TONGA – NZ Tag 3

(19/20/2013)

Der Wind kommt ganz langsam runter, Welle und Wind sind aber immer noch
unangenehm. Gerade das erste mal seit Auslaufen was gegessen –
Pellkartoffel mit Butter.

Wir haben noch 66 Seemeilen bis zum MINERVA Riff vor uns. Dort müssen
wir einen Zwischenstopp einlegen.

Und das kam so:

Gestern Nacht schlafe ich ganz gut, Heidi ist auf Wache. Ich träume
wirres Zeug von Baumstämmen, die im Wasser aneinander schlagen und
komische Geräusche von sich geben. Davon werde ich wach und merke
sofort, das was nicht stimmt. Welcher Kurs liegt an, Heidi?

290° – das ist völlig falsch, wir wollen 220° laufen. Heidi meint, sie
habe schon alles versucht aber sie bekommt den Kurs nicht hin…ich bin
sauer, weil sie mich nicht geweckt hat. Komplettes Ölzeug an – die
überschäumende Gicht macht alles in Sekunden nass – und raus an Deck.
Die Windfahne (TRUDI!) ist völlig falsch eingestellt, das passiert
leicht, wenn man den Kurs anpassen will.

Aber was ist das? Das ganze Teil bewegt sich im Seegang! Ach Du Scheiße!

Taschenlampe her, ganz unten, wo Trudi mit zwei Schrauben am
Schiffsrumpf befestigt ist, ist eine Schraube heraus gedreht. Daher
wackelt die ganze Anlage.

Ein Anflug von Panik: Die Schrauben liegen in der Regel unter Wasser –
haben wir jetzt ein Loch im Rumpf und nehmen schon die ganze Zeit Wasser
durch ein 10 mm Loch? WIr müssen von innen an das Teil ran und räumen
bei schwerem Seegang und Dunkelheit die Backskiste leer. Da steht zwar
ein wenig Wasser, aber das ist normal. Wo sind bloß die Schrauben?

So, wie ich mir das nun zusammen Reime haben wir mal wieder großes Glück
gehabt: Die Schrauben gehen von außen durch die Bordwand und landen dann
innen in unserem Außenbordgulli, durch den die Dieselmaschienen ihr
Wasser nach Außenbords bekommen. Dieser Kasten ist massiv von innen in
die Backskiste eingeschweißt und somit Wasserdicht. Also hier erst mal
Beruhigung.

Wir Sichern TRUDI mit einem Lasching an Steurerbord über eine Winsch und
verhindern so erstmal die Bewegung. Mit einer Zange und einem
artistischen Außenbords-Manöver bekomme ich die offene Schraube zu
fassen und befördere sie an Deck…

…da ist nicht einfach die Mutter aufgegangen – die ganze Schraube ist
abgebrochen! Scheiß Qualität, würde ich mal sagen!

Nun hat TRUDI ja immer noch das Ruderblatt als Hebel unten dran und
dadurch arbeitet es an der anderen verbliebenen Schraube erheblich. Eine
Frage der Zeit, bis die auch bricht.

Daher nun der Plan: Bei Morgengrauen versuchen, in das MINERVA Riff
einzulaufen und dort (im hoffentlich ruhigen Wasser) entweder eine
vollständige Reparatur hin bekommen oder zumindest das Ruderblatt abnehmen.

Reparatur wäre besser – der elektrische Autopilot hält zwar gut den
Kurs, verbraucht aber unmengen an Energie und wir müssen den Generator
zu oft laufen lassen.

Die ganze Zeit war MAUNIE in der Nähe – es ist sooooo gut, jemanden an
seiner Seite zu haben!

Peter.

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