben um das Boot zu halten. Schwierig, sehr schwierig bei diesem Grund. Und so ankern wir nach 2 Stunden auch nochmal. Den Anker immer hübsch im Wasser mit der Tauchermaske überprüft.

Generell ist das, was wir hier machen ökologisch nicht in Ordnung. Wir
sind alle sicher, das wir mit unseren Ankern und Ketten wertvolle
Korallen zerstören. Das Problem ist nur – es gibt keine Alternative.
Keine Häfen, Moorings oder Marinas in den nächsten 700 Seemeilen. War keinem vorher klar.

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Nun denn, wir machen Tags darauf mit dem Auto eine Inseltour und
besuchen die Stadt. Highlight ist natürlich wieder einmal der Markt. Die Gänge zwischen den Ständen sind überdacht und ich muss doch sehr bücken, um da durch zu gehen…gleichzeitig werde ich betrachtet wie ein Riese aus der Urzeit. Schätzungsweise doppelt so groß, in jeder Dimension 😉

Und Fotos, Fotos sind das absolute Highlight. Zum einen will jede und
jeder von uns fotografiert werden, zum anderen „müssen“ wir auch
posieren, mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Wir sind nun
schätzungsweise auf 1.000.000 Handys verewigt – und werden niemals heraus finden, wann wir gelöscht werden…

Am heutigen Sonntag (17/08/2014) ist Nationalfeiertag – INDEPENDENCE DAY, der 69. Wir brechen mit dem Taxi früh´ auf um zum Festplatz zu kommen, dort angekommen werden wir durchgewunken und dürfen im Schatten neben der Tribüne mit den Offiziellen sitzen. Wieder voll das VIP Gefühl.

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Auf dem Platz stehen in Reih- und Glied ungefähr 400 Schulkinder in
ihren Schuluniformen. Sie kommen von verschiedenen Schulen und so ist die Farbvielfalt der Uniformen eine Freude anzusehen. Ungefähr 30
Soldaten im Tarnanzug sind auch angetreten, dann die Lehrer in bunten, uniformartigen Hemden, ein paar Fahrtfinder und dann erscheinen die Offiziellen. Keine Ahnung, wer das ist, aber die haben schneeweiße Uniformen mit jeder Menge Abzeichen am Revers…und haben ihre Frauen dabei.

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Man nimmt Platz, die Zeremonie beginnt und der Ablauf fühlt sich für uns sehr militärisch geprägt an. Im Grunde geht es „nur“ darum, die
Rot-Weiße Nationalflagge feierlich zu hissen, das dauert dann aber mal eben 1,5 Stunden. Sehr beeindruckend sind ungefähr 100 junge Frauen und Männer die in schneeweißer Uniform über den Platz marschieren. Das muss Wochen der Proben gekostet haben!

Danach wird die Zeremonie für beendet erklärt und es werden lokale Tänze aufgeführt – völlig andere, als wir bisher erlebt haben. Auch die
Kostüme / Trachten sind völlig anders. Eine Tanzgruppe führt Showkämpfe mit Degen und Speer auf…die umringende Menge springt lauthals schreiend zurück, wenn ein Kämpfer in ihre Nähe kommt.

Nun verläuft sich die Menge auf dem Platz und wir weißen „müssen“ erneut für tausende von Fotos posieren. Die Jungs sind mutiger als die Mädchen.
Die finden es cool, ein Foto mit einem weißen auf dem Handy zu
haben…die Mädchen versuchen sich erst in Konversation („Whats your
name? Where do you come from?). Erstaunlich, wie gut die sehr jungen
Schüler Englisch hin bekommen, die älteren straucheln…

Soweit mal wieder der Reise-Update. Bilder gibt es immer noch nicht,
obwohl wir in den letzten Wochen hunderte gemacht haben…kein Internet, auch hier nicht.

Peter.

UPDATE: Hier die Bilder:

 

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