GALAPAGOS – MARQUESS Tag 16 (26/05/2013)

Erstens kommt es anders als man zweitens denkt.

Nach dem die MAUNIE gestern Nachmittag mit 0,3-0,5 Knoten Fahrtüberschuss an uns „vorbei gerauscht“ ist, dachten wir ja, es gibt ein Wiedersehen in der Flaute. Oder am Ziel FATU HIVA. Aber heute Morgen hatten wir sie wieder. Beide Skipper sind schwer erstaunt, das der STORMVOGEL unter „white sails“ mittlerweile so schnell läuft wie die MAUNIE mit ihrem riesigen Leichtwindsegel. Der Grund ist wohl: Zum einem hat der Wind etwas aufgefrischt und dann auch leicht auf ENE gedreht. Dadurch bekommen wir positiven Wind in die kleine Fock, die wir nun ebenfalls an Backbord (da, wo auch das Großsegel steht) gesetzt haben. Zusammen mit dem Yankee an Steuerbord, nach wie vor am Pole, laufen wir etwas schneller als die MAUNIE. Auch nicht schlecht, oder?

In der morgendlichen Funkrunde kommen beide Boote zu dem Schluss, das man nun auch mal ankommen könnte. Es reicht uns langsam. Bis Australien ist dies ja nun auch mit Abstand der längste Schlag, danach gibt es so Etappen von 300 bis 1.000 Seemeilen. Aber bloß nicht daran denken! Die „Wettervorhersage“ hat sich insofern verbessert, das nun keine riesige Flautenzone mehr vor uns liegt, sondern nur noch ein („sehr“) Leichtwindgebiet.

5 Knoten Wind sind zum Segeln zwar immer noch zu wenig, aber wenn die Tendenz anhält und wir vielleicht knapp 10 Knoten real bekommen, dann wäre die Sache doch wohl geritzt!

Think positive – oder GAR NICHT!

Auf FATU HIVA kann man eigentlich nicht einklarieren (Einreisen) weil die keine Pass- und Zollkontrolle dort haben. Aber segeltaktisch liegt die Insel am Besten. Daher werden wir dort hin gehen und uns bei der lokalen Polizei anmelden. Andere Boote haben berichtet, das die das da nicht so sonderlich eng sehen. Unsere Überlegung (für den Fall, das sie uns doch direkt wieder verjagen wollen) ist, das wir dort mit einer leeren Rotweinflasche (weil mit Frankreich verbunden) und leicht angeschäkert auflaufen (…äh einlaufen) sollten, um dann zu erklären, das wir viel zu betrunken seien, um weiter zu segeln.

Man macht sich ja so seine (wirren) Gedanken, gell?

An Bord alles wohl, wenn man mal vom alles beherrschenden Wunsch des ANKOMMENS absieht!

Peter.

2 Gedanken zu „GALAPAGOS – MARQUESS Tag 16 (26/05/2013)“

  1. Hallo ihr Pazifikianer,
    also, irgendwie bin ich ja neugierig geworden:
    Wie schnell kann der Stormvogel eigentlich werden? Gibt es da Grenzen physikalischer Art, die verbieten, beispielsweise mit 20 Knoten zu schippern?
    Oder ist das an die Belastbarkeit der Segel / des Mastes (Biegemoment) geknüpft? Würden die Segel einfach zerreißen oder der Mast wegknicken?
    Einer Antwort harrend,
    Frank (Der Regen in Bremen wird langsam wärmer)

    1. Die max. Geschwindigkeit ergibt sich aus der Länge der Wasserlinie, da Stormvogel ein „Wasserverdränger“ (und kein „Gleiter“) ist.

      Bei 50 Fuß sind das ca. 15m. Damit ist die max. Geschwindigkeit 2,43 * Wurzel (15 m) = 9,4 kn.

      Nun gleitet bei Vorwind so ein Schiff auch die Welle runter, so bin ich selber auf einer Bavaria 50 Cruiser im Mittelmeer schon 11kn über Grund durch das Wasser gezischt.

      Da sind dann aber physikalische Grenzen gegeben, da Verdränger bei Fahrt eine immer größere Welle vor sich herschieben.

      Lieben Gruß
      METABO

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