Bayona (Spanien) – Viano De Castelo – Porto – Nazare (Portugal)

Im Eiltempo nach Süden – jedenfalls soweit es das Wetter zulässt.

Wir verlassen am Dienstag (09/10/2012) Bayona mit der BELLA um eine kurze Etappe nach Viano De Castelo in Portugal zu machen. Anfangs der Versuch zu segeln, aber die Vorhersage erfüllt sich und so motoren wir die 30 Seemeilen. Immer schön im NANNI-Schongang, schließlich wollen wir den neuen Motor ja ordentlich einfahren. Wir brauchen oft das Radar, der Seenebel ist dicht und nass, am Abend kommt versöhnlich die Sonne raus. Schnell in den Supermarkt um etwas Leckeres für das Abendessen zu entdecken und dann in die Koje. Die Stadt und die Umgebung hätten bestimmt mehr verdient, aber für uns reiner Transit-Hafen. Auf diesem Törn gibt es wieder Delphine und Heidi gelingt folgender Schnappschuss:

Am Mittwoch, 10/10/2012 weiter nach Porto. Ähnliches Wetter. Trüb, kühl, und leichten Gegenwind. Also wieder Motor für 38 Seemeilen. Entgegen allen aktuellen Unterlagen verfügt Porto über eine nagelneue Marina. Die Steganlage kann bereits benutzt werden, die Sanitäreinrichtungen bestehen aus nicht so schönen Containern – aber am Hauptgebäude wird fleißig gebaut. Auch hier könnte man durchaus ein paar Tage verweilen – wenn einem das Herbstwetter nicht jede Minute daran erinnern würde, wie spät es im Jahr bereits ist.

Die Segelhandbücher nennen Juli und August als Beste Jahreszeit für dieses Revier, September sei schon spät und Oktober, na ja.

Bemerkenswert ist die lange Nacht: Es wird hier im Moment Morgens erst gegen 8:30 Uhr hell und dunkel ist es schon wieder um 20:00 Uhr (deutsche Zeit. haben wir immer noch als Bordzeit). Und „dunkel“ meint „stockfinster“.

In Porto trennen sich zunächst die Wege der BELLA und des STORMVOGELS – die BELLA Crew möchte direkt von Porto aus nach Madeira aufbrechen, wir wollen weiter nach Süden um mit Chance noch die MAUNIE in Nazare zu treffen.

Die 100 Seemeilen nach Nazare nehmen wir in einem Rutsch in Angriff. Der Wind ist auf West herum und soll auf Nord gehen, also optimal für uns!

Wir brechen am Donnerstag Mittag (11/10/2012) in Porto auf – der Abschied von Ulrike und Matthias fällt nicht leicht. Selten in besch…. Situationen so viel gelacht. Und: Bier beruhigt!

Unser STORMVOGEL läuft mit Halbwind (also den Wind genau von der Seite) super, am frühen Abend laufen wir 7 Knoten und ich male mir schon aus, wie wir langsamer werden können – ich möchte Nazare nicht im Dunkeln erreichen. Die Nacht bricht an, der Wind geht weiter auf Nord und wir fühlen uns leider sehr an den ersten Biskaya Tag erinnert. Der Dampfer rollt wie blöde, alles klödert und klappert und unser verdrängter Feind (Seekrankheit) macht sich wieder bemerkbar…wir haben nichts vorher genommen. Wie dumm kann man nur sein?

Gegen Mitternacht geht der Wind etwas zurück und in der starken Dünung rollen wir noch mehr und die Segel schlagen als gäbe es dadurch mehr Wind. Diese Durststrecke hält bis 4 Uhr an, dann legt der Wind wieder zu und die Segel stehen wenigstens wieder! Aber wir sind viel zu schnell – wir wollen unser Ziel in der Dämmerung erreichen. Also die Vorsegel eingepackt, „mist“, immer noch knapp 5 Knoten. Solche Probleme muss man ja wohl erst mal haben.

Dann, inmitten absoluter Dunkelheit und Einsamkeit ein UKW Anruf auf Kanal 16: Graham von der MAUNIE kann nicht schlafen und hat auf dem AIS unser Signal entdeckt. Kurzes Briefing – der Hafen ist auch bei Dunkelheit super zugänglich. Also weiter und auf Grahams Einschätzung vertrauen.

Und so landen wir heute Morgen um 7 Uhr völlig erschöpft nach 101 Seemeilen und 17 Stunden in Nazare. Und was sollen wir sagen – wieder eine tolle Stadt, der man mehr Zeit widmen müsste…

(Motivsuche: Heidi; Auslöser: Peter)

Peter, mit Freigabe durch den Kommunikationsoffizier Heidi.

Hier noch ein paar weitere Bilder:

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