Starkwindfahrt von TAKAROA nach KAUEHI (Tumaotos)

Mittwoch, den 19/06/2013 geht es weiter. 106 Seemeilen nach Süden, nach
KAUEHI. Der Plan ist eigentlich, dort unseren Sohn Ole aufzupicken, der
über Hamburg, Paris, Los Angels, Tahiti nach KAUHEI kommen soll.

Weil die Distanz keine Tagesfahrt erlaubt und man an den Pässen (den
Einfahrten zu den Atollen) zu bestimmten Zeiten sein muss, um nicht
gegen irre Strömungen anzulaufen brechen wir am Nachmittag gegen 14:00
auf. Na ja, eigentlich schon um 13:00 Uhr. Aber das Anker-Auf Manöver
dauert diesemal eine Stunde (!) und wir bekommen zwischendrin auch noch
eine dritte Deckshand von der Australischen Yacht LIBERTY VI an Bord.
Wir hatten ja ob der Wassertiefe unsere Ankerkette (30 Meter) um eine
Anklerleine (30 Meter) verlängert und so insgesamt 45 Meter Kette/Leine
im Wasser. Die ersten Tage waren recht ruhig und so hat das Boot die
Kette mehrfach um Korallenköpfe herumgewickelt. Nun, beim Anker Auf
haben wir ordentlich Wind und große Mühe, in der richtigen Richtung /
Drehung die Kette wieder abzuwickeln.
Und wie es auch sein muss, die Kabelfernsteuerung der Ankerwinde hat den
Geist aufgegeben und ich ziehe die Leine zunächst mit der Hand an Bord.
Dann bastele ich mir ein Kabel und stecke es in den Stecker, ganz so,
wie man es den kleinen Kindern verbietet.
Am Ende zerrt unser Anker ein komplettes Mooringgeschirr samt Boje an
die Oberfläche..aber wenigstens ist der Anker samt Leine und Kette auf.
Dann noch in freier Fahrt das Dingi an Deck bringen (das hatten wir im
Wasser gelassen für eventuelle Anker-Hilfsmanöver) und laschen und auf
gehts…ufff!

Wir passieren den Pass von TAKAROA, kommen auf die offene See und
bekommen direkt eins auf die Mütze. In Abhängigkeit der Nationalität des
Boots schwanken die Windangaben von 24 (britischen) Knoten bis zu 32
(deutschen) Knoten. Jedenfalls ordentlich Wind und See. Wir haben direkt
das dritte Reff im Groß und gehen hart an den Wind. So viel Wasser auf
dem Steuerborddeck hatten wir noch nie, recht unkomfortabel.
Also das Yankee auch noch reffen und einen halben Knoten Fahrt
verlieren. Aber immerhin verrichtet TRUDI einen Bomben-Job: Am Wind mit
gut getrimmten Segeln hält sie super Kurs! Richtig gut.
Mir ist schnell klar, das ich in dieser Nacht keinen Schlaf finden
werde, Heidi versucht zusammengerollt im Deckshaus ein wenig Entspannung
zu finden.

Wir ins uns einig: So eine Ochsentour kann man nur auf so einer Distanz
und nur eine Nacht machen. Mehr wäre wirklich bescheuert!

In der Dämmerung haben wir versucht, ein Bild von der MAUNIE zu machen –
aber wie üblich spiegelt ein Bild die See- und Windverhältnisse nicht
richtig wieder. Aber das Bild vom Skipper trifft…

Am kommenden Morgen haben wir dann die MAUNIE aus den Augen verloren, ja
ja, die sind bestimmt schon längst da!

Pustekuchen: Während wir (ich!) denken, die letzten 7 Seemeilen zum Pass
läuft man direkt im Wind am Besten unter Motor, kreuzt die MAUNIE
sportlich korrekt weit auf, um dennoch vor uns unter Segeln zum Pass zu
kommen. Und ja, Segeln/Kreuzen wäre eindeutig besser gewesen!

Gegen 9:15 Uhr am Donnerstag (20/06/2013) passieren wir den Süd-West
Pass von KAUEHI. Die Passage ist einfacher als die von TAKAROA, aber es
steht mächtig Welle gegen Strom und macht das Wasser kabbelig.
Dann fast 8 Seemeilen wieder nach Norden zurück, denn da ist das 350
Seelendorf TEARAVERO des Atols und da wollen wir hin…

…und endlich erleben wir einen grandiosen Sand-Ankerplatz der seines
gleichen sucht!

Aber das, liebe Leser, ist eine andere Geschichte.

Peter.

 

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