Zur Lage XIV

Es ist Freitag-Mittag, der 10. Mai 2013 und damit der Vortag unserer Abreise von GALAPAGOS…

…und dem Beginn unserer längsten Etappe über das offene Meer. 3.000 Seemeilen Non-Stop von GALAPAGOS zu den MARQUES Inseln. Wir rechnen mit 20 bis 25 Seetagen. Die ergeben sich aus einer angenommenen Reisegeschwindigkeit von 5 bis 6 Knoten. Irre: Dieser 1 Knoten macht auf dieser Distanz 5 Seetage mehr oder weniger aus!

Wir werden Morgen Mittag wieder in Companie mit der MAUNIE segeln. Vorher noch zum Samstags-Markt und „frischestes“ Obst und Gemüse einkaufen. Nach einer kurzen, aber ernsten Diskussion über die Geschwindigkeits-Problematik auf dem letzten Schlag von LAS PERLAS hierher sind beide Boote der Meinung, das es trotzdem besser ist, zusammen zu segeln.
Auf unserem STORMVOGEL haben wir zwei wesentliche Dinge unternommen, um etwas mehr Speed zu liefern: Zum einen haben wir ca. 150 kg Material aus dem Bugraum in das Heck verlagert. Ohne besonders nach zu denken haben wir das Zeug einfach dahin gepackt, wo Platz war…und das Boot damit kopflastig getrimmt. Bei dem vergangenen Am-Wind Kurs hat das Boot in jeder Welle besonders schwer eingesetzt…und damit Fahrt verloren.
Zum anderen haben wir das Unterwasserschiff mit dem Schrubber gereinigt. Die letzte Kontrolle erfolgte auf SAN BLAS – da hatten wir noch keinen Bewuchs. Nun haben wir so eine feine Algenschicht, die man zwar leicht mit dem Schrubber ab bekommt, die aber beim Segeln wohl ebenfalls Fahrt kostet…

…natürlich wird Admiral Graham heute die MAUNIE auch noch reinigen. Mist! Aber heute Nacht, da tauche ich kurz rüber und setzte neue Algenfarmen an – schnell wachsend!

Insgesamt gehen ca. 10 bekannte Boote auf den Trail. Alle starten im Abstand von 1-3 Tagen und bis auf wenige Ausnahmen, werden alle eine ähnliche Geschwindigkeit laufen. Also wird immer ein anderes Boot in einem Abstand von 1-3 Tagen sein – im Falle eines Falles. Alle hoffen, das es wettertechnisch ein sehr angenehmer Schlag wird.

WIR AUCH!

Technisch ist soweit alles im Lot.
Wir haben 100 Gallonen (…wir wissen nicht, welche „Gallonen“, also irgendwas zwischen 300 und 400 Litern) Diesel nachgetankt – in Kanistern. Was für eine Sauerei! Für die lokalen Fischer kostet eine Gallone 1 US-Dollar – für uns Yachties 5,50 US-Dollar – aber dann mit Lieferung an Bord. Außerdem haben wir 100 Gallonen Wasser übernommen. Gas gibt es hier nicht. Für die Überfahrt wird es reichen, danach brauchen wir dringend Nachschub.
Den Diesel-Vorfilter der Hauptmaschine haben wir gewechselt und danach elend lange gebraucht, die Anlage wieder Luftfrei zu bekommen. Ein Relais, das die elektrische Dieselpumpe der Hauptmaschine steuert funktionierte schon wieder nicht – obwohl in DOMINICA getauscht. Also ein Reserve-Relais eingesetzt und zwei weitere als Reserve-Reserve gekauft. Da stimmt wohl irgendwas anders nicht. Bei dieser Gelegenheit dann fest gestellt, das einige Stecker des Motor-Kabelbaums korrodiert sind – eine Spätfolge der PORTO SANTO Aktion…
Weil der Dieselgenerator schwarzen Ruß unter Last  aus stößt (beide Ladegeräte auf Max: Batterien werden mit 80 Ah geladen) hatte ich den Verdacht, das die Luftversorgung nicht in Ordnung ist. Soweit ich konnte, habe ich alles alleine auseinander gebaut und dann mit einem lokalen Mechaniker auch den Zylinderkopfdeckel aufgenommen. Ein wenig „Ölbrei“ haben wir sauber gemacht, wirklich besser ist es aber nicht geworden. Ich denke, das brennt sich wohl noch frei 😉

Die Berichterstattung von See wird wieder täglich/2-täglich erfolgen – mal sehen, was der Lustfaktor sagt. Den GPS Tracker werde ich nur noch Mittags (Bordzeit) für 1 Stunde laufen lassen um die Batterien zu schonen.

Wir haben uns fest vorgenommen zu angeln – das wird wohl ein Abenteuer.

Soweit zur aktuellen Lage.

Wir hoffen innigst, das wir (ich!) keinen Mist bauen, das wir uns nicht gegenseitig auf den Keks gehen, nicht vor Langeweile platzen und vor allem eine gute Reise haben werden.

Peter, mit Freigabe durch den Kommunikationsoffizier Heidi.

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