RAROTONGA – NIUE Tag 3,4…5 BEVERIDGE REEF

Tag 3 war völlig ereignislos, einfach so vor sich her gesegelt – mit 4-5
Knoten ganz passabel.

Tag 4 (Freitag, 6/9/2013) ging genauso weiter, allerdings war dieser
gewaltige Winddreher von Nord-irgendwas auf Süd-irgendwas angesagt und
wir fragten uns, wie das in dem vorhergesagten kurzem Zeitraum von nur
6-8 Stunden wohl passieren soll.

Auf der Lauer:
Der Tag vergeht, wieder gut voran gekommen, der Wind hat noch nicht
gedreht. Schade, tagsüber wäre das wohl einfacher? Wir haben zwar
Regenschauer, aber ohne besonderen Wind. So säuseln wir mit 4 Knoten in
die Dunkelheit und ich haue mich aufs Ohr.

Kaum 30 Minuten später:
Heidi ruft: Peter, an Deck! Alle Segel flattern, der Wind heult durch´s
Rigg und Heidi versucht am Ruder Kurs zu halten. Absolut schlagartig,
von einem Moment auf den anderen dreht der Wind um über 50° auf Süd-West
und legt ordentlich auf knapp 20 Knoten zu.
OK, segel trimmen, TRUDI auf den neuen Kurs einschwören und weiter
gehts. Aber wo kommt zum Teufel diese Welle so schnell her? STORMVOGEL
gallopiert mit 6-7 Knoten am Wind durch die Welle, wenn sie mal größer
ist stampfen wir uns fest. So geht es die ganze Nacht. An Schlaf nicht
zu denken. Soooo haben wir uns da ja nicht gedacht…

Am frühen Samstag Morgen dreht der Wind weiter und wir müssen nicht mehr
so hart am Wind laufen. Auch die Welle nehmen wir nun einfacher und es
wird wieder sehr erträglich. Wenn nur die Müdigkeit nicht wäre. Als wenn
man vollkommen überdreht ist.

Mittlerweile ist klar, das die Wetterlage einen Zwischenstopp im
BEVERIDGE REEF ermöglicht. Das ist ein Atoll, aber völlig ohne Land.
Kann man ja mal GOOGLn oder hier nachsehen: http://www.cruiserswiki.org.
Aber: Wir sind 8 Stunden zu früh´ dran und so macht Graham um
Mitternacht den sinnigen Vorschlag des Beidrehens (= das Boot sehr, sehr
langsam machen). Das haben wir mit den STORMVOGEL natürlich noch nicht
gemacht, aber im zweiten Anlauf klappt es auf dem richtigen Bug und wir
driften mit fest gesetztem Ruder mit nur noch 0,5 bis 1 Knoten in
Richtung Ziel, das noch 20 Seemeilen entfernt liegt. Seekarten gibt es
nicht, nur die Skizze beim Cruiserswiki. Am frühen Morgen dann weiter in
Richtung Pass. Um 9:00 Uhr dann noch mein Aushilfsjob als SOUTHERN CROSS
NET Controller und schon liegt der Pass vor uns.

Die Einfahrt ist sehr spannend und wir wissen wirklich nicht, warum wir
uns das trauen. Vielleicht, weil wir nicht alleine sind? In der Lagune
liegen noch zwei andere Boote, ferner ist die amerikanische Yacht GANESH
schon seit ein paar Tagen auf gleichem Kurs wie wir und schließlich gibt
es ja auch noch für den Fall der Fälle die MAUNIE. Der Pass selbst ist
sehr schwer zu erkennen, so ganz ohne Land. Aber einfach nur schön von
den brechenden Wellen fern halten, gell?

Na denn wir haben es geschafft, nun sind wir hier, haben alles an Kette
draußen was wir haben (seit TAHITI 43 Meter) und haben einen herrlichen
360° Rundum Brandungsblick in die Unendlichkeit.

An Bord alles wohl,

Peter.

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