Tag 6: BLACKHEATH nach LAKE GLENBAWN

Samstag, 8. Februar 2014, 280 Kilometer

Die Bio-Wecker gehen gegen 7 los, wir stehen auf und machen Frühstück. Die Idee ist, früh´ los zu fahren um nicht in der zu erwartenden prallen Hitze im Auto sitzen zu müssen…

…so gegen 9 Uhr sind wir denn auch so weit und fahren los. Das NAVI lotst uns erst mal durch unmöglich schmale und verwundene Gassen zum Highway, dann geht es entspannt vierspurig weiter. Kurz darauf halten wir bei einem Aussichtspunkt (MITCHEL RIDGE LOOKOUT) an – keine Chinesen, kein anders Fahrzeug und tatsächlich mal eine völlig ungesicherte Klippe ins Nichts – natürlich liegt da unten ein alter Lieferwagen. Klischee erfüllt!

MITCHEL RIDGE LOOKOUT

Immerhin kann ich Heidi am Rande des Abgrundes zu einem Fotoshooting überreden – noch ein Stück zurück, noch ein Stück zurück…;-)

MITCHEL RIDGE LOOKOU

Weiter gehts. Ich bin froh´ als wir den Highway 32 bei LITHGOW verlassen können und auf „normale“ Straßen kommen. Wir wollen die BLUE MOUNATINS an der Nord-Ost Kante umfahren und uns dann weiter Nord-Östlich halten, um spätestens in BRISBANE wieder die Küste zu erreichen – also in 3-4 Fahrtagen. Wir gehen auf die 86 und später bei ILFORD wechseln wir auf eine noch kleinere Straße, die haben dann keinen Namen oder Nummer mehr, sind aber geteert.

Zwischen RUNNING STREAM und ILFORD fängt eine Motorkontrollleuchte an zu blinken und der Motor läuft offenbar in einem Notprogramm. Er läuft noch, bringt aber keine Leistung mehr. Bergauf mit 5 km/h und Warnblinker. Die VW Handbücher sind natürlich nicht an Bord. Annika hat zeitweise ein Handynetz und findet via GOOGLE heraus, das man bis in die nächste VW Werkstatt weiter fahren soll – nur, allein, es gibt da ein Problem: Hier sieht es alles sehr, sehr einsam aus!
In ILFORD haben wir dann kein Handy-Netz mehr, finden aber einen Münzfernsprecher und rufen den Vermieter APOLLO an. Die Hotline gibt merkwürdige Tips wie „Schalten sie 6 mal nacheinander die Zündung ein, ohne zu starten, und starten dann den Motor neu“. Ich frage, ob das ein Witz sei, die Hotline pendelt zwischen „verwirrt“ und „sauer“ und schließlich einigen wir uns darauf, das wir es bis zum nächst größeren Dorf KANDOS versuchen sollen und dort dann die Road-Assistence kommen lassen.
Den Motor wieder gestartet…und er läuft zu meiner Verwunderung tadellos. Dennoch wünsche ich eine Überprüfung. KANDOS passt gut, weil wir unbedingt noch Sprudelwasser und stilles Wasser kaufen müssen. Zum einen ist der Verbrauch deutlich höher als gedacht, zum anderen ist das Leitungswasser hier so stark mit Chlor versetzt, das wir es zum Kochen nicht verwenden wollen…ähm und Bier war auch knapp 😉 Ach ja, und Töpfe brauchen wir auch noch. Mal im Bild…

…das sind die Töpfe die der Vermieter für einen auf 6 Personen ausgelegten Bus uns mit gegeben hat:

APOLLO Camper Australien Töpfe
Und das sind die Töpfe, die wir uns in KANDOS für 39,95 AUS$ dann selbst gekauft haben:
APOLLO Campervan Wohnmobil Töpfe

OK, die großen Töpfe sind etwas übertrieben, aber es gab die nur in dem 4-er Set 😉

Wir shoppen also in KANDOS und warten auf den Techniker. Der kommt und erfüllt völlig meine Erwartungshaltung. Natürlich hat er keinen Computer an Bord mit dem er den Fehlerspeicher des VW CRAFTER auslesen kann…aber immerhin kriecht er unter das Auto und sucht nach offensichtlichen Schäden – Fehlanzeige. Sein Tip: Im nächst größeren Ort zu VW. Na, ob der Bus die noch vor uns liegenden 4.500 Kilometer schafft?

Passt alles wunderbar zu meinem immer konkreter werdenden Bild von APOLLO. Die Fahrzeuge werden ausgelutscht bis sie auf der Straße verrotten und der Kunde kann sich selbst um die Schadensbehebung kümmern. Hat ja sowieso nichts anderes zu tun.

Die Straße von KANDOS nach DENMAN ist holprig, einsam und reich an Kurven, aber wir durchfahren eine einmalige Landschaft. Trotz der extremen Trockenheit gibt es immer wieder unterschiedliche Abschnitte mit anderen Bäumen und Büschen, mit Felsklippen und Tälern, mit grünen Weiden (weil bewässert) und völlig verbrannten Weinbergen, mit ausgetrockeneten Flussbetten und großen Brücken darüber. Endlich mal ein Streckenabschnitt, der so ganz nach meinem Geschmack ist!
Leider kann Heidi nicht viel von der Landschaft sehen. Sie sitzt hinten im Bus bei den Kindern und hat kaum freien Blick nach draußen.

Kurz vor DENMAN halten wir vor dem SANDY HOLLOW Family-Park – sieht von außen sehr langweilig aus, da wollen wir lieber nicht übernachten. So fahren wir trotz der mittlerweile brütenden Hitze nochmal 50 Kilometer weiter zum LAKE GLENBAWN.

Bis ungefähr 32°C halten wir es mit offenen Fenstern und Fahrtwind gut im Bus aus…aber dann steigt die Temperatur auf 37°C, manchmal sogar auf 38,5°C und wir schließen die Fenster und lassen die Motor-Klimaanlage auf Maximum laufen. Ein wenig der erfrischenden Kühle kommt auch bei den Kindern und Heidi an…derweil Annika anfängt zu frieren.

Die Campsite von LAKE GLENBAWN ist schlecht ausgeschildert und wir sind nicht sicher, das wir auf dem richtigen Weg sind. Wir kommen an riesigen, nobel aussehenden Pferdefarmen vorbei und verpassen fast eine wichtige Kreuzung. Dann erreichen wir endlich den See und finden die Einfahrt zur Campsite. Offensichtlich ist der See eine große Talsperre und man hat den ganzen See eingezäunt und das Ufer zur Campsite gemacht. Also eine riesige Anlage mit vielen, sehr vielen Stellplatzmöglichkeiten…und an strategischen Stellen Dusch- und WC Häuser, aber keinen Strom. Natürlich nicht. Hier, in der Wildnis!

Lake Glenbawn

Weil Wochenende ist, sind viele Locals hier, mit echten Wohnwagen (hoher Radstand, immer Doppelachse und vermutlich Offroad-tauglich), Booten (natürlich) oder Zelten. Von uns aus Beste Campsite bisher, wäre fast wirklich super…wenn denn ein Sandstrand vorhanden wäre 😉 Ja, unsere Ansprüche steigen. Täglich. Schrecklich!

Tagsüber haben wir schon vier Kängurus  gesehen.

Auf der Straße.

Alle tot!

Drei kleine, aber auch ein richtig großes Tier. Muss man ganz schön aufpassen und darum herum kurven…

…beim Abendessen dann entdeckt Annika am Seeufer eine ganze Känguru-Famile am Seeufer beim Wasserfassen.

Zum Glück diesmal lebend!

Alle!

Peter.

P.S.:
Der Sandstrand ist nicht entscheidend – es gefällt uns gut hier und so bleiben wir einen Tag länger. Der Sonntag verspricht ebenso heiß zu werden wie der Samstag. Also lieber im Schatten am Wasser aufhalten als im Bus vor sich hin zu schmelzen.

P.S.2: Ein paar mehr Fotos bei besserer Internetverbindung. 10/02/2014: erledigt. Here we go…

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