5. und 6. Seetag – 1. Advent auf See

Mittlerweile fühlen wir uns einsam auf dem Teich. Sah´ man bisher des Nachts noch mal ein Toplicht eines anderen Dampfers oder hörte UKW Funkrufe ist es nun wirklich still hier.

Seevögel nur sehr vereinzelt – dafür recht große Wellenberge die unsere Schiffsschaukel in Bewegung halten.

Damit die Rollbewegung unseres Dampfers nun noch etwas intensiver wird und wir stets daran erinnert werden, wo wir sind, hat sich der Stormvogel mal was neues einfallen lassen:

Seit gestern fahren wir mit eingezogenem Schwingkiel – der fing auf einmal an Geräusche zu machen. Die fällige Bilgenkontrolle ergab ca. 10 Liter Seewasser. Vermutlich durch die Dichtungen bei der Bewegung im Wasser diffundiert. Nach telefonischer Rücksprache mit der Werft Schwingkiel eingefahren. Die heutige Kontrolle ergab nur noch sehr wenig Wasser. Wohl kein Grund für einen Abbruch. Müssen wir natürlich im Auge behalten.

Wie unsere Geschwindigkeit auch!

Wie einige zu Recht bemerkt haben, werden wir langsamer. Wir fahren nur noch mit dem großen Vorsegel („Yankee“) weil uns das bei den Wind- und Wellenverhältissen am schlausten erscheint. Dennoch treibt mich der Gedanke um, schneller werden zu müssen. Aber ich scheue die permanente Arbeit mit dem Großsegel. Gestern früh´ zwischen 3 und 9 Uhr passierten uns mehrere Regenfelder mit ordentlich Wind und heute zwischen 8 und 10 Uhr ebenfalls. Wenn man schnell sein will, muss man am Ball bleiben (war schon immer so!) und auf Schlaf (wenn man das gedöse so nennen kann) verzichten.

Derweil passieren in der Kombüse merkwürdige Dinge: Gestern sollte es Hamburger geben – doch die Hamburger-Brötchen sind und bleiben verschollen! Wer die wohl des Nachts vernascht hat? Aber Heidi kann ja gut improvisieren und so gab es Hamburger auf/mit Toast. Für heute stehen Stampfkartoffeln (…bei der Schaukelei könnten das ja auch Schwenkkartoffeln werden…) mit Möhrengemüse und Bratwurst auf dem Plan. Ich werde aus Sicherheitsgründen im Cockpit sitzten und die artistische Showeinlage am Herd wohl verpassen.

Die Liste der ARC Abbrecher wird länger. Mit großem Bedauern habe wir von dem Leck in der Ruderanlage der MODUS VIVENDI gelesen. Die Norweger gehen wohl jetzt auf die Cap Verden zur Reparatur. Zum Glück hatte er sich in Las Palmas auch eine HYDROVANE (Windfahne, gleiches Modell wie unseres) montieren lassen und können nun damit steuern. Obwohl ich ja nun auch kein Experte bin, konnte ich ihm immerhin ein paar einfache Anfängertricks für das Teil weiter geben ;-))

Peter.

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