Zwei Ausflüge und vier T-Shirt’s

Unser erster Ausflug führte uns am 30. Dezember 2012 per Dingi (Schlauchboot) in die Bucht von Rodney Bay. Wir wollten den Berg (…OK, Hügel) von Pigeon Island erklimmen. Das haben wir auch geschafft, obwohl uns die Höhenluft und die Hitze zu schaffen machten 😉

Dafür haben wir dann aber auch einen sensationellen Blick auf „unsere Bucht“ bekommen:

Links erkennt man mit den roten Dächern das Luxus-Hotel „The Sandels“ und rechts daneben mit braunen Dächern „unser Weihnachts-Lunch-Hotel“ „The Landings“.

Nach dem Abstieg bedurfte es unbedingt einer Stärkung – im urigsten aller Restaurants, die wir (…wie auch andere) bisher hier entdeckt haben: Das Jambe de Bois liegt am Fuße des Hügels, direkt am Strand.

Am Samstag zuvor, (29. Dezember 2012) waren wir per Nachbarbarschafts-Bus in geheimer Mission in der Hauptstadt Castries:

Das Bus-System hier ist genial einfach:

Kleinbusse mit 12-15 Sitzplätzen (kein Gepäck möglich!) pendeln extrem häufig auf festen Linien. Tagsüber kommt so alle 2-5 Minuten einer vorbei. Man steigt erst mal ein und ruft dann kurz vor dem gewünschten Ausstieg „Bus Stop“, steigt aus und zahlt Cash an der Beifahrertür. Für die Fahrt nach Castries (ca. 20 Minuten) gerade mal 2,50 Estern Caribean Dollar – also weniger als ein Euro. Bus fahren ist aber auch wirklich das einzige hier, was günstig ist 😉

Nun denn, die geheime Mission: Eine neu gewonnene Freundin hat in den kommenden Tagen Geburtstag und wir wollen ein originelles Geschenk herstellen lassen. Dazu kam uns ein T-Shirt mit speziellem Aufdruck in den Sinn. Also geschwind gegoogelt und die „PRINT FACTORY“ in Castries ausfindig gemacht. Die haben T-Shirts und werden ja wohl auch drucken. Von GOOGLE MAPS den Stadtplan abgemalt – los gehts!

Den Laden auch schnell gefunden, doch oh Wunder, die bedrucken gar keine T-Shirts.

Das mache ein anderer…

Also ein paar Blocks um die Ecke und beim Eintritt in den Laden sehen wir auch schon zwei Leute, die fleißig T-Shirts bedrucken…aber nur mit vorgefertigten Sprüchen und Logos. Wenn man was individuelles haben möchte, muss man in einen anderen Laden, dort die Vorlagen drucken lassen und dann wieder zurück kommen.

OK, die Aufgabe ist uns heilig, also in den anderen Laden.

Mittlerweile schüttet es aus Kübeln, miefige Schwüle breitet sich in den Straßen aus, wir sind pitsche Naß und wir haben Sorge, das die Geschäfte am Samstag früher schließen.

Der Laden ist irgendwie der Kirche angegliedert und eher ein Internet-Cafe. Das Gebäude und die „Eingangstür“ sehen wirklich nicht so aus, als ob da ahnungslose Touristen rein gehen sollten. Im Laden dann viele „Gottes-Sprüche“ und, wer hätte das gedacht, Obama Poster an der Wand. Der Manager sieht mich schief an und meint, so nass komme ich nicht an seine Internet-PC´s. Das wolle ich auch gar nicht, ich bräuchte Druckvorlagen für T-Shirts. Er kennt die ARC und lacht sich tot, als er den Sinn der Sprüche erkennt…

…OK, bezahlen, wieder zurück in den Druckladen. Die Druckvorlagen sicher in einer Plastiktüte verstaut damit die kostbaren Dinger nicht nass werden. Und damit keiner der handelnden Personen beleidigt ist, haben wir uns entschieden, vier T-Shirts herstellen zu lassen – also brauchen wir vier weiße Shirts in unterschiedlichen Größen.

Die „Randgrößen“ (Fachjargon aus der Textilbranche. Gemeint sind die ungewöhnlich kleinen und großen Größen…) hat der Druckladen leider auch nicht, also kurz über die Straße in den nächsten Laden und vier weiße Shirts in den vier gewünschten Größen beschafft.

Nun, ENDLICH, der Druck. Aber was ist das? Es fehlen zwei Rückseiten-Vorlagen.

Verzicht oder Zurück?

Nix Verzicht, hier wird Qualität hergestellt. Zwar nicht MADE IN GERMANY aber MANAGED BY GERMANY.

Zurück zum Druckladen, die Vorlagen stehen noch auf dem Monitor, es geht viel schneller und gelacht wird auch nicht mehr.

Jetzt, jetzt, jetzt der Druck: Lässig positionieren die „Drucker“ die Vorlagen auf den T-Shirts, einmal das Riesenbügeleisen drauf gedrückt und ja, geschafft!

Der Vormittag ist mittlerweile komplett rum, wir sind vom laufen und vom Klima völlig platt und wollen nur noch zurück…

Die Spannung auf die T-Shirts dürfte nun genügend aufgebaut sein…

…und weil es sich ja um ein persönliches Geschenk handelt hier der Link auf die Website der Beschenkten mit dem Arbeitsergebnis (unterhalb des Titelbilds).

(Übrigens: Die coole Blondine im Dingi ist wirklich Heidi!)

Am Freitag, den 4. Januar 2013 dann der zweite Ausflug mit Penny und Peter – einem weiterem englischen ARC-Segelpaar. Mit Peter hatte ich mich während der ARC um den Pokal des schlechtesten Skippers beworben…

Zusammen chartern wir einen Taxibus samt Fahrer und der bringt uns zu allen nennenswerten Sehenswürdigkeiten auf St. Lucia. Wir sehen zwei botanische Gärten, die Pitons, ein paar Dörfer, in denen man wohl besser nicht aussteigt, einen Vulkan, zwei Wasserfälle und die ortsansässige Rum-Destille (incl. einer Rumverkostung von 20 (!) verschiedenen Sorten).

Der Fahrer besteht darauf, das wir das Schlammbad im Vulkan genießen – aus irgendwelchen Gründen gibt es keine Bilder davon, aber ich schwöre, wir alle vier waren drin…

…vom Bade im Wasserfall aber sehr wohl. Hätte nicht gedacht, das Wasser so schwer sein kann, wenn es aus ein paar Metern herunter fällt 😉

Tja, und dann war da noch die Geschichte mit „Stairway To Heaven“.

Segelfreund Lutz S. bestand als Replik auf „Shine On You Crazy Diamond“ darauf, das „Stairway To Heaven“ von Led Zeppelin auf der Morgenwache gegen 4 Uhr auch ganz gut käme…

…das mag durchaus sein, wir stiefeln jedenfalls am helllichten Tage mit unserem Guide durch den Urwald so dahin und dann, plötzlich und unvermittelt taucht (völlig ohne Musik!) folgendes Hinweisschild auf:

Ich habe echt keine Ahnung von Led Zeppelin – aber ich glaube, es singt/sang dort Robert Plant?

Ob der diese verborgene Treppe im Urwald von St. Lucia meinte?

Peter.

P.S.: Alle Bilder wurden erstmal einer manuellen Nachbearbeitung bezüglich Farbe, Kontrast und Helligkeit unterzogen – vielleicht eine Spur zu kräftig?

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