Endlich im Ohr! MARILLION F.E.A.R.

Hey Mann, immer mit der  Ruhe!

SIE wird schon kommen.

Das haben DIE doch versprochen.

Schon vor langer Zeit.

Vor mehr als einem Jahr haben DIE versprochen, das SIE kommen wird.

Am 23. September 2016 sollte SIE da sein.

Schlappe vier Jahre nach IHRER Vorgängerin soll SIE nun die Nachfolge antreten.

Vier Jahre.

Es soll ja Menschen geben, die in vier Jahren um die Welt segeln und sich so das Warten erträglich machen.

Tja, was soll ich schreiben?

SIE ist nicht gekommen!

Das ist sehr schade. Ich habe mich doch so auf SIE gefreut.

Nun denn, selbst ist der Mann!

Auf in den nächsten MEDIAMARKT um nach zu sehen, ob SIE denn vielleicht dort ist?

Ja, tatsächlich da liegt SIE!

Prominent positioniert, hübsch anzusehen, verführerisch in Gold-glänzed.

Soll ich SIE mit nehmen?

Vielleicht hat der Postbote SIE ja gerade doch noch gebracht?

Scheiß drauf.

Its only fucking money.

Also habe ich SIE mit genommen. Habe ich eben zwei.

Besser zwei als keine.

In 40 Sekunden habe Sie zum ersten mal durch gehört.

Mann, bin ich froh´, das ich SIE gerade mit nach Hause genommen habe.

SIE ist so toll. SIE ist so schön. SIE ist so verdammt gut!

SIE wird mir für die nächsten Monate mit Sicherheit nicht von der Seite weichen.

Ich liebe SIE!

CU IN LONDON, 4.DECEMBER 2016!

Peter.

P.S.:

Ich war gestern, am 23. September 2016, dem Veröffentlichungstermin von MARILLION´s neuer CD mit dem Namen F.E.A.R. (FUCK EVERYONE AND RUN) wirklich etwas geknickt. Der Deutsche Fanclub THE WEB GERMANY hat die Sonderausgabe des MADE AGAIN Magazins rechtzeitig in meinen Briefkasten bekommen – und so die Vorfreude noch weiter angeheizt. Aber kein Paketbote bringt die neue CD.

Der neue Vertiebspartner von MARILLION (PLEDGE MUSIC) sollte es doch eigentlich richten und die vorbestellten CD´s rechtzeitig zu den Süchtigen bringen? Hat wohl nicht sein sollen. Da hilft auch kein Angebot eines Notfall-Download.

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Eine CD ist eine CD ist eine CD. Mit Booklet (dessen Schriftgröße mal durchaus an das Alter der Fans angepasst werden könnte), Hülle und dem Datenträger mit dem heiligen Inhalt.

Eine echte Rezension bekomme ich gerade nicht hin – ich bin eigentlich mit dem Schreiben der Diashow-Texte beschäftigt, die Heidi in der kommenden Woche einsprechen soll. Sehr gut, das ich jetzt beim Schreiben auch die richtige Musik dazu im Ohr habe!

Aber hier kann man was über die CD lesen, bevor man sie kauft 😉

Ein ebenfalls süchtiger.

Noch ein süchtiger.

Kurz vor der Sucht.

Durchaus positiv, aber noch kein bekennender.

Sogar in England!

Beauty Farm, die Erste

(Beauty Farm = Schönheitskur)

So langsam wird es wirklich mal Zeit, das wir von unserem neuen Projekt berichten.

Das Projekt BEAUTY FARM kümmert sich nicht um etwa gealterte Eigner eines Ozeanseglers. Nein, es kümmert sich um den geliebten Ozeansegler selbst.

in der Werfthalle
in der Werfthalle

Das neue Projekt BEAUTY FARM ist voll und ganz unserer Segelyacht STORMVOGEL (KOOPMANS 48 Aluminium) gewidmet. Nach vier Jahren auf See, nach vier Jahren Sonne, nach vier Jahren Salzwasser und manchmal auch nach einigem Rotwein und Bier muss das Boot wieder überholt werden. Jedenfalls, wenn man es schön sein soll…

…und das soll es!

Demontage im Spätsommer
Demontage im Spätsommer

Das ist ja das tolle am Werkstoff Aluminium. Nach 20 Jahren baut man einfach das ganze Boot auseinander, sandstrahlt,  grundiert, spachtelt, lackiert und baut alles wieder zusammen und schon hat man faktisch einen neuen Dampfer. OK, dafür muss man viele Arbeitsstunden und auch einiges Material investieren, aber es ist handwerklich problemlos machbar. Vermutlich werden jetzt Tupperwaren-Fahrer einwenden, das man auch GFK Boote wieder herstellen kann…allerdings wird GFK mit den Jahren strukturell ja einfach nur weich, da ist man wohl doch nahe am Neubau.

Nicht so beim STORMVOGEL! Hier reicht ein Refit (so nennt man das wieder hübsch machen im Schiffer-Jargon).

alle Winschen müssen runter
alle Winschen müssen runter

Mit der Werft haben wir Arbeitsteilung vereinbart. Einfache Zuarbeiterjobs, wie demontieren von Decksbeschlägen oder Bilgen malen machen wir selbst, die echten Bootsbauer-Jobs wie Teak, Lack und Fenster machen die Spezialisten von der Werft.

Bilgen frisch gemalt
Bilgen frisch gemalt

Unseren Job haben wir am Freitag, den 9. September 2016 für beendet erklärt – und der Werft einen fast nackten STORMVOGEL zur weiteren Bearbeitung übergeben. Nun sind wir nur noch Zaungäste und kommen ihn einmal die Woche besuchen…
…und logisch: Bei jeder Schönheitsoperation fließt Blut – so auch auf dem STORMVOGEL. Im Moment sieht er einfach schrecklich aus – optisch schrecklich vergammelt!

Vorschiff: Leibhölzer runter
Vorschiff: Leibhölzer runter

 

Cockpit: Teak komplett runter
Cockpit: Teak komplett runter

 

Alle Fenster raus - alle!
Alle Fenster raus – alle!

 

Aber der Aluminiumkasko ist wie erwartet kerngesund und mit neuer Farbe und überholtem Teak werden die Operationsspuren beseitigt.

In diesem Zusammenhang folgendes Intermezzo:
Von einigen Kaufinteressenten kam das Feedback, das man doch lieber Farbe und Teak komplett entfernen solle und das Aluminiumboot pur fahren sollte. Tja, das könnte man machen, wenn man denn Milchlaster, Containerjäger oder Lotsenboote mag – wir jedenfalls mögen eine klassische Segelyacht im Entwurf von DICK KOOPMAN (senior) mit Teakdeck und Farbe.
Ferner wurde vermutet, das man mit neuer Farbe so einige Schwach- und Schadstellen einfach übertünchen würde. Tja, auch das könnte man pfuschender Weise so machen – machen wir aber nicht. Wir wollen ein handwerklich 1A ausgeführtes Refit und keine billige „wir wollen ja sowieso verkaufen“ Lackierung, die vielleicht ein oder zwei Jahre hält. Der STORMVOGEL ist eines der best-dokumentierten Aluminiumboote überhaupt – jeder Pfusch wäre öffentlich 😉

Ich sage ja nur, LAGEBERICHTE 😉

Nun denn. Wir freuen uns sehr auf den frischen STORMVOGEL!

Weitere BEAUTY FARM Berichte werden folgen…

Peter.

P.S.:
Für einige ist eine Bordtoilette ja schlicht nur eine Toilette. Für andere, meist sehr erfahrene Segler ist die Bordtoilette die zweit-wichtigste Maschine an Bord, (nach der Hauptmaschine).  Aber auch solchen, letztgenannten Experten ist völlig unverständlich, wie die eine Bordtoilette 140 € kosten kann und die andere knapp 5.000 € (kein Scherz!).

BLAKE Bordtoilette
BLAKE Bordtoilette

OK, wenn man denn den so teuren Thron so in Ruhe zur Überholung demontiert, kommt einem durchaus der Gedanke an eine Raketenabschussanlage. So viele Rohre, Pumpen, Ventile und Dichtungen – hoffentlich bekommen wir das auch alles wieder zusammen! Die Metallteile waren schon beim Sandstrahlen und Pulverbeschichten und sehen schon mal wie neu aus. Die Chromteile werden gerade neu verchromt und dann kommt noch ein neuer Dichtungssatz für schlappe 274 € dazu und schon kann man wieder sein Geschäft verrichten – wenn denn alles dicht ist 😉

Oder sollte man doch lieber einfach fünf Billigtoiletten als Ersatzteile fahren und die einfach durch tauschen?

Aus eigener Erfahrung:
Mit den einfachen Toiletten hatten wir auf dem vorher gefahrenen Serienboot zwei, drei mal Ärger – in jeder Saison! (Also in 5 Monaten). Mit unserem (offenbar irgendwo vergoldeten) BLAKE Edelthron einmal in vier Jahren.

Jetzt aber Schluß!

Für heute.

 

 

 

Farewell und Fair Winds, BELLA!

Nun sind Ulrike und Matthias mit der BELLA also wieder unterwegs…

…aber ganz einfach so abhauen geht natürlich nicht, jedenfalls nicht, wenn man mit uns bekannt ist! Also sind wir mal eben kurz mit dem Auto nach KAMPEN (NL) zur persönlichen Verabschiedung gebrettert. Ganz witzig, so als tiefen-entspannte Heimkehrer hektischen Aufbrechern wertvolle Arbeitsstunden zu stehlen.
Aber es geschah´ ja alles nur zu ihrem Besten – wir führen tatsächlich nur Gutes im Schilde! Wirklich! Schließlich muss man als abgehender Langfahrtensegler auch mal ganz kurz inne halten und runter kommen, gell?

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Nun denn, es musste ein wichtiges Stück Ladung persönlich übergeben werden.

Ein sehr wichtiges, bereits sehr weit gereistes Stück Ladung.

Mehr als 20.000 Seemeilen haben wir mit dem STORMVOGEL dieses kleine, üblicher Weise trost spendende Ladungsgut unangetastet transportiert.

Vor den strengen Augen des Zolls in NEUSEELAND und AUSTRALIEN haben wir es erfolgreich verborgen!

War nicht immer einfach, standhaft zu bleiben und sich nicht, auch nicht auf einsamer Nachtwache, daran zu vergehen.

OK, Heidi fiel es leichter als mir, aber ich schwöre, ich habe es auch nicht angerührt!

Obwohl, eigentlich ist es ja zum Anrühren.

Wir, genauer gesagt ich, selbst ernannter Skipper des zweit-berühmtesten STORMVOGELs der Welt, bekam die Ladung im März des Jahres des Herrn 2013 auf GRENADA in der südlichen KARIBIK von unseren lieben Freunden der MAUNIE OF ARDWALL überreicht. Graham mahnte verhalten zur Vorsicht, Dianne, Frauen sind ja immer pragmatischer, reichte dazu auch noch eine Art Rühr-Anleitung in gebundener Schriftform.

Tja, und nun haben wir das besondere Ladungsgut der tapferen Crew der BELLA übergeben. Ohne Anleitung. Gebeten haben sie nicht darum.

Beide mussten versprechen, es nur im absoluten Notfall anzurühren, beide mussten ob meines Trennungsschmerzes lachen, beiden ist die große Verantwortung für den weiteren Transport durchaus bewusst, beide kennen die Gefahr von überraschendem Besuch, unvorhersehbaren Notfällen und heimtückischen Außerirdischen.

Nur in einem, einem wirklich ganz speziellen Fall ist es ihnen erlaubt, die Ladung zu öffnen:
Im äußerst unwahrscheinlichen Fall einer erneuten Begegnung mit MAUNIE darf die Ladung geöffnet werden – wenn denn dieses höchst unvorstellbare Treffen zweifelsfrei mit einem unretouchierten Foto nachgewiesen wird.

Dann, und nur dann, darf folgende Ladung, deklariert als

WESTERHALL WHITE JACK
Grenada Rum
70Vol%
375ml Flasche

geöffnet werden.

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Dieses schon fast heilige Versprechen gab uns der ebenfalls selbst ernannte Skipper der berühmtesten BELLA der Welt eben selbst an Bord der BELLA im Beisein der vollständig an Deck angetretenen Crew. So geschehen in KAMPEN (DIE NIEDERLANDE) im Juli des Jahres des Herrn 2016.

Im ungewissen Angesicht dessen, was da wohl kommen mag,

Wir freuen uns auf viele Reiseberichte und Fotos!

Farewell und vor allem Fare Winds, BELLA!

Gute Reise, Ulrike und Matthias!

T+29 Bilder-Nachtrag

Einen hab´ ich ja dann doch noch…

…einen Beitrag mit weiteren Bildern (Dank an Holger und Elke!!!) von unserer Ankunft sowie einem Zeitraffervideo aus der Sicht der Ankommenden!

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Einige Begrüßer steckten noch im Stau, andere ließen es sich bereits auf dem Feuerschiff gut gehen und der harte Kern wartete geduldig auf dem Ponton.  So erklären sich denn auch die unterschiedlichen Perspektiven und  Gesichtsausdrücke 😉

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Wir sind am 2. August 2016 nach GLÜCKSTADT gedampft und liegen seit dem vor der Werft im Binnenhafen. Jeden Werktag arbeiten wir entspannt zwei bis vier Stunden am STORMVOGEL. Alles, was wir selbst demontieren können, haben wir schon abgeschraubt. Jetzt malen wir noch die Bilgen und dann geht es Anfang September aus dem Wasser und die Werft übernimmt den Dampfer zwecks Neulackierung und Teak-Überholung.
Sicherlich kommt irgendwann in diesem Jahr noch ein kleiner Lagebericht zu diesem neuen, „beauty farm“ genannten Projekt.

Hier also das Video:

 

Auf der Fahrt Elb-Abwärts konnten wir den Super-Containter-Jäger EUGEN MAERSK  beim Auslaufen aus dem Hamburger Hafen beobachten. Was für ein Klopper!

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Das Schwesterschiff (EMMA MAERSK) hatte 2013 tatsächlich ein Leck, der Maschinenraum ist abgesoffen…ja, hatten die denn kein Zement an Bord?

Peter.

Hochsee-Fischen

Es hat nur sieben Monate gedauert.

Also gerade mal bummelig 210 Tage.

Oder gute 5.000 Stunden.

Aber merke: Wartezeit ist nicht gleich Arbeitszeit!

Hier ist es also, das ultimative Hochsee-Angeln Video das während unserer Crew-Zeit auf MV SOUTHERN STAR im JANUAR 2016 auf dem Weg nach BARBADOS entstanden ist.  Es gibt auch noch einen zweiten Teil, aber der ist wegen des vielen Blutes eher FSK18 – den Link dazu sende ich gerne auf eMail Nachfrage zu 😉

Aber hier erst mal gute Unterhaltung mit Teil 1:

T+1 oder der Tag danach

…ohhh diese Kopfschmerzen!

Heidi meint, wie doof denn meine Mixtur aus Bier, Rum (echt BARBADOS – MOUNT GAY) und später denn Wein gewesen wäre…wieso sagt sie das hinterher? Oder hat sie was gesagt und ich habe nicht zugehört? Auch noch Erinnerungslücken…der Anfang vom Ende!

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Tja, und Ende ist jetzt.

Pünktlich sind wir am Samstag, den 30. Juli 2016  um 13:00 Uhr im CITY SPORTBOOTHAFEN zu HAMBURG eingelaufen. Mit Sonnenschein. Unglaublich!

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Die Crew der VOYAGER hat uns vorher auf der ELBE abgefangen und eskortiert – zwei wirklich weitgereiste Boote wühlen sich routiniert durchs kabbelige HAMBURGER HAFEN Fahrwasser als wäre es das normalste auf der Welt.

Es ist tatsächlich so: In HAMBURG Einlaufen ist was ganz besonderes!

Nach meiner Rechnung sind seit unserer Abreise am 14. Juli 2012 genau 1.478 Tage vergangen – erstaunlich, das nach so langer Zeit noch Menschen zur Begrüßung kommen. Und das wir uns Gegenseitig sogar noch erkennen! Trotz grauer Haare hier und da, Körperfülle und Brillengestelle. Unglaublich, aber wahr.

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Liebe Freunde aus Berlin, Bremen, Hamburg, Köln, Hilden, Rheda-Wiedenbrück und, natürlich, Elmshorn (!!!)  haben keine Mühe gescheut, uns zu begrüßen. Wir fühlen uns geehrt! Vielen, vielen lieben Dank fürs kommen!

So verbringen wir einen sehr schönen Nachmittag am Steg und der Alkohol hilft vorzüglich dabei, das Ende der Reise zu verarbeiten.

Tja, und Ende ist eben jetzt.

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Dies ist er also. Der letzte Beitrag in unserer Blog-Kategorie „Projekt: Lange Reise“ – denn die Reise ist beendet.

Unser Leben geht natürlich weiter – und selbstverständlich auch das Leben unseres treuen STORMVOGELS! Und darüber werde ich auch weiter berichten – nur eben (erst mal) keine neuen Reiseberichte oder Fotos in schillernden Farben von exotischen Orten.

thats it, stay tuned,

Peter.

T-1 oder schrubben, was das Zeug hält

T-1, oder genauer T-19 Stunden

Man, sieht der STORMVOGEL klasse aus – so ein Teakdeck ist ja so dankbar, wenn es hin und wieder mal ordentlich geschrubbt wird. Gerade noch mal sicherheitshalber den Dieselvorfilter gewechselt…war aber nicht nötig. Weiß man ja immer nur, wenn man ihn sowieso auf hat 😉

Liegeplatztechnisch haben wir uns leicht verbessert. Wir werden direkt am Feuerschiff auf der Innenseite des Pontons liegen. Der Hafenmeister meint, der Hafen ist voll – es findet am Wochende die EXTREME SAILING SERIES statt – na, da werden wir ja unserem „Spaß“ beim Einlaufen und Anlegen haben…

Der Wetterbericht meint, eigentlich regnet es, aber Mittags nicht.

Ich meine: Bringen wir es zu Ende!

Also denn.

Peter.

T-2 oder Ach wie schön ist die Elbe im Sommer

T-2, oder genauer: T-38 Stunden

Nicht an das Ende denken, den Moment genießen. Anfangs auf der Elbe Nähe CUXHAVEN eher Frust. Mit 3,5 Knoten gen HAMBURG ist echt langweilig…später dann 9,2 Knoten. Wer denkt, die ELBE ist ein langweiliger Fluss…falsch: Wildwasser wäre richtiger!

Bis auf die wenigen Industrieanlagen ist der Fluss ja wirklich sehr grün eingesäumt. Teilweise weiße (!!!) Sandstrände. Was will man mehr?

Wir erreichen WEDEL wie geplant gegen 20:30 Uhr, trocken! Erst als wir zur TONNE 122 marschieren um Essen zu fassen fängt es an zu tropfen. Na, wenn der Samstag mal nicht so wird, wie ich es befürchte… 😉

Also denn, die letzte Etappe liegt vor uns. Ich schätze, das wir am Samstag spätestens gegen 11:00 Uhr hier in WEDEL aufbrechen und dann pünktlich um 13:00 Uhr in HAMBURG einlaufen. Hoffentlich regnet es.

Dann sieht man meine Tränen wenigstens nicht!

Peter.

T-3 oder NORDERNEY, HELGOLAND und CUXHAVEN

Schon komisch, dieses bewusst langsame nach Hause kommen…

…man könnte ja auch durchziehen, nach dem Motto: „Das kennen wir schon alles und da kommt auch nichts neues mehr…“.

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Dabei sollte man aber die Macht des Zufalls nicht unterschätzen – denn auf beiden Inseln lernen wir noch mal sehr nette Menschen kennen. Leibhafte Theaterschauspieler, Krankenschwestern und Bundeswehrsoldaten. Was vereint: Alles Segler. Per Zufall und nur kurz zwar, aber eine sehr schöne Zeit zusammen verbracht. Schon alleine das ist jeden Zwischenstopp wert!
Die Inseln, OK, aber doch schwierig zu argumentieren. NORDERNEY ist so hässlich verbaut, da kann man wohl nur nach Osten auf die Campingplätze und die Strände flüchten. Wenn es denn keinen Nebel gäbe. HELGOLAND bewahrt sich tapfer den 60iger Jahre Charme. Wie lange das wohl noch für die Besucherströme reicht?

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Wetter-technisch durchwachsen – seglerisch eine glatte 6. Kein Wind, dafür Nebel und die engen Fahrwasser von NORDERNEY. Und Schiffsverkehr. Wenigstens wird es nicht langweilig.

Heidi treibt mich auf HELGOLAND und der DÜNE zu einer vollständigen Umrundung derselben Eilände inmitten des Nordsees.

Zu Fuß, OMG (oh mein Gott), zu Fuß!!!!

Dabei ist sie wieder hin und weg von den Seerobben auf der DÜNE. In ihrer absoluten Gemächlichkeit sind sie ober-cool, aber deswegen gleich in Ekstase zu verfallen? Mit Mühe kann ich sie davon abhalten, ein Robbenbaby zu entführen…obwohl, seit einigen Tagen stinkt es so verdächtig fischig an Bord???

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Technisch beeindruckend ist die offenbar in Fahrt gekommene Windanlagen-Industrie. Wie schon auf BORKUM viele Spezialschiffe und Boote im Hafen von HELGOLAND, die Techniker per HighTec Katamarane zu den Anlagen auf See bringen. Aus einer Informationsschrift auf HELGOLAND haben wir gelernt, das so ein Windrad 1-2 Tage Wartung pro Jahr benötigt. Ein Windpark besteht aus ein paar hundert Windrädern. Da braucht man Personal und Infrastruktur. Und sportliche Mitarbeiter, die auch bei rauhem Wetter die Nerven behalten.

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Auf beiden Inseln liegen wir im Päckchen. Ich schwöre, das ist wirklich kein Problem für mich! Aber ganz hinten, ganz tief im Hirn reift vor dem Hintergrund eines signifikanten Investments in das neue Projekt „STORMVOGEL beauty farm“ der Gedanke, das die über unser Boot kletternden Menschen durchaus die Straßenschuhe ausziehen könnten bevor das Turnen beginnt. OK, unser Teak sieht im Moment nicht wie neu aus, aber jetzt sieht es wirklich aus wie Hulle…

…auf den letzten Meilen…

…wohl auch deshalb hat sich Heidi in den Kopf gesetzt, das Boot zu putzen, bevor wir am Samstag, 13:00 Uhr in HAMBURG einlaufen. Also legen wir uns Morgen Abend (Donnerstag)  in WEDEL auf die Lauer und schrubben am Freitag das Deck wie blöde. Am Freitag soll es ja sowieso regnen, passt also!
Für die neue Saison habe ich schon so eine Persenning-Päcken-Idee: Wir legen und fixieren einfach eine Art Teppich auf der Lauffläche und es gibt keinen Stress mit Straßenschuhen…

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Der STORMVOGEL ist schon feierlich über die Toppen geflaggt. Dabei kommt heraus, das die Flagge von THAILAND bei Ankunft in der TÜRKEI wohl so zerfetzt war, das ein einzelnes, nicht namentlich zu erwähnendes Crewmitglied eben jene heimlich entsorgt hat…und das die Vereinsflagge eben so sehr gelitten hat, den diebischen Händen des Ordnung liebenden Crewmitglieds zum Glück aber entkommen ist.
In CUXHAVEN gibt es zwar zwei gute Schiffsausrüster, einer hat sogar THAILAND im Programm, aber ausverkauft. Donnerlüt!

Tja, und so nähern wir uns gut beschäftigt dem unausweichlichen Ende einer langen Reise.

Aaaaaccccccchhhhhh ja….

Peter.

VLIELAND – BORKUM – BREMEN – BORKUM

Ach, wir herrlich sind die im Moment so seltenen Sommertage?

Klar. Es gibt ja hier an Bord Menschen, die meinen „…ich will mich auch mal wieder auf ein Wochenende freuen…“.

Soll meinen: Wenn man immer nur (gefühlt) Wochenende hat, dann gehen die Wochenenden einfach so unter.

Genau so ist das auch mit dem Wetter. Immer nur Sonnenschein und Wärme – darüber kann man doch gar nicht mehr freuen…

Daher brauchen wir den Nordsommer: 6 Tage Schietwetter, 1 Tag Sommer.

Soweit der gescheiterte Versuch des Selbstbetrugs…

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Auf VLIELAND haben wir einen Tag Sommer. Um genau zu sein, am Sonntag, den 17. Juli 2016. Und einen platten Hintern vom Fahrradfahren. Knapp 15 Kilometer radeln wir auf der sehr schönen Insel herum. Gut, wir sind nicht alleine. Ungefähr eine Millionen Urlauber und Stegsegler sind auch hier. Der Hafen mehr als voll – als wir auslaufen ist er sogar wegen Überfüllung gesperrt. Das ist für Fahrtensegler echt schade – die urlaubenden Kollegen mit ihren schwimmenden Ferienwohnungen blockieren wochenlang einfach alles.

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Montags machen wir uns zu Mega-Etappe (74 Seemeilen) nach BORKUM auf. Leider ohne Segelwind. Dafür scheint die Sonne.

Das Fahrwasser des HUBERTGAT wurde tatsächlich verlegt. So folgen wir genau dem Tonnenstrich, irgnorieren die Seekarte und staunen beeindruckt auf das kochende Wasser über den Bänken. Bei Nacht kaum eine Chance, die zu sehen.

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BORKUM – die Liegeplatz-Katastrophe direkt im ersten Deutschen Hafen seit vier Jahren!

Es gibt drei Yachthäfen:

1) PORT HENRY
Privater Yachthafen – ziemlich herunter gekommene Steganlage, man liegt bei Niedrigwasser im Schlick und mit 1.5 Meter Tiefgang kann man nur 2 Stunden vor/nach Hochwasser im Hafen manövrieren.

2) Kommunaler Yachthafen im BURKANA HAFEN
Längsseits an riesigen alten Marinepontoons. Aber nur da, wo die Hafenmeisterin das zulässt – so kommt es, das ca. 50% der Plätze nie belegt sind, weil sie für irgendwelche mysteriösen Spätankömmlinge reserviert (…alleine schon RESERVIERT!!!) sind. Duschen für unbestimmte Zeit defekt, man soll rüber laufen zu PORT HENRY…

3) Wassersportverein BURKANA e.V.
Steganlage im BURRKANA Hafen, immer mit einheimischen Booten voll belegt. Offenbar nicht auf Gäste eingerichtet.

Mit anderen Worten: BORKUM tut alles, um Besucherboote abzuschrecken und fern zu halten. Wir erfahren, das der BURKANA HAFEN ab 2021 für Sportboote ganz geschlossen werden soll, da er zum Offshore-Hauptquartier für die Windanlagenbetreiber umgebaut / genutzt werden soll.

Na prima. Das ist mal eine wunderbar deprimierend selbst erfüllende Prophezeiung.

Und die OST/WEST oder WEST/OST Fahrtensegler müssen sehen, wo sie bleiben – klar. Auf See. Wenn es geht.

Nun, wir (ich!) ärgere mich so über diese schwachsinnigen Reservierungen, das wir nach PORT HENRY gehen und unseren Dampfer erstmals im Schlick sehen. Jede Sorge um eventuell verstopfte Borddurchlässe sind unbegründet. Der Schlick läuft einfach so wieder raus. Halb so wild.

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Von hier aus fahren wir per Schnellfähre (38 Knoten!)  und Mietwagen für zwei Tage nach BREMEN  – Katzensprung von hier aus. Familienangelegenheiten. Auch in BREMEN erleben wir einen Sommertag. Was für eine schöne Stadt – und jetzt, mitten in der Sommerpause angenehm ruhig und entspannt.

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Donnerstag (21/7/2016) weiter nach NORDERNEY (44 sm). Bei dem extrem ruhigen Wetter hätten wir vielleicht eine Abkürzung über BORKUM Riff nehmen können um das elend lange Emsfahrwasser nicht ausfahren zu müssen – aber die Geschichte mit „alten“ Seekarten und veränderlichen Tiefen sitzt fest im Kopf. Also hübsch im tiefen Wasser bleiben. Die NORDERNEY Ansteuerung ist ebenfalls geändert und wir bleiben bei guter Sicht extrem genau auf dem Tonnenstrich.

Der Hafen: Überfüllt, aber die sehr gut organisierten Hafenmeister finden für jeden einen Platz. Wir liegen Abends im 6er Päckchen. Alles gut und entspannt.

Hallo BORKUM!
Einfach mal Urlaub auf NORDERNEY machen?

Am herrlichen Sommerabend grillen wir mal wieder im Cockpit…

…schließlich ist jetzt erst mal der Sommer wieder vorbei: Der nächste Morgen beginnt mit Nebel, Regen und hoher, geschlossener Wolkendecke.

Aber wie eingangs angedeutet: Zu viel Sonne kann ja so eintönig sein…

Peter.

…neues von Familie, Segeln und Fotos