Zur Lage III

Da sitzen wir nun immer noch in Vigo, das Wetter ist wieder viel Besser (Sonne pur), aber so richtig heiß wird es schon nicht mehr. Nur noch 22°C. (seufz). Auch hier gibt es sowas wie Herbst.

In der letzten Woche haben wir am Mittwoch entschieden, einen sofort lieferbaren neuen Motor zu bestellen. Ebenfalls ein NANNIDIESEL (N4.85) Dieser sollte am Freitag hier eintreffen und dann am Wochenende eingebaut werden. Allerdings kommt der neue Motor ohne Getriebe. Da soll laut NANNI unser altes passen. Na denn…

Tja, den ganzen Freitag beim Boot verbracht und gemäß Murphys Law („was schief gehen kann geht schief“) kam natürlich kein Spediteur und somit auch kein Motor. Am Nachmittag dann ein paar hektische Telefonate…angeblich habe die Maschine das Lager in Bilbao verlassen, aber der Spediteur kennt den Vorgang gar nicht. Somit konnte nicht mehr geklärt werden, wo das Teil steckt.

Und wir verlieren das Wochenende – denn kein Motor, kein Einbau.

ODER

Wir bekommen ein freies Wochenende geschenkt!

Wir verbringen relativ viel Zeit mit der deutschen Crew der BELLA. Die liegen ebenfalls fest: Deren Motor ist nicht mehr fest auf dem Fundament verschraubt und so kann man nicht weiter fahren. Leidensgenossen…

So versuchen wir es gut gehen zu lassen….und was soll ich sagen.

WIR LASSEN ES UNS GUT GEHEN!

(…wenn dann nicht doch mal im Hinterkopf der Gedanke aufkeimt, das wir dringend weiter nach Süden müssen. Das Wetter wird hier oben nur noch schlechter werden und es ist noch weit bis Gran Canaria…).

Also, wie lässt man es sich gut gehen  wenn man zur Untätigkeit verdammt ist?

Zunächst am Samstag ein Ausflug mit dem Auto an das Cabo Del Home. Dort haben wir eine tolle Landschaft und einen super-Strand entdeckt. Und wie üblich bei einer solchen Gelegenheit war EINER von uns schwimmen (brrrrrrr).

Dann am Abend ein Anruf der BELLA Crew – „vier alle“ sind auf eine Kostümparty eingeladen. Ein Freund des Motorenmechanikers Juan gibt eine Party. Öh, Kostüme? OK, dann gehen wir eben als deutsche Segler verkleidet!

Und so landen wir gegen 22:00 Uhr irgendwo zwischen Vigo und Bajona auf einer (glauben wir) Geburtstagsfeier mit Live Musik, Schnittchen, Bier, Wein und was man sonst noch so trinken kann.

Und auch in diesen folgenden vier Stunden gelingt es die technischen Sorgen zu verdrängen.

Der Stormvogel ist im Moment halt nur ein Boot ohne Motor. Mehr nicht. Er steht hoch, trocken und sicher an Land, es kann ihm und uns absolut nichts passieren. Das muss ich mir im besonderen klar machen! Heidi  bleibt wie üblich recht gelassen…reicht wohl, wenn  einer manche Nacht nicht mehr durch schläft und zu rechnen beginnt.

Wir sind gesund, ich kann seit Freitag Nacht das neue Marillion Album „Sounds That Can’t Be Made“ hören, wir können das Hotel bezahlen,Bier und Rotwein kaufen, tagsüber scheint die Sonne auf uns, wir können mit dem Auto die Gegend erkunden, feiern gerade irgendwo spanischen Kostümgeburtstag und erhalten prompt auf der Party von einem anderen spanischen Paar eine Einladung zum Mittag für den Sonntag. Any questions? What else?

Soviel zur aussichtslosen, niederschmetternden Lage am sonnigen Sonntag dem 30. September 2012 bei 21°C am Hotelpool.

Peter, mit Freigabe durch den Kommunikationsoffizier Heidi.

Hier die Bilder:

 

 

2 Gedanken zu „Zur Lage III“

  1. Das Wochenende ist ja wohl weder verloren, noch geschenkt. Es ist ein Teil Eurer „Entdeckung der Langsamkeit“ und damit Eure Reise zur Ruhe und Gelassenheit. Der Motor wird kommen und „Metabo“ wird den richtigen Wind finden.

    Die Kostüme sind ja wohl in der Kategorie spektakulär und die Party war mit spanischer Live-Gitarrenmusik bestimmt ein Knaller! Und über Strand und Wetter gibt es nur die Worte „genial“, wenn ich das mit hier in Deutschland vergleiche. Wartet ein paar Tage, wenn ihr Richtung Portugal unterwegs seid, dann wird alles wieder wärmer. Packt die kurzen Hosen bloß nicht weg!

    Viel Spaß und viele Grüße an Nanni.
    Euer Metabo

  2. Wie weit ist das eigentlich bis zu den Canaren?

    Vigo – Lissabon: ca. 240 sm
    Lissabon – Essaouira (Marokko): ca. 420 sm ( 660 sm)
    Essaouira – Gran Canaria: ca. 320 sm (980 sm)

    Bei einem Etmal von ca. 100 sm pro Tag sind das 10 Tage + Pause zwischendurch + Puffer = 20 Tage.

    Also (noch) reichlich Zeit 😉

    Lieben Gruß,
    Metabo

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