FAKARAVA / TUAMOTU / Französisch Polynesien (23-25/06/2013)

Am Sonntag den 23/06/2013 brechen wir also nach FAKARAVA auf – über die Hindernisse beim Start habe ich berichtet.Wie erwartet völlig Flaute, spiegelglatte See, Lummerland pur. FAKARAVA kommt trotz hervorragender Sicher erst in 10 Meilen Distanz in Sicht. Und wie üblich dauert es dann noch Stunden, bis man da ist: 10 Seemeilen Sichtkontakt, 5 Seemeilen bis zum Pass und 5 Seemeilen vom Pass zum Ankerplatz im Ort = 20 Seemeilen = 4 Stunden.Dabei haben wir doch diesmal wirklich keine Zeit!

Ole´s Flug von TAHITI nach FAKARAVA soll um 15:00 Uhr Ortszeit landen und durch den Vorfall am Morgen haben wir knapp 2 Stunden verloren. Zum Glück ist der Pass noch größer und weiter als auf KAUHEI und wir laufen Mittags mit auflaufendem Wasser in das Atoll ein. Schon wieder mehr als 10 Knoten SOG (speed over ground) – obwohl das Wasser an der Oberfläche völlig ruhig ist strömt es doch erheblich 😉

Um 14:30 Uhr erreichen wir das Ankerfeld – hier ist mit 10-15 Booten mal richtig was los! Aber leider ist es auch sehr tief und wir brauchen auf 12 Meter Wasser drei Anläufe bis der Anker hält. Allerdings müssten wir die Leinenverlängerung ausbringen – doch dazu ist keine Zeit. Der Flieger mit Ole ist noch nicht gelandet, wir haben den „Flughafen“ gut im Blick. Wir bringen das Dingi aus, bauen den Motor an und ich mache mich perDingi quer über die Bucht zum Abholen auf…Heidi bleibt als Ankerwache zurück.

Die Strecke zum Flughafen ist weiter als gedacht, ich verlagere mein Gewicht nach vorne ins Dingi und dann fängt das Ding mit seinen 6 PS doch glatt zu gleiten an? Wowh, was für ein Geschwindigkeitsrausch! Noch auf dem Wasser sehe ich die Maschine von Ole beim Landeanflug, fix das Dingi am Flughafen-Anleger fest gemacht und auf der Straße treffe ich dann unseren jüngsten – gerade gelandet!

Trotz mehr als 30 Stunden Reisezeit kann er noch lachen, aber wie bleich er doch ist 😉

Nun gut, das wäre also geschafft. Nach einem (vollen) A380, einer (halb leeren) Boing 777, einer (vollen) was auch immer Propeller-Kiste nun also das 6 PS Dingi vom Stormvogel. Alle sind froh´, das es doch noch geklappt hat und die Freude ist groß.

Am Abend geht es zu einem „Eating Place“ – Restaurant wäre übertrieben. Heidi und Ole bestellen Fisch…und bekommen eine ganze Schüssel voller rohem, aber immerhin marinierten, Fisch. Na ja, die Sprache, die Sprache ;-))

Der Montag wird so verdödelt. Ole entdeckt das man hier auch schwimmen kann…

Am Dienstag Vormittag können wir eine BLACK PEARL Farm besuchen. Witziger Weise wird sie vom Deutschen Günther betrieben. Vor 30 Jahren ist er aus Stuttgart abgehauen und zunächst viele Jahre auf TAHITI hängen geblieben. Weil seine Frau aus FAKARAVA stammt sind sie hierher zurück und haben eine Perlen-Fram aufgezogen. Als wir das „Labor“ besuchen haben Heidi und ich ein DejaVu – das haben wir doch schon mal bei MARE TV gesehen? Und richtig: Günther bestätigt das vor ein paar Jahren von ARTE und ein ZDF Fernsehteam vor Ort waren – Zufälle gibts.

BTW: Wer MARE TV nicht kennt verpasst wirklich was. Kommt auf den Dritten Programmen immer einmal im Monat, ich glaube, immer Donnerstags. Die berichten sehr ruhig und anschaulich vom Leben auf- und mit dem Wasser.

Früher hatte Günther 12 Angestellte, aber er meint, das lohnt sich alles nicht mehr. Für diese „große“ Rad musste er viel mehr arbeiten und hatte nur wenig mehr Geld als jetzt – mit einem Angestellten.
Diese Erkenntnis, das „mehr“ nicht immer gleich „mehr“ ist habe ich selbst vor ein paar Jahren ja auch schon gewonnen…das macht Günther doppelt sympathisch.

Für die Tour möchte er kein Geld, obwohl sie gut 2 Stunden mit 15 Kilometer An- und Abfahrt im klimatisierten Bus gedauert hat. Aber wenn wir Schmuck aus seinem Showroom kaufen möchten, würde er sich sehr freuen – aha, da ist er, der geschäftige Schwabe! 😉

Heidi wird schwach und kauft sich was schickes…

Am späten Nachmittag dann Aufbruch nach TAHITI. Wir wollen gegen 18:00 Uhr in der Dämmerung am Pass sein und mit ablaufend Wasser heraus kommen. Diesmal können wir gut segeln und selbst den Pass passieren wir ohne Motor-Unterstützung.

Die 240 Seemeilen nach TAHITI werden wir bis Donnerstag (27/06/2013) Morgen  absegeln – die Wettervorhersage ist gut und wir werden den Motor wohl nicht brauchen. Das ist auch gut so, denn der Backbord Tank (250 Liter) ist fast schon wieder alle.

Peter.

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