GALAPAGOS – MARQUESS Tag 17+18 (27-28/05/2013)

Da ist sie, die Flaute!

Der „Wetterbericht“ meinte ja ein Upgrade von Flaute auf Leichtwind verkünden zu müssen – aber diese großspurige Ankündigung war ein Fehler. Bereits seit vorgestern Abend (26/05/2013, 17:30 Uhr) laufen wir bis auf wenige Stunden unter Maschine. Der Wind war plötzlich einfach weg, ca. 6 Stunden früher, als „vorher gesagt“. Absolut kein Segelwind und mittlerweile auch Lummerland-See. Spiegelglatt, aber dennoch eine sehr lange, alte Dünung.

Wir nutzen die vielen Motorstunden zum Wasser machen. Den Steuerbordtank (350 Liter) haben wir bereits voll aufgefüllt, den Backbordtank (280 Liter) zur Hälfte. Irgendwie bekommt der Wassermacher über das Leitungssystem in den Backbord-Tank kein Wasser hinein – ich denke, da muss irgendwo ein Rückschlagventil stecken. So füllen wir Kanister auf und befüllen diesen Tank über den Einfüllstutzen. Etwas mühselig, aber wenigstens eine sinnvolle Beschäftigung. Der Wassermacher läuft mittlerweile richtig gut – es stimmt schon: Diese Teile müssen häufig benutzt werden, damit sie gut funktionieren. Ich denke, das hat was mit dem Feuchtigkeitsgehalt der Membranen zu tun?

Gestern Abend ein kleiner Aufreger: Gegen 17:30 Uhr sackt die Maschine in der Drehzahl ab, nach Gas geben fängt sie sich aber wieder. Gibt man mehr Gas, steigt die Drehzahl, um dann aber wieder abzufallen. Mist, was kann das denn nun wieder sein? Öldruck und Temperatur OK, das muss was mit dem Diesel zu tun haben. Den Dieselvorfilter hatte ich ja gerade auf GALAPAGOS gewechselt – sollte sich nun der Diesel-Feinfilter direkt an der Maschine zusetzten und so nicht genügend Treibstoff liefern? Es bleibt erst mal die einzige Erklärung…wir hoffen, das der Hobel weiter läuft. Wie peinlich, wenn wir der MAUNIE mitteilen müssten, das wir ein Maschinenproblem haben… ;-(

…sie läuft auch weiter, ich gehe schlafen und werde gegen 21:30 Uhr wieder wach. Jetzt läuft sie sehr unruhig und ich denke, das hat so keinen Sinn. Nicht, das sich der Dreck noch im Einspritzsystem ausbreitet. Die zwei Stunden Schlaf waren gut fürs Gemüt, also (den einzigen!) Reservefilter heraus gesucht, der MAUNIE über UKW Funk kurz die Lage geschildert und dann mit Heizer Heidi in den Maschinenraum abgestiegen. Zum Glück ist der Filter einigermaßen gut zugänglich – kein Vergleich zu dem bescheuerten Ölfilter. Aber die Maschine ist natürlich heiß, der Filter auch und der Diesel darin erst Recht. Es gelingt aber ohne große Sauerei das Teil heraus zu bekommen. Dann die Anwendung eines extrem guten Mechaniker-Tricks: Den neuen Filter mit (sauberen) Diesel so weit als möglich vor-füllen und dann erst montieren – das erspart unendlich lange Entlüftungs-Arien. Den frischen Diesel zapfen wir direkt an der Pumpe des (neuen) Generator-Tagestank ab. Zwar eine kleine Baustelle mehr, aber es lohnt sich! Geschwind den neuen Filter montiert, die Zündung eingeschaltet damit die elektrische Vorförderpumpe Diesel aus dem Tank zerrt und die mechanische Handpumpe am Filtergehäuse betätigt. Ich vermute, diese mechanische Handpumpe hat auch so einen eingebauten Entlüftungsmechanismus – denn entlüftet haben wir nix.

Und schließlich die Stunde der Wahrheit: Nach vielleicht einer Stunde Arbeit springt die Maschine wieder an und läuft…tadellos! Sauber Arbeit von Heizer Heidi und Chief Peter, könnte man meinen! (Der Chief ist an Bord der Seeschiffe immer der oberste Maschinist und im Range eines Offiziers).

Seit dem also weiter unter Motor…und wir sind sicher, das Graham und Dianne ein Stein vom Herzen gefallen ist, jedenfalls war eine kleine Welle während des OK-Funkgesprächs zu bemerken. Bloß nicht den STORMVOGEL ein Drittes Mal abschleppen müssen…

…obwohl würde ja durchaus Sinn machen: MAUNIE ist etwas knapp mit Diesel, wir haben mehr als genug – erst Recht, wenn die Maschine nicht laufen würde 😉

Peter.

P.S.: Ach ja, wir haben es bald geschafft! Noch 343 Seemeilen vor uns, vermutlich auch noch Morgen ein kompletter Motortag, dann mit Chance leichten Segelwind.

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