half way down to Madeira

Die zweite Nacht im Atlantik auf dem Weg vom portugiesischen Festland zur berühmten portugiesischen Insel Madeira.

Das Meer ist ruhige als gestern – der Wind ist fast weg. Man kann das Meeresleuchten im Meeresschaum bewundern, oder die Augen in die Höhe richten und den unvergleichlichen Sternenhimmel bewundern.

Ich mache letzteres und lasse diesen Montag, den 16. Oktober 2012 Revue passieren:

Die Nacht war anstrengend, aber wir haben unglaublich viele Meilen gut gemacht. Das Etmal (als die Distanz, die man in 24 Stunden zurückgelegt hat) war 135 Seemeilen.

Dann kam, was angesagt und womit wir gerechnet hatten: Sehr wenig Wind – keine Flaute. Als wir weniger als 4 Knoten liefen war klar: Motor an.

ER SPRANG ABER NICHT AN!

Der neue Motor.

Die Anzeige der Motorsteuerung zeigte „Low Battery“ an und der Anlasser schaffte es nicht, den Motor zu drehen.

Wie kann das sein? Der Motor und der Generator haben jeder eine eigene Starterbarterie aus dem kein anderer Verbraucher Strom ab-zwacken darf.

Beim Dritten Versuch bleibt die Motorsteuerung auch tot. Oh je. Zwar nicht mitten im Atlantik, aber doch schon recht weit draußen.

Die MAUNIE steht in der Nähe – also Krisenbesprechung über UKW. Mit einem selbst gebastelten Überbrückungskabel leiten wir Strom aus den Service-Batterien (für Kühlschrank, Navigation etc.) in die Startbatterie – die Motorsteuerung bleibt stumm und der Motor entsprechend auch.

Den Helferkreis auf Die Niederlande (HUTTING Werft) und Spanien (Davila Sports) via Satelliten Telefon ausgeweitet.

Keine neuen Ideen.

Wir nehmen das Schleppangebot der MAUNIE zwar sehr gerne an, aber mit schwerem Herzen. Jetzt haben wir Graham und Dianne auch noch in unsere Pannenprobleme mit rein gezogen… Graham stellt die Schleppverbindung her und schon laufen wir ca. 50 Meter im Kielwasser der MAUNIE hinterher. Das geht nur mit Handsteuerung – Heidi übernimmt das Ruder.

Ich wühle unter Deck alles auf und durch. Aufgeben geht nicht und wir können uns unmöglich von der MAUNIE die nächsten beiden Tage durch dieses Gebiet mit wenig Wind schleppen lassen.

So entdecke ich im Kartentisch einen Schalter der mit „Motor“ beschriftet ist. Ich öffne den Schaltkasten und finde darin einige Starkstromsicherungen alter Bauart. Der Aufbau ist einfach und ich finde die „Hauptsicherung“ für den Motor. Das Voltmeter meint, da geht kein Strom durch, bei den anderen Sicherungen hingegen schon.

Zum Glück haben wir so ein Ding an Bord – ich hatte die bei der alten Ausrüstung gesehen und behalten – aber keinen Verdacht, wofür diese Sicherungen eigentlich sind.

In der Zwischenzeit hatte ich Starterbatterien von Motor und Generator vertauscht – damit sollte der Motor nun genügend Strom bekommen.

Die Motorsteuerung ist wieder mit Leben erfüllt, meint aber immer noch Low-Battery. Also trenne ich von der Startbatterie die aufwendige Lade-Verkabelung und irgendwie quält sich der Motor über die ersten Umdrehungen, dann läuft er! (Hurra!)

Vier Menschen in zwei Booten auf dem Atlantik fällt ein Stein vom Herzen!

Wir setzen notdürftig alle demontierten Teile wieder zusammen, lassen den Motor natürlich laufen und trennen dann die Schleppverbindung.

Das alles geschah´ in der Zeit von 09:30 Uhr bis 17:00 Uhr.

Seit dem motoren wir mit eigener Kraft Richtung Madeira.

Ich weiß noch nicht, was ich mache wenn der Wind am Mittwoch wieder zurück kommt…

…vermutlich Motor aus und Starterbatterie abklemmen damit sie nicht von anderen Verbrauchern leer gesaugt werden kann. Das wird soweit ich weiß normalerweise über eine Trenndiode sichergestellt, aber vielleicht ist die ja kaputt gegangen?

Auf jeden Fall haben wir also nun ein Stromproblem.

Hört das nie auf?

Peter.

Ein Gedanke zu „half way down to Madeira“

  1. Au Weiha! Da habt ihr ja wirklich zu kämpfen.

    Gute Nachricht: Passiert das in St. Lucia, dann warten dort die „Starter“-Boote auf die Regatta-Teilnehmer, die auf solche Dinge spezialisiert sind.

    Tipp: Sollte das auf Gran Canaria passieren, so könnt ihr den Service ja schon mal ausprobieren und die Regatta-Leitung anfunken. Die helfen bestimmt.

    Ich bin in Gedanken mit Euch und war es, als ich heute auf dem Hudson segeln war.

    Herzlichen Gruß aus einer anderen Zeitzone,
    METABO.

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