Tag 11: OKURU nach GREYMOUTH

Samstag, 25. Januar 2014, 320 Kilometer

Der Abend in OKURU wurde noch sehr nett – endlich kommen wir mal mit anderen Campern ins Gespräch, „natürlich“ Deutschen die ein Jahr in den verschiedensten Winkeln der Erde mit dem Camper unterwegs sind…aber gegen halb elf ist Schluss – es ist soooo lausig kaaaalt, da kann man nicht mehr draußen bleiben!

Am späteren Morgen verlassen wir OKURU und gehen über die Route 6 weiter nach Norden – unbestimmtes Ziel.

Wir machen Halt am FRANZ JOSEF GLACIER, ganz in der Nähe wurden die Scene „LIGHTNING OF THE BEACONS“ von HERR DER RINGE gedreht. Diese Scene ist mir in der Tat noch sehr gut im Gedächtnis, sorgte sie doch für ein radikales Umdenken in Sachen Home-Entertainment im Wiedekamm´schen Wohnzimmer:

Seit Jahr und Tag betreibe ich einen Multi-Media-PC im Wohnzimmer – direkt an den Fernseher angeschlossen. Als dieser in die Jahre kam und BLUE-RAY Filme in der Region von 10 € erhältlich wurden, beschloss ich eine umfangreiche Modernisierung. Vom feinsten ein neues Mainboard, Grafikkarte, BLUE-RAY Laufwerk und natürlich eine SSD Platte. Alles war gut, bis ich mir den Dritten Teil von HERR DER RINGE als BLUE RAY kaufte…in der Scene „LIGHTNING OF THE BEACONS“ werden auf den Berggipfeln Leuchtfeuer zur Signalübertragung angezündet. Große Kameraschwenks über die Felsen, Klasse, dramatische Musik von HOWARD SHORE (THE WHITE TREE)…und das Bild meines multi-tausend-euro-PC ruckelt!!! Unfassbar! So eine Sch…
Natürlich schraube, konfiguriere und teste alles, was möglich ist…ohne Verbesserung. Bis dann ein gewisser Thomas aus H. den weisen Rat gibt, den PC in die Tonne zu stecken und für 100 € einen SONY Blue-Ray player zu kaufen. Gesagt, getan, gelöst. Bestes Bild, kein Ruckeln. Ja, ja, so war das mit dieser einen Scene, damals, 1897…

Nun denn: Wir steigen am FRANZ JOSEF GLACIER aus, tief hängende Wolken lassen alles grau und trostlos erscheinen…wir wandern wie viele andere Touris auch den Weg zum Gletscher, Geröll-Landschaft zu Füßen, Wasserfälle zu den Seiten und Gletscher voraus.

Franz Josef Gletscher

Irgendwie beeindruckt uns die Landschaft gar nicht mehr – sind wir versaut?
Extrem viele Hubschrauber über unseren Köpfen – wir lernen aus den Hinweistafeln das man den Gletscher nur noch per Hubschrauber erreichen kann, er habe sich in den letzten fünf Jahren so weit zurück gebildet, das man nur noch sicher „von oben“ heran komme…ein Schelm der dabei denkt, das die Hubschrauber wohl eher nicht CO2 neutral unterwegs sind.

Ich versuche mich als Park-Ranger der leichtsinnige Touristen von der Gletscherbesteigung abhält – gegen das blasse Original komme ich doch wohl gut an, oder?

Franz Josef Gletscher

Die 1,5 Stunden Wanderung tut uns gut, wir fahren weiter auf Route 6 nach Norden und erreichen kurze Zeit später ORKARITO an der TASMAN SEA. Ursprünglich wollten wir hier übernachten, aber die kurze Sonnenperiode ist vorbei und der Platz sagt uns gar nicht mehr zu…

…also weiter nach Norden. Am Ende fahren wir bis GREYMOUTH durch. In einem der Tourführer steht, GREYMOUTH solle man lieber links liegen lassen…stimmt, aber der HOLIDAY PARK in Stadtnähe hat super Standplätze, die Sonne scheint nun richtig noch vier 4 Stunden und so bleiben wir dort.

An diesem Tag haben wir die 2.000 Kilometergrenze überschritten – kommt uns gar nicht so vor. OK, das viele Tanken ist lästig. Aber durchaus erträglich: Der Liter kostet so 1,40 bis 1,50 NZD – mithin also weniger als ein Euro!

Wir hören die nahe Brandung, doch nichts zieht uns zum Meer. Lieber in der Sonne lesen, lesen und lesen.

Peter.

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