Vigo, Freitag den 14. September 2012, Teil 1

Am vergangenen Freitag haben wir in Vigo viel bewegt. Teil 1 beschreibt die Situation des „Stormvogels“, Teil 2 unsere Reise nach Malaga.

Nach dem wir mit dem Motor seit Qussant ja eigentlich keine ernsthaften Probleme mehr hatten (…er wurde ja nicht mehr ernsthaft gefordert) hätten wir eigentlich so weiter segeln können.

Aber ich denke, wir können dieses Überhitzungsproblem nicht einfach aussitzen (…wie man generell sowieso Probleme nicht aussitzen kann) . Je weiter wir nach Süden kommen, um so schwieriger wird es sein, adäquate Reparaturbetriebe zu finden.

Im Reeds Almanach (ein elendig dickes Handbuch das alle Küsten und Häfen von Dänemark bis Gibraltar beschreibt) wurde Vigo als guter Ort für Reparaturen beschrieben. Also haben wir (…ok, ich) beschlossen, diesen Hafen für eben solche zu nutzen.

Als ehemals guter Projektmanager versuchte ich nun die Reparaturen und den von Heidi (unbedingt) gewünschten Ausflug nach Malaga (siehe Teil 2) unter einen Hut zu bringen – in einem Tag.

Also Morgens um 9:00 Uhr ins Marina-Büro und auf den Manager Ramon gewartet – der erschien um kurz vor 10:00 Uhr und nahm sich sofort Zeit für uns. Spätestens als er „neuer Motor“ hörte war jede nur erdenkliche Motivation vorhanden…

…kurze Zeit später sitzen Ramon und der Motor-Experte Juan bei uns an Bord und sehen sich das Sorgenkind an. Ich erzähle (in Englisch) was wir bisher alles unternommen haben. Ramon hört zu und übersetzt ins spanische für Juan. Dieser gibt klar zu verstehen das ihm das Herz bluten würde diesen schönen Motor ohne Reparaturversuch aufzugeben. Merkwürdig: So haben alle anderen Mechaniker auch argumentiert.

Im Laufe der dreisprachigen Diskussion (Heidi will zwischendurch auch noch was wissen) entsteht folgender Plan:

1) Wir setzen am Nachmittag den Stormvogel in die Nähe der Werkstatt an Land

2) Ein Holz/Möbel Mensch sieht am Samstag zu, wie man den Niedergang sauber raus – und später wieder rein bekommt. Nur dann wird man den Motor gut ausbauen können.

3) Montag/Dienstag kommt der NANNIDIESEL raus und geht in die Werkstatt. Die haben da auch die Möglichkeit des „unter Last laufen lassens“ und wollen „im Labor“ untersuchen, wieso die Kiste heiß läuft.

4) Wenn wir Mitte der Woche keine Ursache / Fehlerbehebung sehen können, wird ein ein neuer Motor bestellt. Vermutlich wird es der spanische Hersteller SOLE DIESEL werden. Dieser baut, wie im übrigen NANNIDIESEL auch, auf japanischen Industriemotoren auf und rüstet diese für den Betrieb auf Booten „nur“ um.

Tja, und dann ging alles ganz schnell. Wir waren über Mittag kurz am Flughafen Vigo um den Mietwagen zu holen und um 15:30 Uhr haben wir unseren Dampfer gekrant. Zunächst vorwärts in den Trave-Lift, passte aber nicht wg. der Vorstags (…da sind unsere Vorsegel dran befestigt). Also rückwärts. Ein Metallgestell in das man das Boot hätte setzten können haben die in Vigo nicht – unser Dampfer wird wie althergebracht mit Holblöcken aufgepallt:

Heidi bekommt bei der Aktion die Kriese – ich bin recht zuversichtlich: Die Marineros machen das offensichtlich nicht zum ersten Mal und einige andere Boote stehen auch so in der Gegend herum.

Meine einzige Sorge ist die Sicherheit des Bootes in Bezug auf Diebstahl. Ramon beruhigt mich: Die Marina und das Werftgelände werden von einem Sicherheitsdienst 24 Stunden pro Tag überwacht, es gibt Video-Überwachung und Zutrittskontrollen. Die verhindern später kurzzeitig, das wir VOM Gelände kommen 😉

Nachdem das Boot ordentlich aufgeklart ist und wir unsere Sachen für unseren Ausflug gepackt haben brechen wir gegen 17:30 Uhr Richtung Malaga auf. Den Bootsschlüssel hinterlassen wir wie verabredet bei den Marineros…wir sind sehr, sehr gespannt, was uns bei unserer Rückkehr am Donnerstag erwartet…

Peter.

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