Rodney Bay (St. Lucia) – Fort de France (Martinique) 03.02.2013

Wir segeln wieder!

Als wäre nichts geschehen!

1) Die Vorgeschichte:
Am Donnerstag, den 31. Januar 2013 haben wir uns aus der Rodney Bay Marina in die Rodney Bay Bucht auf den Anker vorholt. Wir wollten mal wieder das Gefühl eines schwankenden Boots haben 😉

Das hatten wir denn auch – und einen slippenden Anker (Anker rutscht in oder auf dem Untergrund und das Boot vertreibt) der uns in der ersten Nacht dazu brachte, einen neuen Ankerplatz zu suchen. Wir haben mit dem STORMVOGEL bisher sehr wenig (1 mal in Spanien!) geankert – so sehen wir dieses Manöver als gute Übung. Schließlich wird Ankern weiter westwärts unser täglich Brot werden…

Freitagabend sind wir mit dem Dingi wieder zurück in die Marina – gemeinsames Abendessen und Pläneschmieden an Bord der MAUNIE – der Törn nach Pannama steht zwar erst Mitte März an, aber bis dahin trennen sich erst mal unsere Wege.

Am Samstag Vormittag kam Taucher Nick vorbei um einen so genannten ROPE CUTTER auf der Propellerwelle zu montieren. Das Teil hatte eine etwas längere Lieferzeit – daher konnte es im Trockendock nicht montiert werden. Ein ROPE CUTTER ist ein sehr scharfes „rundes Messer“ das Leinen, die in den Propeller geraten, unmittelbar an Ort und Stelle in viele Teile zerkleinern soll.

Samstag Abend ein lustiges Barbecue an Bord der BELLA (die haben so einen tollen Relingsgrill mit Gas-Betrieb) mit MAUNIE – ich sage nur: Seemann, lass das Singen!

2) Der Törn
Am Sonntag, den 3. Februar 2013 brechen wir zusammen mit der BELLA in Richtung Martinique auf – St. Lucia in guter Erinnerung achteraus:

Perfektes Segelwetter. Anfangs lassen wir uns von den starken Böen beeindrucken und fahren im dritten Reff und voller Genua los. Die Fock können wir nicht benutzen, weil unser Dingi aufgepustet auf dem Vordeck zum Liegen kommt. Für die knapp 35 Seemeilen ist das bei Halbwindkursen akzeptabel.

Später reffen wir aus und laufen mit 6-7 Knoten nach Norden.

Wir haben das Segeln NICHT verlernt – im Gegenteil: Wir finden sehr schnell zu unserer Routine zurück und haben so bis zur Ansteuerung von Fort de France auf Martinque sogar Zeit für andere Dinge, wer hätte das gedacht?

Die Ansteuerung selbst erfolgt hart am Wind – also Schwenkkiel raus und Höhe machen! Läuft super und der STORMVOGEL hat spürbar Freude an der schnellen Fahrt. Wir schieben zwar ordentlich Lage, aber das Gangbord bleibt trocken. Zwei Ankerlieger sind im Weg – den ersten passieren wir noch gut vor dessen Bug, beim zweiten wird der Raum etwas knapp und wir beschließen, die Segel zu bergen und die restlichen 1,5 Seemeilen zum Ankerplaz unter Motor zurück zu legen. Werden die Battterien wengistens wieder geladen.

Es ist so schön, wenn alles funktioniert, wie es soll!!!

Das Ankerfeld ist noch recht leer – so finden wir auf Anhieb einen Platz und der Anker hält ebenfalls direkt – Abschluss eines wirklich perfekten ersten Segeltags im Jahre 2013.

3) Der Landgang

Am Montag gehts es zum Großeinkauf in einen wirklich großen Carreefor – mit dem Taxi. Die Ertwarungshaltungen sind unterschiedlich – während die einen auf günstige Preise hoffen erwarten die anderen, endlich die Lebensmittel zu ergattern, die man schon lange vermisst hat.
Und es stimmt schon – faktisch sind wir wieder in Europa. Das Sortiment könnte niemand unterscheiden und selbst unser Mobiltelefon mit Pre-Paid ALDI TALK meint „Willkommen in der EU!“ 😉

So kaufen wir erst mal jede Menge Getränke….:

…und bringen die mit dem Dingi an Bord – schweißtreibende Arbeit bei 32°C – aber an Deck stets eine angenehm kühlen Briese. Dieses Wetter ist einfach klasse!

4) Die Abgründe
Am Nachmittag dann zu Fuß eine kleine Stadtbegehung. Der Kontrast zwischen Alt und Neu könnte kaum größer sein – schade, das es offenbar an Geld fehlt, das Alte zu bewahren. Das, so könnte man glauben, mag daran liegen, das die WALL STREET aus Kostengründen ihren Hauptsitz aus New York nach Fort de France, Martinique verlegt hat:

Dieser Umzug hat offenbar die „Investoren“ verunsichert. Es wird weniger investiert, vor allem aber halbherziger. Es kommt weniger Geld zusammen und ganze Viertel werden mit Einkaufszentren einfach kaputt saniert:

Und, wer hätte das gedacht? Ehemals angesehene deutsche Versandhändler haben, pardon, hatten, hier ihre Depandance. Ob es NECKERMANN ohne karibische Kolonie besser gegsangen wäre?

(BTW: Schade um die teilweise sehr guten Leute, im fernen Frankfurt)

Aber immerhin hat es für Herren Mc Donnald hier zu einem „Restaurant“ im Schatten der Kirche gereicht:

Allein, was soll diese Betrachtung?

Der Rubel rollt, wie er will und ein jeder strampelt sich in allen Ecken der Welt ab um sein Leben bestreiten zu können – einige strampeln mehr, andere weniger.

Ich sitze derweil im Cockpit des STORMVOGELS, trinke meinen Sundowner und gnieße den Aus- und Augenblick:

Cheers!

Peter.

P.S.:

Ach, es gibt weitere Bilder:

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