GALAPAGOS – MARQUESS Tag 8 (18/05/2013)

Die letzte Nacht war für’n Hintern. Elendiges gerolle, die größeren Wellen versetzten ELISABETH in Schock-Starre und am Ende muss doch die Elektrik ran, um den Kurs zu halten. Entsprechend dann auch der Morgen. Übernächtigt, schlapp und vor allem Lustlos.

Das soll noch mehr als 10 Tage so weiter gehen?

Die Wahrheit ist im Moment wohl, NEIN! Sooooo geht es nicht weiter, es wird noch etwas blöder! Das berichten jedenfalls zwei Boote die ca. 800 Seemeilen weiter westwärts stehen über Kurzwellenfunk. Und über das Relay MAUNIE kommen dann solche, nicht willkommenen Nachrichten zu uns.

Ahnungslosigkeit hilft ja manchmal auch durch den Tag?

Derweil machen die Boote hinter uns nun ebenfalls gute Fahrt. Ein Boot (lag am gleichen Ponton wie wir in der SHELTER BAY MARINA und heißt seit dem unter Insidern das „Bikini-Boot“) wollte heute von GALAPAGOS aufbrechen und kommt nicht weg: Motor springt nicht an, Ersatzteile werden benötigt und müssen eingeflogen werden. Die Optimisten rechnen mit einer Woche, ich schätze mal 2-3. Für die Ersatzteile, nicht für die Bikinis.

Eine kurze, denkwürdige Geschichte haben wir von Angelika und Michael in GALAPAGOS erzählt bekommen. Die beiden segeln schon recht lange im Pazifik herum und haben ihren Hauptwohnsitz quasi auf dem Boot. In PANAMA mussten sie nun neue Pässe beantragen weil die alten abgelaufen waren. Also, so dachten die beiden, auf zur Deutschen Botschaft. An der Rezeption dann erst mal Probleme: Die beiden Damen hinterm Tresen sprechen weder Englisch, noch Deutsch sondern einfach nur Spanisch. In der Deutschen Botschaft, wohlgemerkt. Irgendwie finden die beiden dann doch jemanden der weiter hilft und betont, das das Ausstellen neuer Pässe nicht zu den Aufgaben der Botschaft gehört und daher eine UNZUSTÄNDIGKEITSGEBÜHR erhoben werden würde. Das ist doch mal ein echter Kracher, oder? UNZUSTÄNDIGKEITSGEBÜHR. Im Kern erinnert mich das an meine Altlantik-Erkenntnis: Die Deutsche Welle sendet keine Nachrichten mehr auf Kurzwelle. Aus „Kostengründen“. Vermutlich sitzen am Empfang in der Deutschen Botschaft zu PANAMA auch genau aus diesen „Kostengründen“ keine mehrsprachigen Mitarbeiter. Man muss halt sparen, wo man kann…obwohl, man kann sich bekannter Maßen ja auch kaputt sparen.

Egal.

Wir haben heute intensiv das Positive gesucht und gefunden: Vermutlich Montag (20/05/2013) können wir Bergfest feiern. Können wir uns ja darauf freuen! Heute (mal wieder) ein paar Bilder der MAUNIE gemacht.

Das hier finden wir besonders „nett“. Ansonsten an Bord alles wohl, die Laune ist auch stetig gestigen, aber jetzt kommt wieder der Abend und mit Sicherheit eine doofe Nacht.

Peter.

Ein Gedanke zu „GALAPAGOS – MARQUESS Tag 8 (18/05/2013)“

  1. Also der „Kracher“ mit den Reisepässen lässt ja erst einmal den Kamm schwellen, relativiert sich aber etwas, wenn man mal nachhakt – lesen bildet! Wenn jemand einen Reisepass braucht, ist das für seinen Wohnort zuständige Amt zuständig.- so kennen wir das ja wohl alle. Im Ausland sind das in der Regel Deutsche Botschaften und eventuell auch mal Konsulate. Was war also los in Panama? Die Deutsche Botschaft war schon der richtige – und zuständige- Ort für die Passausstellung – allerdings erst mal nur für in Panama ansässige Deutsche! Für alle anderen Deutschen ist die Botschaft eben -völlig logisch – nicht zuständig. Die bekommen dann zwar auch ihren Pass – aber eben nur mit “Unzuständigkeitsgebühr”. Für Leute, die ihr Schiff als Hauptwohnsitz haben,vermute ich mal das zuständige Passamt im Heimathafen, zumindest dann, wenn das Siff im Register steht. Man kann da auch durchaus etwas Verständnis haben. Anders als Zuhause auf dem Ortsamt sind ja die nötigen bürokratischen Überprüfungen um einiges umständlicher als bei „Ortsansässigen“. Wer das jetzt für ungerecht hält, weil für Weltenbummler doch irgendeine Ausnahme gemacht werden sollte, sollte bedenken, dass ein Pass für 10 Jahre ausgestellt wird – und das reicht ja wohl fast immer fürs Weltenbummeln. Wer länger unterwegs sein kann, sollte sich an etwas Mehrkosten dann auch nicht stoßen.

    Wenn allerdings jemand mit seiner 50m Yacht unter der Flagge Panamas käme, der sich sonst überall abgemeldet hätte und auf der Yacht seinen “Lebensmittelpunkt” behaupten könnte – ja dann würde er auf der Deutschen Botschaft in Panama wohl keine Unzuständigkeitsgebühr zahlen müssen. Kommt jetzt jemand auf die Idee , in Panama mal schnell die Landesflagge zu setzen und mit Wasserfarbe “PANAMA” auf den Spiegel zu pinseln? Ich würde das für keinen herausragend guten Einfall halten.Man sollte bedenken, das wohlmöglich die (mit Sicherheit nicht kostenlose) Eintragung ins Schiffsregister vorgezeigt werden soll und unabhängig davon der panamasche Zoll bei einer Privatyacht einen Antrag auf Einfuhr annehmen könnte……….ups!!!!.

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