MOOREA – HUAHINE – RAIATEA – BORA BORA

4 Inseln in 15 Tagen – das geht hier in Französisch Polynesien nur, weil die so schön dicht zusammen liegen 😉

(19/07/2013 bis 05/08/013)

Nach dem wir die Werftarbeiten für beendet erklärt haben sind wir für eine Woche wettertechnisch bedingt in MOOREA (19/07-25/07/2013) hängen geblieben. Gar nicht so übel. Endlich kommen wir dazu, Motorroller zu mieten und über die Insel zu brausen. Heidi als „rasende Oma“ landet trotz individuellem Fahrstil nicht im Hühnerstall, Ole macht mit Sonnenbrille einen auf Cool-Macker und, wie sollte es anders sein, mein Roller macht gegen Ende der Tour Dicke Backen – logisch 😉
Wir finden einen Aussichtspunkt, den man wohl auch mit einem 5 Stunden Fußmarsch hätte erreichen können. Aber irgendwie sind hier alle motorisiert:

Geschickt, geschickt: Ein Aussichtspunkt für beide Buchten: Die Rechte ist „unsere COOK-BAY“, benannt nach dem kühnen Forscher James Cook. Wenn jemals im deutschen Farbfernsehen die 4-Teilige Serie „Sonne und Wind“ wiederholt wird sollte der geneigte Leser einschalten: In vier mal 90 Minuten wird an Original-Schauplätzen das Leben von James Cook nachgezeichnet – ich fand die Spielfilme super! Nun denn, in der COOK BAY liegt unser STORMVOGEL und dort wurde das Remake der „Meuterei auf der Bounty“ mit Mel Gibson verfilmt. Na klar, denn in der Linken Bucht (OPUNOHU BAY) wurde viele Jahre zuvor das Original mit Marlon Brando gemacht. „Warum in die Ferne schweifen wenn das Gute doch so nah´“ (Zitat von unbekannt):

Mittagessen in der Pineapple-Beach, zwei Amerikaner am Nebentisch. Die trifft Ole dann ein paar Tage später im Flieger von TAHITI nach LOS ANGELS wieder – na ja, ist ja hier eine Insel und die Welt ist ein Dorf.

Mit etwas feuchten Augen entlassen wir Ole nach Hause, per Fähre von MOOREA nach TAHITI. Wir reisen am späten Nachmittag (Freitag, 26/07/2013) des Folgetags in Richtung HUAHINE ab. Die 85 Seemeilen fährt man über Nacht um am frühen Morgen mit Tageslicht anzukommen.
Die Reise ist nicht besonders angenehm, aber schnell. Wir laufen 6-7 Knoten, haben mit dem Segeltrim nichts am Hut und TRUDI, die Windfahne hält super den Kurs. Diese 1-Tages-Nachtfahrten schlauchen überproportional. Man kommt nicht in den Bord-Routine Rythmus…das Einlaufen in FARE geschieht im strömenden Regen, überhaupt regnet es im Moment überall!

Ankern ist hier schwierig, weil es wenig Platz gibt. So brauchen wir 5 Anläufe und 1 ernsthafte Diskussion mit einem englischen Boot mit JUNGER Besatzung (also offensichtlich nicht mit MAUNIE!) um eine gute Stelle zu finden. Na ja, Skipper hat halt wenig geschlafen, es regnet und um 8:00 Uhr kann man ja auch kein offizielles Anlegerbier trinken (…denkt Heidi).

Irgendwie hat sich auch Kapitän Nemo nach HUAHINE geschlichen – das Boot, äh, die Mega-Yacht fügt sich harmonisch in die Bergwelt ein und man kann sie fast übersehen:

Tags drauf machen wir uns auf zur Süd-Spitze, in die AVEA Bucht und sind nun mal wirklich angetan von diesem einmaligen Stück Natur. Mit dem Dingi machen wir zum Kaffeekränzchen einen Ausflug auf eine kleine, vorgelagerte Insel und trinken mit Genuss den mitgebrachten Kaffee. Ein obligatorisches Strand-Grillen ist fix mit MAUNIE verabredet und zelebriert – schließlich haben wir seit MOOREA auch endlich wieder einen Grill an Bord. Typ „BELLA – MATTHIAS“. Mal sehen, ob der auch so lange hält…

Per eMail sind wir in Kontakt mit Inge und Dirk von der belgischen LOLA. Wir haben uns auf GALAPAGOS kennen gelernt und es irgendwie nicht gebacken bekommen, uns auf ein Bier bei den letzten 3.500 Seemeilen wieder zu sehen. Nun aber los, denn LOLA legt auf RAIATEA eine Pause ein und die Crew fliegt nach Hause. Wir düsen am Dienstag, den 30. Juli 2013 die 28 Seemeilen nach RAIATEA und treffen die beiden gut gelaunt in der einzigen Marina weit und breit. Da liegen jede Menge Charter-Boote von SUNSAIL und MOORINGS und warten auf Kunden – äh, ist nicht gerade Hauptsaison?
Weil der erste Abend mit LOLA so schön war gibt es direkt noch einen zweiten, dann ist aber Schluss mit Lustig und es wird Abschied genommen!

Wir wollen in den Südosten von RAIATEA um dort eine Flussfahrt mit dem Dingi zu unternehmen. Das geht in der FAAROA BAY – gerade als wir ankommen (01/08/2013) verlässt das einzig dort liegende Boot die Bucht: MAUNIE. Denen ist das Wetter hier in den Bergen zu schlecht und sie suchen lieber die frische Seeluft hinter dem schützenden Riff.
Tatsächlich regnet und windet es die ganze Nacht und wir sehen unsere River-Tour schon den Bach runter gehen (…oh, wie platt!). Aber der Wettergott hat ein Einsehen und der kommende Vormittag ist bedeckt, aber trocken.
Im Fluss schwimmt allerlei Zeugs, wir passen höllisch auf das wir weder Dingi noch Außenborder zerlegen…bei dem Wind zurück paddeln wäre echt schlecht. Ganz schlecht!

Auf dem Rückweg stellen wir den Motor aus und lassen uns von der Strömung treiben – ganz anderes Gefühl: Man sieht nun nicht nur den Urwald, man hört ihn jetzt auch! Und so auch den Ruf von JAM. Der steht am Ufer und meint, wir sollten mal kurz seine tolle Plantage ansehen. Tja, so richtig haben wir ja sowieso nichts vor, es regnet gerade nicht, also los!

Eigentlich ist seiner Meinung nach jede Frucht super, gesund und sogar lebens-verlängernd! Wer hätte das gedacht? Aber so richtig überzeugt er mich nicht…Heidi kann nicht widerstehen und kauft Vanille, das Zeug duftet durch die Verpackung hindurch und alles in der Tasche riecht nun nach Vanille. Aber egal, Vanille riecht ja gut!
Zum Abschied will JAM uns dann noch ein paar Bananen schenken, ja, gerne, aber wirklich nur ein paar! So richtige Bananen-Esser sind wir ja nun nicht. OK, sagt JAM, geht mit der Machete in die Plantage, wir hören ein paar Schläge und zurück kommen ein paar Bananen:

Nach unserer Rückkehr an Bord beschließen wir die Nieselregenzone zu verlassen und wieder in den Norden von RAIATEA zu gehen. Dan können wir am Folgetag besser nach BORA BORA aufbrechen. Also Mittags los, nur mit dem YANKEE laufen wir die 12 Meilen innerhalb des Riffs in knapp 3 Stunden völlig Problemlos ab – super!

Am Samstag, den 3. August 2013 brechen wir früh´ Morgens nach BORA BORA auf. Laut „Wettervorhersage“ soll der Wind am Nachmittag für 3 Tage sterben, aber am Vormittag konstant bei 10 bis 15 Knoten bleiben. Also los, Segel gesetzt und mit 2. Reff im Groß (…wir haben mindestens 20 Knoten Wind) und beiden Vorsegeln die 25 Seemeilen „rüber gemacht“.
Premiere: Unter Segeln durch den Pass – das bot sich nun wirklich mal richtig an. Tolles Gefühl, fast so (nur mal so zum Vergleich) wie unter Vollzeug in Wendtorf (Ostsee) in die Marina brettern 😉

BTW: Natürlich ist der Wind nicht gestorben. Er pustet ordentlich hier herum, bringt dunkle Regenwolken mit und lässt BORA BORA herbstlich erscheinen.

Auf BORA BORA ist wohl richtig was los – in den Ressorts, Clubs und Hotels rings herum. Die Hauptinsel ist in unseren Augen eher „normal“ und hat außer 1.000 Black-Perl-Shops nicht viel zu bieten…OK, essen kann man in dem „Marina“-Restaurant sehr gut. Eigentlich ist das keine Marina, denn die haben nur mal eben 20 Mooring-Bojen ausgelegt, einen Pool, eine Bar und das Restaurant. Natürlich muss man für die Benutzung der Mooring-Bojen bezahlen, dass Hauptgeschäft wird aber im Restaurant gemacht. Heidi und ich sind uns einig: Bestes Essen (an Land) seit Monaten.

Die obligatorische Auto-Inseltour ist in 2 Stunden durch – so viel Straße gibt es nun mal hier einfach nicht. Na gut, fahren wir eben noch mal um die Insel rum 😉

Nun denn.

Wir werden hier noch ein paar Tage bleiben und dann nach RAROTONGA aufbrechen. Das sind 560 Seemeilen, somit gut 5 Seetage am Stück. Lange nicht mehr gehabt…

Von allen vier Inseln hier ein paar Bilder.

Peter.

P.S.: Aktuell lohnt sich auch mal wieder ein Blick auf den MAUNIE-Blog. Sensationelle (Unter)-Wasser Bilder!

P.S. II: Und auch die letzten Einträge im BELLA-Blog sind lesenswert…Matthias und Ulrike sind wieder zu Hause. Planmäßig.

P.S III: Der Experte wird erkennen, das die Bilder jetzt in dem EXIF Bereich die vollständigen GPS Koordinanten enthalten. Ich habe das Teil endlich mal an die Kamera angebaut. Aber: Der GPS Empfänger scheint unglaublich Strom zu schlucken, auch wenn er im Ruhezustand der Kamera aus sein soll. Jetzt hält der Kamera Akku nur noch einen Tag, vorher eine Woche!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.