TONGA – NEWZEALAND Tag 7+8

„Wir reparieren uns um die Welt“

Diesen denkwürdigen Satz sprach der Schwede Steffan auf SALSA neulich
auf TONGA aus, als er seine gerade gestorbene Ankerwinde völlig
demontiert hatte. Seine Leute zu Hause würden denken, er hätte Urlaub,
aber er meint, jeden zweiten Tag geht etwas kaputt und will gefixt
werden. Und das auf einer HALBERG RASSY 45 😉

Nun denn, es gibt schlechtere Orte auf der Welt um Dinge zu reparieren
als das MINERVA REEF. Wenn alles funktioniert, müsste zu diesem Eintrag
ein Bild vom Riff auftauchen. Das Riff ist nur bei Niedrigwasser zu
sehen, bei Hochwasser sieht man „nur“ Brandung mitten im Ozean.

Wir haben mittlerweile flache See und leider kaum noch Wind, so motoren
wir immer wieder für längere Zeit um Meilen auf NZ gut zu machen.
Mittlerweile direkter Kurs, 207° 366 sm to go.

Letzte Nacht wehte eine sehr angenehme Brise und wir konnten mit beiden
Vorsegeln 3,5 bis 4,5 Knoten laufen, oder besser gleiten. So tief wie
gestern haben wir beide schon lange nicht mehr geschlafen.

Am heutigen Vormittag mussten wir allerdings wieder den Motor dazu nehmen.

Das Notrigg macht keine Sorgen mehr, alles gut verspannt und der Mast
bewegt sich nicht.

Das war es eigentlich so weit…aber für den interessierten Leser hier
noch ein wenig Diesel-Rechnerei die ein sorgfältiger Skipper im VORFELD
einer längeren Passage wohl anstellen würde – nicht erst auf hoher See 😉

Ich gehe davon aus, das ich diesmal voll oder besser fast voll getankt
habe, aber man weiß ja nie….mal im Detail überlegen:

Wir haben das vorletzte Mal in BORA BORA am 13. August 2013 per Kanister
nach getankt. Dabei haben die den Steuerbord Tank am Stutzen voll
gemacht und den Rest in den Backbord-Tank geschüttet, der damit fast
voll war, jedenfalls hörten wir es gluckern.

Weil in NAIAFU ein Tankwagen an die Pier zum bunkern kommt, muss man
vorher angeben, wie viel Diesel man haben will damit der nicht zu viel
Diesel durch die Gegend schaukelt. Mindestmenge 200 Liter. MAUNIE möchte
auch tanken und meldet 80 Liter Bedarf an. Also habe ich 300 Liter
geordert.

160 Liter haben wir in den Backbord-Tank bekommen, dann war er am
Tankstutzen voll.
Der Backbord-Tank fasst 250 Liter und wir haben ihn diesmal nur für den
Generator genutzt – irre, das man für elektrischen Strom 160 Liter
Diesel verheizen kann. Seit BORA BORA lief der Generator 83 Stunden,
mithin braucht der also 2 Liter pro Stunde.
In diesem Zusammenhang sei kurz erwähnt, das **ALLE** besuchten Inseln
ihren Strom mit Dieselgeneratoren erzeugen. Im Jahre 2013. OK, wir sind
auch nicht besser – nur ein kleinerer Maßstab.

Überraschend war dann, das „meine“ verbleibenden 60 Liter einfach so im
Steuerbord-Tank verschwunden sind. So viel sind wir doch gar nicht motort?

Erinnerungen, trügerische Erinnerungen!

Ein Blick ins Logbuch hilft Herrn Alzheimer:
Seit BORA BORA sind wir zwar wirklich nur 29 Stunden motort. Aber bei 5
Litern / Stunde gibt das mal eben einen Verbrauch von 145 Litern – also
hätten da noch 85 Liter rein passen können.

Hätte Hätte Fahradkette!

Mist – so viel zum Thema Planen und Vorbestellen. Ich muss da echt
gewissenhafter werden – insbesondere bei diesen vagen Tankanzeigen und
der Tatsache, das man mit Kanistern oder halb-vollen Tankwagen agieren muss.

Aber seit NAIFU lief der Generator nur 3 Stunden, also sind noch
250-6=244 Liter im Backbord Tank und lt. Tankanzeige werden im
Steuerbord-Tank noch 180 Liter sein.

Mithin 424 Liter, also eine Reichweite von 84 Stunden.

Wenn wir jetzt durch motoren würden, hätten wir noch 61 Stunden vor uns
und somit eine Reserve von 23 Stunden. Generator brauchen wir ja nicht,
die Hauptmaschine produziert mehr Strom, als wir je verbrauchen können.

Aber das werden wir wohl gar nicht müssen. Für Morgen scheint ein wenig
mehr Wind aus günstiger Richtung zu kommen und da können wir bestimmt so
20-30 Stunden den Brüllaffen im Keller wieder abstellen…aber am
Samstag & Sonntag werden wir ihn wieder brauchen.

Soviel zur Rechnerei – man merkt, an Bord herrscht leichte Langeweile.

NICHT DAS WIR UNS DARÜBER BESCHWEREN!

Peter.

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