Utklippan – für immer!

 

Oh Du mein UTKLIPPAN!
Oh Du einmalige Ansammlung von Felsbrocken inmitten des Meeres!
Oh Du unvergessliche, unvergleichliche und unsterbliche Außenklippe!
Du Süd-Westlichste aller schwedischen Inseln.
Du Eiland in der HANÖ BUGT.
Oh Du mein UTKLIPPAN!

Nur selten besuchen wir Orte noch einmal, an denen wir schon waren. Wiederholung ist Stillstand und Stillstand ist der Tot.
Die drei Tage auf UTKLIPPAN hätten unterschiedlicher nicht sein können. Am Tag der Überfahrt von BORNHOLM, immerhin gut 60 Seemeilen nach irgendwie Nord, blies der Wind ganz ordentlich. Darauf waren wir eingestellt. Doch die Welle war überraschend mies und erwischte den Skipper völlig drogenfrei. In der Folge war dieser nach ein paar Stunden recht seekrank. Doch die Segel waren gut getrimmt, der elektrische Autopilot fand den Weg und die zahlreichen Berufsschiffe bleiben wie durch ein Wunder gut auf Abstand. Am späten Nachmittag liegen wir im Schutzhafen UTKLIPPAN längsseits an der Pier und freuen uns sehr, nach sieben Jahren wieder hier zu sein.

Am Abend tauschen wir uns mit Süd-Fahrern über Anker- und Liegeplätze aus. Dem kommenden Flautentag wird ein echter Starkwindtag folgen – somit stellt sich die Frage, ob wir eine Nacht oder drei Nächte auf UTKLIPPAN bleiben wollen. Der Skipper ist völlig klar in seiner Meinung. Drei, mindestens. Zu einmalig ist dieser Ort in der Welt.

Am Flautentag setzen wir mit dem Ruderboot über zur Süd-„Insel“, auf der der Leuchtturm steht. Damals, 2011, war er noch komplett in Gerüst und Plane eingehüllt, weil er überholt werden musste. Nun sind die Arbeiten längst abgeschlossen und, das ist wirklich der Hammer: Man kann ihn für 40 SEK besteigen und dort oben bleiben, so lange man will. Das machen wir und verbringen den GANZEN in luftiger Höhe. Wir beobachten aus der Vogelperspektive den Boots- und Schiffsverkehr um die Insel herum, das Treiben auf der Insel und todesmutige Eingeborene, die kühn vom kleinen Leuchtfeuer in das Wasser der Hafeneinfahrt springen.

Genau hinsehen – Bildmitte!

Für den Abend haben wir ein Grillbuffet gebucht und finden so Gelegenheit, ausführlich mit dem Hafenmeister zu sprechen. Er und zwei weitere Personen haben erst vor einem Jahr ganz UTKLIPPAN von Land Schweden gemietet. Komplett, mit der ganzen Infrastruktur! Einer kümmert sich um die Gastronomie und die Betten, einer um die Tauchbasis und einer um den Hafen. Sieben Wettbewerber mussten sie im Rennen um den Mietvertrag ausstechen. Nun haben sie eine gute zweite Saison hinter sich, haben aber noch viel Verbesserdungsbedarf.

Ein Problem sind um Beispiel die Toiletten. Das sind Plumpsklos und das „Plumps“ muss aufwendig per Boot aufs Festland zum Entsorgen gebracht werden. So lange nur zahlende Gäste „Plumpsen“ ist das kein Problem, aber alle zwei Tage bringt der öffentliche Nahverkehr Tagestouristen aus KARLSKRONA auf die Insel, die selbst Proviant mit bringen, kein Geld auf der Insel lassen, aber eben „Plumpsen“. Das schwedische Jedermans-Gesetzt, wonach das Land im Prinzip allen gehört und von allen betreten werden darf, macht es möglich. Hey, das sind Probleme!

Der Skipper ist schnell traurig, denn das wäre mal ein Projekt so ganz nach seinem Geschmack. Der Hafenmeister bremst: Man muss schon Schwede sein und am Besten aus der Region kommen, sonst zahlt man für alles und jedes den vollen, maximalen Preis und dann funktioniert das alles nicht mehr.

Wie auch immer: Wer den ganz besonderen Ort in Europa sucht, der sollte über www.utklippan.eu seinen Aufenthalt auf der Insel buchen. Die Preise sind mehr als angemessen, die Leute super freundlich, die Felsen einmalig und wenn man schlauer ist als wir, nimmt man per Rucksack ein paar Drinks mit auf den Leuchttrum und verbringt dort den Spätnachmittag…vielleicht bis zum Sonnenuntergang?

Leider, leider, wird die Insel im Herbst für den Winter geschlossen. Das Problem ist die Wasserversorgung. Die friert ein weil alles oberirdisch verlegt werden muss – in den Fels lässt sich nichts verlegen. Wie bei uns an Bord wird das Wasser per Seewasser-Entsalzungsanlage erzeugt. Strom gibt es vom Festland.
Die Betreibercrew würde wohl auch gerne im Winter für spezielle Events anrücken – aber vermutlich wird schon die Überfahrt zu Insel im Winter die meisten Gäste abschrecken (?).

Nach dem wunderschönen, unvergesslichen Flautentag folgt wie angekündigt der Sturmtag. Alle anderen Boote haben am Vorabend die Insel verlassen, nur der STORMVOGEL liegt einsam im Schutzhafen. Der durch die Süd-Westliche Einfahrt eintretende Schwell bewegt zwar das Boot merklich, aber das ist voll OK. Ein paar mal wird die Leine vom Fenderbrett durchgescheuert, aber mit ein paar alten Opferleinen wird auch das vermieden. Ganz früher funktionierten noch die Schutztore, mit denen der Hafen komplett abgeriegelt werden konnte – aber die sind Geschichte.

Wir nutzen den Sturmtag für Boot-Jobs und überprüfen z.B. den Generator. Mit dem Ruderboot trauen wir uns nicht auf die Süd-Insel, der Wind fegt schon mächtig über die flachen Felsen. Aber auch dieser Tag wird noch lange in Erinnerung bleiben.

Oh, Du mein Utklippan!

Peter.

P.S. I:
Ach ja, fast schon vergessen: Der Skipper hat die Drohne im Hafenbecken versenkt. Durch mutigen Taucheinsatz konnte sie zwar physisch geborgen werden, aber bisher scheiterten alle Re-Animationsversuche. Damit ist (bisher) die Drohne das teuerste Spielzeug, das am wenigsten Genutzt, zu Bruch gegangen ist. Besonders ärgerlich: Der Absturzfilm ist nicht zu retten. Die Datei existiert zwar auf der SD-Karte, aber kein vorhandenes Tool ist der Ansicht, das es sich um eine Videodatei handeln könnte. Ähm, äh, falls da jemand Ideen hat?

P.S. II:
Der Beitragstitel ist ein wenig vom Titel „Für Immer“ von DORO PESCH beeinflusst. Wir haben neulich aus der Mediathek ihren Auftritt bei INAS NACHT gesehen und dieses fast verloren gegangene Lied auf YOUTUBE wieder entdeckt. Tolle Künstlerin!

Helligdomsklipperne und Gudhjem

Noch beflügelt vom leichten Dahin-schweben auf einem Elektrifizieren Drahtesel ringt die Mannschaft dem Skipper eine „große Fahrradtour“ für den zweiten BORNHOM Tag ab. Der ahnt zwar die Leiden, die da auf ihn zukommen werden, mag der Mannschaft aber auch nicht den offenkundigen Spaß am eBike fahren verderben. Wie sie sich freut, diese Mannschaft!

Sonntagfrüh´ geht es los, aber zuerst zum Stadion von ROENNE, denn hier ist Flohmarkt. Die Ankündigung war zuvor in einem Aushang am Supermarkt im Hafen zu lesen. Nicht, das wir neben Spinnen und Muscheln auch noch Flöhe an Bord beherbergen wollten, aber mal nachsehen, was es da wohl geben würde, könnte man ja schon. Um 10:00 Uhr soll es los gehen und als wir kurz vor 10 dort sind, ist es schon brechend voll.

Wir könnten auch Möbel kaufen, fragen uns aber, ob das nicht eher Sperrmüll ist? Liegt wohl im Auge des Betrachters. Auf einer Insel sind die Augen wohl größer als auf dem Festland.

Dann geht es los. GOOGLE MAPS gibt die Richtung vor und bereits nach wenigen Kilometern ist klar, wie die Tour verlaufen wird. Ewiger Sieger = Mannschaft, ewiger zweiter = Skipper. Welche Schmach! Allerdings, und das ist der rettende Trick: Auch an Land navigiert der Skipper. Dieser Umstand führt dazu, das die Mannschaft an Abzweigungen oder Kreuzungen auf den hinter her hechelnden Skipper wartet. Warten muss.

Es geht zur Helligdomsklipperne, einer beeindruckenden Felsbucht im Nord-Osten der Insel. Spektakulärer Ort, weshalb die schlauen Dänen wohl auch in unmittelbarer Nähe das Kunstmuseum Bornholm gebaut haben. Mit Museen haben wir es ja nicht so, wohl aber mit deren Cafes. Denn dort gibt es notwendige Betriebsstoffe für aufwendige Fahrradtouren.

Allein, die Klippe hat uns noch nicht so richtig befriedigt.

Links oder Rechts rum, das ist nun die Frage. Die Antwort wird wie folgt ermittelt:

Links = weiter in den Norden = weiter weg von ROENNE = Längerer Rückweg = GANZ SCHLECHT!

Rechts = Nach Süd-Osten = nicht weiter weg, aber auch nicht näher ran an RONNE, denn die Insel wird einfach breiter = Bestenfalls neutraler Rückweg = NA JA, VERSUCHEN WIR ES MAL.

Also Rechts.

Gut in der Bildmitte zu erkennen: GUDHJEM Unterstadt.

Schon von weitem können wir die Besonderheit von GUDHJEM erkennen. Der Ort sieht spektakulär „wie an die die Küste angeklebt“ aus. Es gibt einen Ober-Ort auf dem Felsen und eine steile Straße, befahren mit dem Fahrrad, ob elektrisch oder muskulär, verboten, führt in die Unterstadt. Die Straße wird gesäumt von unzähligen Geschäften und Restaurants und es wird schnell klar, das GUDHJEM das touristisches Highlight auf BORNHOLM sein muss.

Der Hafen selbst erinnert an SIZILIEN, auf jeden Fall MITTELMEER. Schon wieder scheint die Sonne, schon wieder gibt es Meersfrüchte und Gerstenkaltschale und schon wieder mag der Skipper nicht weiter ziehen. Der Trick: Wir gehen Shoppen und ins Café Rosa (UNBEDINGT Empfehlenswert!), nach dem mehr Garnelen wohl schädlich für die Gesundheit wären.

Der kleine Hafen ist voll von Booten, mit dem STORMVOGEL hätten wir wohl erhebliche Probleme, hier zu liegen. Boot zu groß, Hafen zu eng und sehr voll. Muss aber auch gar nicht sein, so glauben wir. Rein und nach ein paar Stunden wieder Raus aus dem Trubel ist wohl besser, als tagelang darin zu verharren.

Die mehr als 30 Kilometer zurück nach ROENNE entwickeln sich zur Tortour. Der Westwind bläst kraftvoll über die Insel und offenbar gibt es auch noch ein West-Ost Höhengefälle. Eine gewisse Orientierungslosigkeit führt außerdem dazu, das wir nicht den unbedingt kürzesten Weg nach ROENNE finden und sämtliche Rettungsversuche der Mannschaft, den Skipper mit der vermeintlichen Kraft des tollen eBike abzuschleppen, scheitern regelmäßig an der Kraftlosigkeit der elektrischen Maschine.

Die gleißende Sonne bereitet sich bereits über BORNHOLMS Westen auf die Nachtruhe vor, als 8 Kilometer vor dem Ziel die Batterie des eBikes völlig erschöpft unvermittelt den Betrieb einstellt und nun endlich wieder Chancengleichheit unter den Reisenden herstellt. Nur, freuen kann sich der Skipper nicht darüber. Der Hintern schmerzt sehr, die Oberschenkel haben sich in Pudding verwandelt und der Weg ist noch so weit!

So weit ist der Weg!

Selbst heute, Tage später, schmerzt noch der Hintern beim Gedanken an diese Tour. Oder besser Tour-Tortour.

Allerdings, wie doof kann man eigentlich sein? Zu Hause gibt es mindestens zwei gute Sättel und die hätte man ja wohl mal an Bord mitnehmen können und geschwind auf den Leihfahrrädern montieren können? Hätte, hätte, Fahrradkette. Wie passend!

Der Abend wird in einer wohltuenden horizontalen an Bord verbracht, an süße Träume  ist aber nicht zu denken: Die Mannschaft will am kommenden Tag eine weitere Tour!

Peter.

Roenne und umzu am ersten Tag

Der Plan war einfach.

Einfach in den Ort gehen und zwei coole Motorroller mieten und in den kommenden Tagen damit über die Insel brettern.

Einfach bedeutet aber nicht, das so ein vermeintlich einfacher Plan einfach umzusetzen ist. Denn, so lernten Skipper und Mannschaft rasch, es gibt gar keine mietbaren Motorroller in ROENNE. Dafür aber in NEXÖ, schlappe 30 irgendwas Kilometer quer über die Insel im Osten. Wie lustig. Wie soll man da hin kommen? Und die Roller später wieder abgeben?

Ein Satz mit X: Das war wohl nix.

Und so kam die Mannschaft auf die vorhersehbare Idee, statt dessen Fahrräder zu mieten. Und, so der innig geäußerte Wunsch: Endlich mal ein eBike – zum „ausprobieren“, wie sie es nannte.

Fährt die dem Oma auf Fährparkplatz eBike…

Ja ja. Drei Tage und 120 Kilometer später kriecht der Skipper am Stock, kann auch nicht mehr sitzen und die Mannschaft sucht frohlockend eine Steckdose um die Batterie des elektrisch betriebenen Fahrrads mal eben aufzuladen.

Tolle Wurst. Merke: Fahren zwei mit dem Fahrrad, DIE eine elektrisch unterstützt, DER andere mühsam gegen Wind und Berge (…Hügel) kämpfend, wartet DIE eine immer zu auf DEN anderen. Auch nicht wirklich Beziehungsfördernd!

Am Nachmittag des ersten Tages führte uns der Zufall an der Nord-West Küste in das ca. 7 Kilometer entfernte HASLE. Toller Fahrradweg entlang der Küste durch Wald über Stock und Stein.

„Schwimmbad“ im hafen von HASLE

Eine gut besuchte Räucherei mit Mittagsbuffet liegt am Wegesrand, doch der Skipper bleibt stark. Noch nicht, jetzt noch nicht! Etwas weiter im Hafen feiert der örtliche Fischereiverein sein Sommerfest – Gäste willkommen. Selbst gemachte Fischfrikadellen, Fadöl auf Eis und sogar gebratenen Hering im Sonnenschein bei guter Musik und fröhlichen Menschen. Wenn das mal kein Ort ist, an dem man bleiben möchte!

Eine Frau kommt vorbei und verkauft Lose – keine Ahnung, wofür. Aber die Katze im Sack kaufen ist ja immer gut.

Später stellt sich heraus, wie das Spiel funktioniert: Auf unserem Loszettel steht eine Nummer. In einem Behelfsgehege lauern drei Hühner auf ihren Einsatz. Stündlich werden sie auf ein Spielfeld mit 35 bezeichneten Rechtecken gelockt. Es gewinnt das Los mit der Nummer, auf das eines der Hühner zuerst kackt.

Jawohl, richtig gelesen: KACKT!

Guckst Du hier – äh, KACKST Du hier!

Nun denn, da neben den genauen Regeln selbst die Gewinnlage unklar ist, verzweifelt niemand daran, das die Hühner eine andere Losnummer für ihr Geschäft erwählen. Kein Gedanke daran, was ein möglicher Gewinn gewesen wäre!

Gegrillt oder Geräuchert – das ist bei dem Qualm die Frage!

Eher schon an das 73 Kilo Schwein, das da im Ganzen seit 6 Stunden über dem offenen Feuer geröstet wird. Es sieht so köstlich, so verführerisch aus. Jedenfalls für den männlichen Teil der Ausflugsgesellschaft. Kurze Arme & Beine Kommunikation mit dem Grillmeister, denn der spricht kein Wort Englisch. Ergebnis: Das dauert noch Stunden, erst am Abend wird serviert. Mit dem hervorragend gekühlten Fadöl könnte es DER eine ja noch ein paar Stunden aushalten, doch DIE andere kann dem vielen Fleisch überhaupt nichts abgewinnen und drängt sanft, sehr sanft, aber bestimmt zum Aufbruch.

Und plötzlich erinnert sich der Skipper: Oh ja, da ist ja auch noch der Rückweg mit unfairen Mitteln…

…und später: Was für ein schöner erster Tag auf BORNHOLM!

Wer wollte eigentlich Motorroller mieten?

Peter.

Fehmarn, Spinnen, Flaute, Spinnen, Roenne

Eines unserer Kinder brachte das Gepäck, die Ausrüstung und uns selbst (Skipper nebst Mannschaft) mit dem Auto nach FEHMARN. Welch ein Luxus, so ein Shuttel-Service mit dem eigenem Fahrzeug!

Die stolze Segelyacht STORMVOGEL lag zwar wohlbehalten auf ihrem Liegeplatz, allerdings haben offenbar (geschätzt) 1.436,3 Spinnen beschlossenen, mit uns in See zu stechen und das Land über den Seeweg zu verlassen. Deck und Aufbauten müssen erst mal frei gekämpft werden, um an Bord zu kommen. Statt „mal eben einräumen und dann schnell an den Südstrand zum Baden“ heißt es nun also: „Deck schrubben und den Spinnen klar machen, das der STORMVOGEL kein Flüchtlingsboot ist!“

An diesem ersten Tage zerstört der Skipper zwecks nachdrücklicher Unterstreichung seines dringlichen Abmusterungswunsches durch die Spinnen nur deren Netze, lässt die Spinnen selbst aber am Leben.

Am 2. August begleichen wir frühmorgens die nicht unerheblichen Hafengebühren und verzichten in der Folge auf ein zweites Brötchen. Das Boot ist Seeklar, Skipper und Mannschaft auch, nur die Windvorhersage ist ein wenig betrüblich. Sehr wenig Wind, wenn überhaupt. Die Route soll von FEHMARN nach über GEDSER und HESNAES nach ROENNE führen. Wenn es gut läuft, über Nacht, wenn nicht, übernachten in HESNAES.
Es läuft nicht, denn wo kein Wind ist, da kann auch nicht gesegelt werden und so fällt in der Bucht von HESNAES, ca. 500 Meter südlich des dortigen Hafens unser Anker. Trotz später Stunde nutzt der Skipper das ruhige Badewetter zu einer Inspektion des Unterwasserschiffes und ist entsetzt über den Muschelbewuchs an Rumpf, Propeller und und Ruder. Mit Taucherbrille, Handschuhen und Spachtel rückt der diesen weiteren ungewollten Passagieren zu Leibe – bewacht von der Mannschaft, die angestrengt Ausschau nach Feuerquallen geht.

Sehr früh´ am nächsten Morgen geht es recht gradlinig nach Osten, nach BORNHOLM. Wind soll kommen. Später, irgendwann.

Derweil jene hoch-intelligenten Lebewesen an Deck des Skippers Wunsch (Abmustern! Siehe oben) nach einigen Tagen aber sträflich ignorieren, ändert der Skipper seine Strategie und richtet an Bord ein wahres Massaker unter den vielbeinigen Decksbewohnern an. Jede Spinne, sei sie noch so klein oder groß, wird getötet! Das ist manchmal gar nicht so einfach – stellen die sich doch einfach tot oder rollen sich zusammen, wenn man ihnen zu nahe kommt. Nun denn, diese Säuberungswelle zeigt rasch Erfolge, konnte aber in Teilen die illegale Migration Deutscher Spinnen nach Dänemark wohl nicht verhindern.

90 Seemeilen in 15 Stunden, 11 davon unter Motor. Wie traurig.

Am Abend des 3. August 2018 gegen 20:00 Uhr erreichen wir ROENNE auf der Westseite von BORNHOLM unter Segeln und finden einen guten Liegeplatz im verhältnismäßig kleinen Yachthafen.

Das hat dann ja schon mal geklappt und eine neue, uns unbekannte Insel wartet auf unsere Erkundung!

Peter.

P.S. I: Zu diesem Zeitpunkt werden sich, wieder grob geschätzt, noch ca. 251,3 Spinnen und 28,5 Muscheln Deutscher Herkunft an Bord befunden haben.

P.S. II: More to come.

Kruzfristpläne

In ein paar Tagen geht es wieder los. Wir gehen an Bord des STORMVOGELS und werden ein paar Wochen in der Ostsee herum kutschieren.

Hütte am Krückaudeich

So richtig wissen wir noch nicht wo hin, der Wind wird uns schon eine Richtung geben. Feste Termine haben wir im August keine, spätestens am 21. September 2018 wollen wir mit dem STORMVOGEL auf HELGOLAND sein, denn wir werden an der großen TRANS OCEAN Festwoche teilnehmen. Der Verein feiert in diesem Jahr seinen 50 jährigen Geburtstag und entsprechend aufwendig ist die Festivität. Gespannt sind wir auf die große Geschwaderfahrt am Sonntag – mit vielen Booten und drei Seenotrettungskreuzern auf der Außenelbe. Wird bestimmt toll!

Kuh auf dem Krückaudeich

Im Moment sieht es so aus, als ob wir uns in der nächsten Woche von FEHMARN nach BORNHOLM verholen. Und dann müssen wir mal sehen. DANZIG im Süden wäre sicher spannend, STOCKHOLM im Norden auch schön und sogar praktisch zu gleich. Denn von dort aus könnten wir relativ einfach über den GÖTAKANAL nach Westen kommen. Denn da wollen wir mal wieder hin. Nach Westen. Immer nur nach Westen.

Der GPS Tracker wird aktiviert sein und ich gelobe, wieder viel öfters einen Blog zu schreiben. Mit Bildern und so.

Also denn. Auf gehts!

Peter.

Ostsee 2018 – Teil 1

Die Bezeichnung „Teil 1“ lässt ganz klar vermuten, das es noch einen Teil 2 geben wird. Irgendwann. Der ist dann ausführlicher und länger (geplant): August und September 2018. der Wenn sich die Dinge nicht ändern. Oder ein Blitz vom Himmel fährt. Oder ein Amerikaner Transfer-Zölle auf Niederländische Aluminiumyachten erhebt. Oder seinen doofen Doge (der mit dem kaputten Getriebe) zurück haben will. Aber ich schweife ab. Zurück zum Thema:
 

Teil 1 war im April 2018 kurz und schmerzlos. Gutes Segelwetter, Stormvogel in Bestform, leere Häfen und nicht ganz so kalt, wie befürchtet. Die Stationen waren:Glückstadt
Laboe
Marstal
Drejö
Svendborg
Bagenkop
Burgtiefe
Neustadt (Holstein)

 

Wie gut, das diesmal überall Wegweiser standen, die uns Ziellosen eine Richtung gaben. Schon erstaunlich, das einige davon ihre richtungsweisende Aussage einfach so je nach Windrichtung änderten. Ja, so könnte man nun denken, so ist das halt im Moment in Deutschland. Alles strebt auseinander, alles strebt in verschiedene Richtungen. Aber weit gefehlt. Der orientierungslose Richtungsweiser befand sich in Drejö – also ganz klar Dänemark! Eine Insel – mit ohne drei Bergen. Wie gut, das wir Ausländern im allgemeinen, Dänen im besonderen, grundsätzlich nicht über den Weg trauen. Die wollen ja jetzt Zäune bauen. Da kann Otto so viel trällern wie er will…von wegen, „Dänen lügen nicht“. Da muss erst ein Deutscher auf einem Niederländischen Dampfer auf eine Dänische Insel kommen, um in der Vorsaison anderen Reisenden die richtige Richtung anzuweisen.
 
 
Oder wo wir gerade beim Verwirren sind: Das Schwimmdock zu Marstal befand sich nicht mehr in Marstal. Versunken war es wohl nicht, so tief ist es im Hafen von Marstal nicht, als das dort ein ganzes Dock in den Fluten versinken könnte. In Unkenntnis des Geschehenen tranken wir ein Trauerbier auf das abhanden gekommene Dock und die Sache war für uns erledigt. Saubere Sache. Bier drüber und gut. Doch einige Tage später, in der Ansteuerung des Stadthafens von Svendborg erblicken wir eben jenes, schmerzlich verloren gelaubtes Schwimmdock. Schön schäbig, aber mit klarem Schriftzug. Nicht, das man es konsequenter Weise umbenannt hätte. Nein, es trägt weiterhin den Namen „Marstal Vaerft“ und sorgt so für Verunsicherung bei einem jedem einlaufenden deutschen Skipper. Svendborg oder Marstal, das ist hier die Frage.
 

Auf dem Weg von Bagenkop nach Fehmarn brechen wir einen „all-time-high-score“ auf offener See: Stormvogel läuft 8,2 Knoten bei halben Wind und keiner Welle. Nicht schlecht, denkt sich der Skipper. Scheißegal, denkt sich die Mannschaft, deren Buch mal wieder wichtiger ist als die Großwetterlage um uns herum. Über Fehrmarn wütet ein Gewitter und es wäre wohl recht  unüberlegt, mit full-speed in dieses Kuddel-Muddel hinein zu brausen. Und so wird die Manschaft aus dem Buch gerissen und die Segel geborgen. Schade, schade.
 
 
 
So richtig wissen wir nicht wo hin? Die Wegweiser liegen hinter uns, neue sind nicht zu entdecken. In die Ferne können wir nicht, feste Termine liegen voraus. In die Nähe wollen wir nicht, leicht gelangweilt, diese durch die Welt Reisenden?
So parken wir den Dampfer in Neustadt (Holstein) und fragen uns, wie die Dauerlieger dort mit dem Hubschrauberlärm des Marinestützpunktes klar kommen? Allerdings, so viel sei noch positiv vermerkt: Der Skipper entdeckt den Küstenwanderweg von Neustadt nach Sierksdorf und erfreut sich sehr an der tollen Landschaft.
 

Das war er dann, der Teil 1. Danach kam die große Hitzewelle, ein holpriger Überführungstörn und eine Bootsmesse, auf der alles verkauft wurde, außer Booten.

Peter.

Offener Brief an das Management

[offener Brief von Pierre Piton an sein Management, dessen genauer Aufenthaltsort seit Jahren eigentlich unbekannt ist]

 Liebes Pierre Piton Management,

lieber Don King,

diese ewige Abwesenheit nervt langsam!

Nie ist das Management da, wenn man es braucht. Habe vor, mein Programm zu ändern. In Zeiten von #metoo erscheint mir „Ich war 17 und sie 31“ (Besser bekannt unter „Und es war Sommer„) nicht mehr angemessen – ja, sogar gefährlich für meine weitere Karriere! Also müsste wohl ein neues Stück einstudiert werden und mein Management, welches unvergleichbar in Personalunion unternehmerische Fähigkeiten mit der Nachahmung markanter elektrischer Gitarren („diudiudiuuuuuu!“) vereint, weilt, wie immer, in weiter Ferne.

Don King auf der Flucht an Bord der Luxus-Segelyacht BELLA

 

Es ist zum verzweifeln!

Allein, auf mich gestellt, habe ich mich nun ohne Rücksprache für einen alten Vicky Leandros Titel entschieden – „Ich liebe das Leben!„. Scheint mir sehr angesagt sein zu können! Zum einen reflektiert es im verborgenen das inzwischen völlig zerrüttete Verhältnis zwischen mir, Pierre Pition, und meinem in der Ferne weilenden Manager Don King. Zum anderen, für die weniger informierten Kenner der wahren Verhältnisse in der deutschen Schlagerbranche, enthält der Text einige weise und kluge Aussagen die unser zukünftiges Publikum, die so genannten Best-Ager 50+, doch wohl alle nachfühlen können:

1) Was kann mir schon geschehen?

2) Man stirbt nicht gleich daran!

3) Die Welt ist schön!

4) Glaub mir, ich liebe das Leben!

Es ist mir absolut unverständlich, wie meinem Management eine solche Perle des deutschsprachigen Liedguts durch die Lappen gehen konnte. Immerhin wurde das Lied bereits 1975 veröffentlicht!

Ich schlage vor, das wir bei diesem nun von mir (!) wieder entdeckten Meisterwerk auf den Einsatz der sowieso immer viel zu dominanten Managementgitarre verzichten und statt dessen einen kraftvollen Managementchor einbauen. Wie das hochverehrte, sich in der karibischen Sonne wälzende Management am Ende des Liedtextes in Zeile (34) selbst nachlesen kann (falls Don King die Sonnebrille mal von der Nase nimmt):

Ich zitiere:

„La, La La La La La, La, La La La La La“

Diese Zeile erscheint mir sehr geeignet, dem beschränkt künstlerisch fähigen Management zu genügen.

Lieber Don King, ich hoffe sehr, ich überfordere damit Deine Stimmbänder und überschreite jegliche Grenzen mit dieser anspruchsvollen Textzeile aus fremder Feder Deines von der karibischen Sonne eingedampften und von Kubanischen Rum vernebelten Kleinhirnes!

Jetzt werde ich doch richtig wütend.

Jawohl. Ja. Jetzt!

Oh, mein geliebter Don, komm doch bitte einfach zurück!

Mach es so, das es wieder wie früher wird!

Ohne Dich werde ich wieder versagen.

Ohne Dich wird das Publikum gar nicht erst kommen – und die drei, die vielleicht doch kommen, die werden weg laufen!

Wenn Du bei der Premiere dabei wärst, könntest Du bis zu Deinem Einsatz das Publikum vielleicht einfach fest halten?

Aber ach, was kann mir schon geschehen?

Glaube mir, ich liebe das Leben!

Dein Pierre Pitron.

P.S.: Die von Dir ins Gespräch gebrachte Bankverbindung ist ungültig. Als wir gemeinsam das Konto seinerzeit im Jahre des Herren 2013 bei der einzigen Bank der TOBAGO CAYS an Bord der BELLA eingerichtet haben, hast Du offensichtlich im Kleingedruckten übersehen, das ein monatlicher Zahlungseingang von mindestens einem karibischen Dollar erwartet wurde. Die freundliche Dame der Bank hat Dich extra darauf hingewiesen. Ihren Namen habe ich nach all den Jahren zwar vergessen, aber ich bin sicher, er fing mit „U“ an. Ich weiß zwar bis heute nicht, wo Du, mein lieber Don, die Unsummen an Schwarzgeld gebunkert hast, die ich Dir täglich aus meinen Einnahmen als Boatboy ausgehändigt habe. Vielleicht hast Du es ja auch selbst schon vergessen? Für den Fall das Du in Kürze in PANAMA vorbei kommst: Frage dort doch mal nach – eigentlich liegt da immer Geld rum!

============ SCHNIP / SCHNAP ==============
Vicky Leandros: Ich liebe das Leben
Text&Musik: Leo Leandros, Klaus Murno

(01) Dein Koffer wartet schon im Flur
(02) Du Iässt mich allein
(03) Wir sehen uns an und fühlen nur
(04) Es muß wohl so sein
(05) Noch stehst du zögernd in der Tür und fragst
(06) Was wird aus Dir?

(07) Nein
(08) Sorge dich nicht um mich
(09) Du weißt
(10) Ich liebe das Leben
(11) Und weine ich manchmal noch um Dich
(12) Das geht vorüber sicherlich
(13) Was kann mir schon geschehen?
(14) Glaube mir
(15) Ich liebe das Leben.
(16) Das Karussell wird sich weiter drehen
(17) Auch wenn wir auseinander gehen
(18) Mag sein
(19) Dass man sich selber oft viel zu wichtig nimmt
(20) Verzweifelt auf ein Feuer hofft
(21) Wo es nur noch glimmt
(22) Wenn so was auch sehr weh tun kann
(23) Man stirbt nicht gleich daran.

(24) Was kann mir schon geschehen?
(25) Glaub mir: Ich liebe das Leben
(26) Das Karussell wird sich weiter drehen
(27) Auch wenn wir auseinander gehen.

(28) Vielleicht gefällt es mir
(29) Wieder frei zu sein
(30) Vielleicht verliebe ich mich aufs neu
(31) Man wird ja sehen
(32) Die Welt ist schön
(33) Wie es kommt ist einerlei

(34) La La La…La, La, Laaaa, La
(35) Du weißt ich liebe das Leben.
(34) La La La…La, La, Laaaa, La

(35) Ich frage dich:
(36) Was kann mir schon geschehen?
(37) Glaub mir ich liebe das Leben
(38) Das Karussell wird sich weiter drehen
(39) Auch wenn wir auseinander gehen
(40) Auch wenn wir auseinander gehen

(41) Du weißt ich liebe das Leben!
============ SCHNIP / SCHNAP ==============

Marillion – schon wieder!

Ja ja, ich weiß. Schon wieder was über MARILLION.

Und wirklich: Diese Seite soll nicht zu einem MARILLION Fan-Blog verkommen – dafür gibt es schließlich den Blog des Deutschen MARILLION Fanclubs „THE WEB GERMANY„.

Also keine überflüssige MARILLION-Lobhudelei hier. Versprochen.

Nur hier kurz die hoch emotionale Nachricht, das das jetzt schon legendäre MARILLION Konzert in der ROYAL ALBERT HALL zu London am 6. April 2018 auf Blu-Ray, DVD und CD veröffentlicht wird. Und weil MARILLION echte (im positivsten Sinne) Selbstvermarktungsprofis sind, haben sie vorab auf YOUTUBE zwei Videos veröffentlicht, um die gerade angelaufene  Vorbestellungs-Kampagne zu unterstützen:

THE SPACE – Erste Veröffentlichung auf der LP SEAONS END im Jahre 1989. Kopfrechnen. Neunundzwanzig Jahre ist das her. Das Video zeigt die grandiose Live-Aufführung vom 13. Oktober 2017 in der ROYAL ALBERT HALL. Mit THE SPACE wurde an diesem unvergesslichen Abend der zweite Teil des Konzerts eröffnet.

BEHIND THE SCENES – Kurzer Clip über die Vorgeschichte des Konzerts in der ROYAL ALBERT HALL. Mit einigen (kurzen!) Ausschnitten aus den anderen Stücken. Wenn das mal nicht Appetit macht! 30 Jahre musikalische Weiterentwicklung. Kein Stillstand.  Faszinierender denn je.  Wer ganz genau hin sieht, der erkennt bei Minute 3:04 ganz Rechts unten im Bild einen Kerl mit Mütze… 😉

Oh, wie ich mich auf den 6. April 2018 freue! Heidi nicht so. Sie ist skeptisch. Denn sie ahnt:

ES WIRD LAUT!

ES WIRD SEHR LAUT!

ES WIRD SEHR, SEHR LAUT!

Peter.

P.S.: MARILLION kann man also ab dem 6. April 2018 in offenbar erstklassiger Qualität (Bild & Sound) quasi live auf dem Sofa erleben. Wem das gefällt, der kann MARILLION Ende November / Anfang Dezember 2018 in Frankfurt, Essen, Berlin, Erfurt, Bremen, Hamburg, Stuttgart oder Wien richtig und in echt live erleben. Die Karten für Hamburg, am 2.Dezember 2018 haben wir natürlich schon 😉

Steve Rothery Band 2018

Eines der tollsten (besser: Erschöpfensten!) Konzerte 2017 war sicherlich das der STEVE ROTHERY BAND Anfang Januar in Hamburg. Als dann Ende des Jahres 2017 die Ankündigung kam, er würde mit einem sehr ähnlichem Set und gleicher Besetzung im März 2018 wieder nach Hamburg kommen, waren die Karten schnell gekauft und die Vorfreude hielt sich ganz anständig über den Winter.

Gitarre: Steve Rothery

Während mich im Jahr zuvor DAVE FOSTER als Vorgruppe nicht wirklich in seinen Bann sog, war ich in diesem Jahr von STIJN GRUL sehr begeistert. Somit fing der Abend am 7. März 2018 im Hamburger KNUST schon mal sehr gut an!

Gitarre: Dave Foster

Nach einem schnellen Bühnenumbau kam dann der Meister aller Gitarren auf die Bühne und spielte einige Songs seines letzten Solo-Albums THE GHOSTS OF PRIPYAT. STEVE ROTHERY ist (zumindest auf der Bühne) kein Mann vieler Worte und so wurde nicht viel herum geredet, sondern kraftvoll musiziert. Und live sind die Instrumental-Titel um einiges Besser, als die super sauber abgemischten Studio Versionen.

Bass: Yatim Halimi

Einmal mehr war ich beeindruckt, mit welcher Präzision STEVRE ROTHERY und der zweite Gitarrist auf der Bühne, DAVE FOSTER, synchron spielen können. Für einen nicht-Musiker ist das pure Magie!
Besonders möchte ich an dieser Stelle auch den Schlagzeuger LEON PARR erwähnen. Sitzt da hinten irgendwo fast unsichtbar, haut wie wild auf die Trommlen und sorgt so für den extrem druckvollen Sound. Spitzenklasse!

Keyboards: Riccardo Romano

Nach einer kurzen Pause kommt MARTIN JAKUBSKI zusätzlich die Bühne – denn nun werden alte MARILLION Songs gespielt und deren Darbietung benötigt natürlich einen echten Sänger. Und wie schon 2017 geht das Publikum nun richtig ab.

Vocals: Martin Jakubski

Es entbehrt nicht einer gewissen Tragik, das der ursprüngliche MARILLION Sänger FISH nach vier Platten das Weite suchte, die Musik von MARILLION über die Jahre deutlich anders wurde und sich so in meinen Augen sehr positiv weiter entwickeln konnte. Da passen die alten Songs einfach nicht mehr in ein MARILLION Konzert. STEVE ROTHERY scheint diese Tragik in der MARILLION Bandgeschichte erkannt zu haben und befriedigt dieses unausgesprochene Verlangen nach Altem im Rahmen seiner Solo-Auftritte.

Steve Rothery Band

Elegante Lösung…

…wäre es nur nicht so, das diese alten MARILLION Songs heute einen unglaublichen Wums haben! Wenn ganz am Ende des Konzerts die MARILLION Debüt Singel MARKET SQUERE HERO aus dem Jahr 1984 den Saal 34 Jahre später vollständig zum kochen bringt und man selbst trotz völliger Erschöpfung noch kräftig mit zappelt, dann fragt man sich unwillkürlich, wie das wohl in den nächsten Jahren noch weiter gehen soll?

Nehmen denn diese Musiker niemals Rücksicht auf das willig zappelnde, aber gnadenlos älter werdende Publikum?

Doch, doch, manche Musiker ahnen scheinbar etwas!

So ist zum Beispiel das MARILION Konzert am 2. Dezember 2018 im Hamburger Mehr! Theater wieder bestuhlt. Das mit Sicherheit begeisterte Publikum wird also bequem im sitzen zappeln können.

Steve Rothery Band

Doch das war Herrn ROTHERY am letzten Mittwoch Abend offenbar völlig egal. Schließlich hätte ja jeder Besucher wissen können, worauf er sich einlässt. Also jedenfalls die Besucher, die 2017 auch schon da waren.

Und genau deshalb war ich ja schließlich auch wieder da! 😉

Peter.

…neues von Familie, Segeln und Fotos