Marillion in der Royal Albert Hall

Es wurde nicht alles nur gut, an diesem Freitag, dem 13. Oktober 2017 in LONDON.

Nein, es wurde super gut, es wurde wirklich klasse, es wurde phantastisch, einmalig, unvergleichlich & unvergesslich.

Das BESTE Konzert meines Lebens!

Royal Albert Hall, London

Die ROYAL ALBERT HALL ist wohl die Beste Kulisse weltweit für eine Band wie MARILLION.

Denn wenn es MARILLION ohne Plattenfirma im Rücken schafft, diese Halle aus eigener Kraft zu füllen und dort nach 38 Jahren und 18 Studioalben voller Stolz auf der Bühne steht, dann ist es wohl die größte Anerkennung, die man als Musiker erreichen kann. Dann ist das wohl die Krönung. Dann passt eines zum anderen wie sonst nie!

Royal Albert Hall, London

Dieses Gefühl hatten wohl alle Anwesenden, insbesondere die Band – denn so viel gute Laune habe ich selten auf der Bühne gesehen. Eine gewisse Portion Übermut beweist der Sänger von MARILLION (STEVE HOGARTH) gleich zu Beginn der Show, als er lachend verkündet, man werde das neue Album F.E.A.R. jetzt mal komplett spielen, egal, ob wir, die Zuschauer, es mögen würden oder nicht.
Wie spaßig – die fünf auf der Bühne wissen natürlich ganz genau, das wir Fans F.E.A.R. ganz oben in der MARILLION Histliste führen.

Steve Hogarth, Mark Kelly, Pete Trewavas

Von Beginn an – der Sound ist gigantisch gut. Wir sitzen in Reihe 10 etwas links direkt vor der Bühne und als IAN MOSLEY mit seinem Schlagzeug los legt, spüren wir den Druck der Basedrum in unserem Magen. Ganz so, wie es sein soll!
Wie üblich sieht man allerdings von IAN MOSLEY während der Show fast gar nichts, zu viel Trommeln um ihn herum. Aber man hört ihn, immer!

Mark Kelly

Der Keyboarder MARK KELLY ist hingegen immer sichtbar – tront er doch wie immer über allem. Auch ihn sieht man öfters mal über beide Ohren grinsen, ansonsten ist sein Gesicht wie gewohnt konzentriert angespannt. Klar, bei den vielen Tasten um ihn herum muss jeder Griff sitzen.

Pete Trewavas

PETE TREWAVAS, der Bassist der Band turnt öfters mal auf beiden Seiten der Bühne herum und bearbeitet seinen Bass mit einer großartigen Leichtigkeit. Dank seines Spiels ist der MARILION Sound immer druckvoller und kräftiger als der anderer. Ein Bassist, der wirklich eigenständig sein Instrument spielen kann und so jeden Song lebendig macht.

Nach der Pause werden noch einige Stücke aus der gemeinsamen Band Vergangenheit gespielt und mir wird zum Ersten mal klar, wie ernst F.E.A.R. doch ist. Für mich erst jetzt im direkten Vergleich klar erkennbar. Als STEVE HOGHART den ewigen Klassiker EASTER ansagt, erzählt er kurz davon wie er vor einer halben Ewigkeit zu MARILLION kam uns sich die Band für ihn als neuen Sänger entschied. Und jetzt, 28 Jahre später stehe er mit eben jener Band auf der Bühne der ROYAL ALBERT HALL. Fantastisch.

Und für mich der Beweis, das die Guten immer gewinnen!

Steve Rothery

Ebenfalls allergrößte Anerkennung verdient an diesem Abend sicher STEVE ROTHERY. Absolut fehlerfreies Gitarrenspiel, extrem Präzise im Einsatz und Ausführung und wie gewohnt sehr zurückhaltend auf der Bühne. Fast schon etwas schüchtern. Dabei ist er doch sicher einer der TOP-5 lebenden Gitarristen weltweit.

Steve Rothery

Die Auswahl der Titel der zweiten Hälfte war sicher nicht einfach – denn jeder Fan hat natürlich seine eigenen Hits aus dem umfangreichen MARILLION Repertoire. Aber zumindest ich bin restlos begeistert. Das war nicht immer so, ich denke da z.B. an Köln. Als das Konzert vorbei ist sitze ich noch da und denke, och, das hätte doch noch ein oder zwei Stunden weiter gehen können?

Leuchtende Fan-Finger am Ende von „GO“

Abseits der Musik ist die Show der hervorragenden Räumlichkeit durchaus ebenbürtig. Gute, nicht von der Musik ablenkende Hintergrund-Filme, super-tolle Scheinwerfer Ausleuchtung, Konfetti-Regen am Schluss und tausende bunt leuchtende Publikumsfinger am Ende von „GO“ – „RIDE AWAY ON THE EDGE OF THE WORLD“!
Das Konzert wurde professionell gefilmt, also wird wohl demnächst eine DVD / BLU-RAY erscheinen – wie es sich für ein ROYAL ALBERT HALL Konzert eben gehört! Darauf freue ich mich natürlich auch schon – wird doch so die Erinnerung an dieses unvergleichliche Konzert auf ewig frisch gehalten!

Die komplette Setlist kann man hier abrufen.

Konfetti-Regen am Ende – The Leavers: V. One Tonight

Hat es sich gelohnt?

Ja, jeder Einsatz, und war er noch so hoch, hat sich gelohnt!

Peter.

Phänomänale Lichtshow

P.S.1:
Wie man an den Bildern erkennen kann, habe ich mir eine „Konzert-Kamera“ gekauft. Kriterien: Klein, Lichtstark und Sucher. Heraus gekommen ist eine CANON G5X und ich finde das Ergebnis richtig gut. Offiziell war das Fotografieren streng verboten (…was bei MARILLION, seit sie ohne Plattenfirma unterwegs sind, sehr unüblich wäre), aber der Sound-Mixer gibt kurz vor Konzertbeginn auf der Bühne folgende Erklärung: Wenn die Leute mit den Handys fotografieren oder filmen, halten sie das Handy hoch und der Hintermann / die Hinterfrau sieht nur noch das Display – und nicht mehr die Show. Außerdem seien Blitzlicht, Autofokus-Hilfslicht und Displays schlecht für die Filmaufzeichnung. Gut, das ich am Gang sitze und eine lichtstarke Kamera mit Sucher habe…

Wirklich gute Bilder gibt es nur bei den Profis:

Auf der Website der Royal Albert Hall. (Wirklich klasse Bilder!)

Auf der Webseite „The Up Comming“.

 

P.S.2:
Selbstverständlich werde ich noch ein VIAGOGO Update schreiben – denn bei aller Freude über dieses sensationelle Konzert, gibt es bezüglich Organisation durchaus Schatten, die erwähnt werden müssen. 60 Minuten vor Einlass gab es noch „many tickets for 75 pounds“.

P.S.3:
Und auch RYANAIR muss dran glauben! NIE WIEDER RYANAIR! Hurra!

Marillion in der Royal Albert Hall – Aufgeregt am Vorabend

Noch gut 26 Stunden, dann steigt das Konzert des Jahres, ach, was sage ich, das Konzert des Lebens!

Fast genau vor einem Jahr haben wir MARILLION hier in LONDON im O2 FORUM gesehen – und genau in dieser Zeit verkündete die Band, im Oktober 2017 in der legendären ROYAL ALBERT HALL zu spielen.

Der ganze Mist rund um „Ticket kaufen“ und „Ausverkauft oder nicht“ ist fast vergessen. Jetzt steht erst mal das Konzert der Konzerte an und ich muss meine Erwartungshaltung minütlich absenken, denn ich weiß genau: Offen sein, für das was kommen mag ist 10 mal besser, als durch zu hohe Erwartungen enttäuscht zu werden. Denn MARILLION muss ja nicht nur mich glücklich machen, da werden auch noch 4.999 andere sein, die ihren Spaß haben wollen 😉

Noch bevor wir das Hotel bezogen haben, haben wir die ROYAL ALBERT HALL von außen in Augenschein genommen – tolles Gebäude, leider teilweise eingerüstet und sehr dicht umbaut. Geht schon los, mit Erwartung und Erfüllung und so… 😉

Jetzt hängen wir im Hotel ab und versuchen uns nachher mit anderen angereisten Fans auf ein Bier zu treffen.

Oh weh, hoffentlich wird alles gut, Morgen!

Peter.

VARBERG – ANHOLT – GRENA – BALLEN – NYBORG – MARSTAL – LABOE

Hier endlich der sechs-Etappen-in-einem Bericht über unsere Heimreise aus dem KATTEGAT mit dem STORMVOGEL:

Zunächst noch ein Nachtrag zu VARBERG:
Die Fähre STENA NAUTICA, von GRENA kommend, legt jeden Abend im Hafenbecken von VARBERG ein beeindruckendes Wendemanöver ohne Fremde (Schlepper-)Hilfe hin.

STENA NAUTICA in VARBERG

Aus der Revierfahrt heraus ein 180° Wendemanöver auf engstem Raum und dann kurz rückwärts an den Liegeplatz. Leider war das Wetter zu grau und ich stand an einer sub-optimaler Position für die richtigen Fotos, aber die hier müssen einfach reichen.

Ganz schön verbeult – von der Ostseewelle?

Nun denn, es geht weiter. Am Mittwoch, den 20. September 2017 gehts 35 Seemeilen rüber nach ANHOLT. Keine echte Überraschung, das laue Lüftchen reicht nicht zum segeln. Mit dem gesetzten Groß zur Stütze laufen wir also SÜD-WEST und überqueren die großen Sandbänke Nördlich von ANHOLT. Das Wasser ist vier bis fünf Meter tief – und glasklar. Wir freuen uns richtig über dieses klare, saubere Wasser. Erstaunlich, hatten wir so noch nicht, in diesem Jahr.

Wenn es jetzt auch noch warm wäre? Das Wasser? So um die 25°C vielleicht? Wie? Geht nicht in der OSTSEE? Ach, wie schade!

Anholt

Der in der Saison oft überfüllte Hafen von ANHOLT – menschenleer. Vielleicht sechs andere Boote sind hier. Uns fällt sofort die neue Hafenanlage auf. Kein Heckanker mehr nötig – Schwimmbojen für die Heckleinen, wie wir aus einem Aushang lernen, mit einer Lanze in den Hafengrund geschossen und bombenfest. Auch die Stege und deren Elektrik sind neu. Also neu für uns, die das letzte Mal vor acht Jahren hier waren. Keine Ahnung, wann umgebaut wurde. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Anholt

Ohne große Diskussion beschließen wir, einen Hafentag in dieser Einsamkeit einzulegen. Der Abend klingt mit einem kleinen BBQ am Steg aus, die Manschaft möchte nicht, das der Skipper schon wieder an Bord grillt.

Anholt

Tags darauf geht es mit dem geliehenen Fahrrad gehts zum Kaufmann. Natürlich ist keines der Geschäfte, Kneipen oder Restaurants im Hafen mehr geöffnet und der Kaufmann im Dorf ist gut 4 Kilometer entfernt. Der Fahrradverleih im Hafen ist auch nicht mehr geöffnet – aber der hat einen Aushang: Man habe ein DO-IT-YOUR-SELF System für die Miete und man möge bitte anrufen. Das machen wir gerne, um an die sehr einfachen Fahrräder zu kommen. Fußkranke Segler und so.
Na ja, also das so genannte DO-IT-YOUR-SELF System geht so: Man ruft an, bekommt den Zahlencode für das Zahlenschloss um auf einen Schlag ca. 15 Fahrräder auf zu schließen, sucht sich eines oder zwei aus, schließt die anderen wieder ab und steckt das Geld für die Miete in den Briefkasten. Rent-A-Bike made simple.

Durch den großen Hügel, der fast schon als kleiner Berg durchgeht, bekommt ANHOLT seinen ganz eigenen Charakter und gewinnt an Charme. Wie lieben es, hier mit dem Fahrrad zu fahren. Auch im Dorf ist bis auf den Supermarkt alles geschlossen. Es ist halt spät in der Saison.

Anholt

Hafentag ist auch oft auch mal Waschtag. Jedenfalls wenn wir Waschmaschinen und Trockner finden. Der Waschsalon zu ANHOLT hat geöffnet, die Münzautomaten brauchen ja keine besondere menschliche Aufmerksamkeit. Sollte man meinen. Denn eine Maschine will unsere Wäsche absolut für sich behalten und lässt sich nicht mehr öffnen. Aller Versuche, Wartezeiten und Flüche helfen nichts. Kein Mensch weit und breit. Auf einem Handgeschrieben Zettel an der Tür entdecken wir in extremer Kleinschrift eine Telefonnummer – und rufen an. Der Däne am anderen Ende der Leitung erklärt im gebrochenen Englisch, das könne doch gar nicht sein, wir sollten warten bis sie von alleine aufgehe und er könne sowieso nichts machen, weil er auf dem Festland sei.

Na toll!

Die modernen Industriemaschinen sind rundum geschlossen, keine Schrauben zum öffnen, kein Pumpendeckel, um das Wasser manuell abzulassen. Nur einen Drehknopf und ein Display, das in Dänisch irgendwas von „Fehler“ verkündet. Wir rufen erneut den auf dem Festland befindlichen Waschsalonbetreiber an und drücken vorsichtig so was wie verärgerung aus. Er verspricht, einen befreundeten Fischer gegen 18:00 Uhr vorbei zu schicken. Der könne vielleicht helfen. Das sind noch über zwei Stunden und ob ein Fischer auch Waschmaschinenexperte ist? Mehr aus ärgerlicher Verzweiflung – wir lassen niemanden zurück – auch nicht unsere Wäsche! – drücken wir endlos lange auf den Drehknopf und auf einmal erscheint im Display ein Menü und wir können die Tür öffnen. Oder auch die Menüsprache ändern, oder sonst was einstellen…kein Wunder, das der Festlandmensch uns diesen Trick nicht verraten wollte.
Mit viel Klebeband und einem deutlichen Hinweiszettel nehmen wir die defekte Maschine außer Betrieb, nicht, das andere das gleiche Problem bekommen. 

Anholt

Den Abend verbringen wir auf der Veranda des Hafenbüros im 1. Stock mit einem grandiosen Blick über den Hafen auf die OSTSEE. Ein paar Drinks, Erdnüsse und wir merken schon wieder, wie gut wir es haben. Und das dieses Segeln in der Spätsaison durchaus auch wirklich schöne, sogar sehr schöne Tage mit sich bringt!

Früh´ am nächsten Morgen stehen wir beim Fischladen im Hafen. Der macht nur Morgens kurz auf, wenn die Fischer wieder kommen. Am Vorabend auf der Veranda konnten wir beobachten, wie vier Fischkutter den Hafen verlassen haben. Zwei davon sind schon zurück, die anderen trudeln ein, als wir im Laden stehen. Wir kaufen 2 Kilo Ostsee-Garnelen und drei Schollen. Die Garnelen sind schon kopflos und zwei Kilo sind viel zu viel, aber lecker. Die Schollen sind der Hammer – und die bekommen wir fast geschenkt. Beim Essen dieser Köstlichkeiten denken wir an das glasklare Wasser und an die Boote, die am Vorabend ausgelaufen sind. Scheiß-Job, sicher, aber das Ergebnis ist klasse.

Windpark vor Grena

Für den übernächsten Tag kündigt der Wetterbericht Segelwind an, um nach SÜDEN zu kommen. Wenn man denn schon in GRENA wäre. Also gehen wir am Vormittag erneut unter Maschine bei sehr schwachem Wind weiter nach Westen und durchqueren den Windpark in der Ansteuerung von GRENA. Wir sind noch nie durch einen Windpark gefahren, zu viel Resepkt. Aber jetzt, bei glatter See und unter Maschine natürlich kein Problem. Ansonsten 29 völlig ereignisfreie Seemeilen. Passt zum Ziel GRENA – kein weiteres Wort über diese Relaistation.

Tags darauf geht es im trüben Grau direkt weiter nach SAMSÖ, knapp 40 Seemeilen entfernt. Doch der Wind ist so schwach, das wir nach zwei Stunden den Brüllaffen im Keller anschmeißen. 3 Knoten Fahrt sind für 40 Seemeilen nicht wirklich zielführend. Vielleicht im Hochsommer mit viel Tageslicht. Aber nicht jetzt.

Erstaunlicherweise ist der Hafen von BALLEN auf SAMSÖ recht voll. Ach ja, es ist ja Wochenende! Es sind also doch noch eingeborene Segler unterwegs – und durchaus sportlich, denn nach BALLEN kommt man ja auch nicht einfach mal so zum Kaffee. Wir machen direkt neben einem uralten in Klinkerbauweise gebauten Holzboot fest und wechseln ein paar Worte mit einem Belgier, der genau so aussieht wie sein Boot und erklärt, das er in BALLEN auf dem Boot überwintern werde…na, wenn das mal nicht sehr einsam wird?

Eigentlich wollten wir ja mal einen ganzen Tag auf SAMSÖ verbringen, aber wie so häufig auf unseren Rückreisen. Auf Rückreisen werden wir magisch vom Ziel angezogen! Außerdem macht sich der Skipper Sorgen um das Bugstrahlruder, das seit GRENA merkwürdige Geräusche von sich gibt. Es funktioniert zwar, hört sich aber anders an. Muss überprüft werden.

Behutsam, sehr behutsam und vorsichtig weist die Mannschaft auf eine seit Jahren stehende Verabredung zwischen Skipper und Mannschaft hin:

Alles, was unter Wasser ist, ist des Skippers Job.

Nun ja, die Bugstrahlpropeller sind tatsächlich unter Wasser und allem äußeren Anschein zum Trotz, besitzt der Skipper durchaus so was wie eine Skipper-Ehre. In der Vorahnung von eiskaltem Wasser betäubt sich eben jener Skipper mit alkoholischem Getränk, wohl wissentlich, das man das nicht tun sollte…steigt ins Wasser, bekommt Schnappatmung, schwimmt 14 Meter nach vorne, setzt die Taucherbrille auf, holt Luft, taucht und steckt seine rechte Hand in den Propellertunnel um eventuelle Blockaden oder Hindernisse zu ertasten…und schwups, schneidet er sich drei Fingerkuppen an den scharfkantigen Muscheln auf, flucht, schwimmt die 14 Meter zurück und klettert mit letzter Kraft wieder zurück an Bord.

Dort erwartet ihn die mitfühlende und vorbereitete Mannschaft und überschüttet ihn mit Mengen von warmen Wasser – oh, wie wohlig schön das ist, wenn der Kälteschmerz nach lässt.

So richtig was gefunden hat der Skipper bei seinem Schnelltauchgang nicht, aber eben auch sicher gestellt, das da außer den Muscheln kein Fremdkörper im Tunnel ist.

Sehr früh´ am Morgen des 24.9. machen wir uns auf den Weg durch den großen Belt nach NYBORG. 42 Seemeilen. Anfangs segeln wir mit dem großen WINGAKER, aber der Wind ist für das Leichtwindsegel doch zu stark und wir hängen voll auf der Backe. Also wechseln wir lieber schnell auf die weißen Segel, trimmen diese und schon läuft das Boot wie auf Schienen nach Süden…nur der Gegenstrom von etwas über einen Knoten trübt die Freude. Und der graue, regen verhangene Himmel sowieso.

Großer Belt Brücke

Verdammt viel Schiffsverkehr hier. Die Sicht ist im Zusammenspiel mit dem AIS ausreichend und wir kommen keinem großen Dampfer zu nahe. Als wir in die Nähe der Storebæltsforbindelsen (der Brücke über den Großen Belt) kommen, erscheint blauer Himmel samt Sonne und nimmt uns dafür den schönen Segelwind. Einmal mehr können wir nicht alles auf einmal haben, aber immer einen Anteil an was Gutem.

Weil die Masthöhe des STORMVOGELS 19 Meter ist und die offizielle Brücken-Durchfahrtshöhe der WEST-Passage nur 18 Meter beträgt, fahren wir im Schifffahrtsweg. Hier beträgt die Durchfahrtshöhe 65 Meter und wir müssen dafür einen Umweg von gut 10 Seemeilen dafür in Kauf nehmen. Egal, die Sonne scheint und diese Spätsommer Stimmung auf dem Wasser ist schon einmalig.


Skipper und Mannschaft sind sich sicher, noch nie in NYBORG gewesen zu sein…doch bereits in der Ansteuerung dämmert es dem Skipper, hier schon mal gewesen zu sein. So einen hübsch zurecht gemachten, aber dennoch extrem sterilen Hafen vergisst man nicht. Die Pommes-Bude am Hafen hat noch auf und so lauschen wir bei Curry-Wurst-Pommes und Bier den Übertragungen der heutigen Bundestagswahl im Internetradio. Die Sache ist ja schnell klar und wir trotten zurück an Bord, holen Duschzeug, machen uns nachtfein und schließen früh die Augen.


Die Etappe von NYBORG nach MARSTAL (31 Seemeilen) verspricht sehr angenehm zu werden. Segelwind, gute Landabdeckung zu beiden Seiten und ein Ziel, auf das man sich immer freuen kann. Jedenfalls können wir das. Immer noch.
Das Groß im zweiten Reff und mit der Fock laufen wir prächtig nach SÜDEN und erreichen das enge und flache Fahrwasser der Langelandsbroen (Brücke nach LANGELAND). Dem Skipper wird es nun zu eng, also packen wir an geeigneter Stelle alle Segel weg und motoren im Fahrwasser. Gute Entscheidung, denn kurz vor erreichen der Brücke dreht der Wind komplett und ist auch mal kurz ganz weg.

Aber er kommt wieder und so können wir kurz nach der Brücke das YANKEE setzten und im Fahrwasser die paar Meilen nach MARSTAL laufen…als wir dort ankommen haben wir mal wieder satte 25 Knoten Wind und wir planen den Anleger ganz genau. Nicht, das das Bugstrahlruder bei dem Wind wirklich helfen könnte, auch, wenn es 100% in Ordnung wäre. Nein, bei dem starken OSTWIND muss der Anleger klappen.
Mit viel Fahrt geht der Skipper in die Box, mit großem Geschick und in rasender Geschwindigkeit bekommt die Mannschaft die Luv-Achterleinen auf den Holzpfahl und sogar die Luv-Vorleine am Steg fest, nachdem sie auf eben jenen Steg gesprungen ist und der Skipper voll aufgestoppt hat.

Es ist, so glaube ich, noch nie vorgekommen, das der Skipper für einen Anleger applaudiert. Diesmal tat er es, voller Stolz auf die gemeinsame Leistung. Klar, da war auch Glück dabei, aber ganz klar auch Können. Vielleicht ist das ja auch ein Ergebnis unserer OSTSEE 2017 Touren: An/Ableger unter Starkwind-Bedingungen geübt.

Auf dem Weg ins Dorf und der Suche nach dem Anlegerbier reden wir die ganze Zeit über den sehr gelungenen Anleger, so aufgeregt sind wir noch. Und das, obwohl wir nach den ersten Leinen noch gut 30 Minuten gebraucht haben, um die Leeleinen über zu bringen und das Boot in die richtige Position zu bringen. Unglaublich, dieser völlig ungebremste Winddruck auf den Rumpf. Da hält man gar nichts mehr mit der Hand! Schon gar nicht den STORMVOGEL.

Die Suche nach dem Anlegerbier verläuft erfolglos. Geschlossen, geschlossen und genau, geschlossen. Nur, wie immer, der Supermarkt hat noch auf. Also eine Dose am Wegesrand, nicht besonders ruhmreich.

Der Wetterbericht für die Woche meint, das es täglich schlimmer werden wird. Wind wird zunehmen und auf SÜD drehen, das ist für Kurs LABOE nicht gut. Also gehen wir schon wieder am nächsten Tag weiter. Der Ableger dauert auch fast 30 Minuten, weil wir Hilfsleinen auf Slip legen müssen, um die Knoten überhaupt auf zu bekommen. Aber auch das klappt, wir richten uns wieder auf viel Wind ein – reffen also schon im Hafen und gehen auf Kurs.

Diesmal ist es alleine die Mannschaft, die in einem Anflug von Überheblichkeit auf der 32 Seemeilen langen Reise dummes Zeug anstellt und einen Kohleintopf unter Deck kochen will. Sie war vom Skipper gewarnt. Es wird scheppern, rappeln und klappern. Aber nein, kein Problem, die Mannschaft kocht Kohleintopf!

So durchpflügen wir mit über 7 Knoten Durchschnitts-Geschwindigkeit die Wellen und nach einer guten halben Stunde kommt eine grünlich im Gesicht ausehende Manschaft den Niedergang hoch und klettert ins Cockpit und verkündet: „Ich hätte es fast geschafft – die Suppe ist fast fertig, aber jetzt kann ich nicht mehr!“

Ja ja, drohende Seekrankheit und die Überheblichkeit von Skipper und /oder Crew. Nie eine gute Kombination. Respect The Elements, kann ich da nur sagen.

Wir treffen andere Segler und ich frage mich, wieso man sich auf offener See unter diesen Bedingungen so nahe kommen muss? Obwohl Kurshalter, reffe ich das Yankee etwas aus und gebe Vollgas, um die Situation zu entschärfen. Nähe KIEL LEUCHTRUM herrscht viel Schiffsverkehr und die Sicht könnte besser ein. Voraus gehen Wolkenbrüche über Land nieder und durch die letzte Kursänderung kommt der Wind nun achterlich. Auf einmal schaukeln wir ganz gemütlich nach LABOE, dem letzten OSTSEE-Ziel für dieses Jahr. Ach ja…

15 Minuten nach dem Anleger steht die Kohlsuppe auf dem Tisch – lecker!

Peter.

P.S.:
Tja, das war sie wohl, die Segelsaison OSTSEE 2017. Wir lassen das Boot noch ein paar Tage in LABOE und hoffen, das wir zwischen den ganzen Terminen zu Hause noch mal schönes Wetter haben und ein oder zwei schöne Segeltage ergattern können. Ende Oktober, kurz vor der HANSEBOOT gehen wir dann durch den Kanal ins Winterlager nach GLÜCKSTADT.

P.S.2:
Die Werft in LABOE hat das Bugstrahlruder innenbords überprüft – keine Fehler oder Auffälligkeiten erkennbar. Ein am Steg vorbei kommender Taucher hat unter Wasser noch mal nachgeschaut und auch nichts gefunden…und das Geräusch ist auch weg. Klabautermann, ick hör Dir trabsen…

P.S.3:
Dafür ist die Heizung ausgestiegen…das ist echt großer Mist. Die schöne Heizung! Heizt nicht. Luft im Diesel. Es ist ein Boot. Ein Boot!

GÖTEBURG – VRANGÖ – VARBERG

Wir verlassen MARSTAND durch das innere Schären-Fahrwasser und gehen südlich nach GÖTEBURG. Die Fahrt durch die Schären ist fantastisch und wir wissen es sehr zu schätzten, das der Wettergott zwar sehr wenig Wind, dafür aber jede Menge Sonne zu uns geschickt hat. So laufen wir also am Freitag, den 15. September 2017 mit gemäßigter Geschwindigkeit unter Maschine durch die raue Felsenlandschaft und freuen uns an der Natur.

Auch wenn es trotz Sonne viel zu kühl ist: Die Schärenlandschaft nördlich von GÖTEBURG ist ein echtes Reiseziel. Von zwei NORWEGERN haben wir gelernt, das man innerhalb der Schären bis zum OSLO-Fjord und somit bis nach OSLO kommen kann, wenn man will…könnte ein Plan werden!

Wir gehen wieder in die LILLA BOMMEN Marina im Herzen der Stadt. Der Hafen ist erwartungsgemäß leer, kennt aber keine Off-Season Liegegebühren. 42 € die Nacht ist schon sehr ärgerlich – die einfachen Sanitäranlagen sind OK, aber eben kein Highlight. Das man in der Saison mit hohen Liegegebühren versucht, Dauerlieger fern zu halten und so Platz zu schaffen für Kurzzeitgäste, ist verständlich. Aber wer Mitte September die vollen Hafengebühren verlangt, der will wohl gar keine Gäste.

Wir bleiben zwei Nächte, shoppen ein wenig vom heftigen Regen geschützt in der riesigen NORDSTAN Shopping Mall direkt am Hafen und kaufen dem Skipper neues Ölzeug.

Denn der hat die Schnauze voll von MUSTO, GILL oder sonstigem sogenannten High-Tech Textilien für hunderte von Euro. Er will einfach nur noch Ölzeug der Machart „Ostfriesennerz“, aber eine Spur robuster. Bereits 2016 in PORTUGAL fiel ihm die Marke GRUNDENS auf…Schwedische Marke, die in PORTUGAL produziert wird. Aus unerfindlichen Gründen gab es aber im Herstellungsland nur die „normal-Größen“ in den Läden…
…in GÖTEBORG finden wir beim Kanu-Ausrüster KANOTCENTRUM eine vollständige Größenkollektion und der Skipper kauft sich endlich ein Set „GRUNDENS HERKULES“ – der Name ist Programm! Man muss schon Herkules-Kräfte haben, um das schwere Ölzeug überhaupt tragen zu können. Aber es fühlt sich richtig gut an!

Jetzt bloß keine Kommentare von wegen „Schmoren im eigenen Saft!“.

Erstmals in unserem Leben gehen wir knapp 15 Seemeilen weiter südlich, auf die Insel Vrångö. Der uralte Törnführer spricht von Heckanker, den wollen wir aber auf keinen Fall auspacken und spekulieren in einem leeren Hafen und auf „irgendwo längseits gehen“. Die Fahrt nach VRANGÖ ist noch mal wunderschön. Der Hafen ist Sonntag Nachmittags nur fast leer, aber es gibt Grundgeschirr und so können wir ohne viel Platz zu verschwenden an Heckleine an den Steg gehen. Kurze Zeit später sind wir fast alleine, die Wochenend-Ausflügler aus dem Großraum GÖTEBORG fahren nach Hause.

VRANGÖ ist eine echte Perle und strategisch extrem gut gelesen – auf beiden Kursen: Kommt man von SÜD, kann man hier am Eingang der WEST-Schären gut Station machen, kommt man von NORD, verkürzt die Insel die Etappe nach Süden.


Ganz offensichtlich gibt es auf der Insel so was wie Dauerbewohner, aber die meisten Häuser werden offenbar nur im Sommer genutzt und stehen jetzt, wunderschön zurecht gemacht und komplett eingerichtet, einfach leer. Ein einsamer Rasenmäh-Roboter zieht seine wirren Bahnen, ein anderer hat sich wohl verirrt und hängt leblos an Steinen eines Blumenbeets fest. Wir sehen nur wenige Menschen, meist deutlich jenseits der 60 Jahre. Aber genau diese Menschen gehen todesmutig am Morgen im Meer schwimmen…nur kurz, aber vollständig im (vermutlich) eiskalten Wasser. Hey, das muss man erst mal drauf haben!

Der Sonnenuntergang in den Schären an diesem Abend ist spektakulär. Absolut fantastisch!

Der Wetterbericht diktiert die Weiterfahrt. Für den nächsten Tag ist gar kein Wind angesagt und für den heutigen Dienstag bis zu 20 Knoten aus West, das passt so nicht für den gewünschten Törn nach ANHOLT. Der Schlüssel liegt in der Vorhersage für den Mittwoch: 15 Knoten aus OST – das wäre doch prima! Also verkürzen wir unter Maschine die über 60 Seemeilen von VRANGÖ direkt nach ANHOLT und gehen nach VARBERG, dem bedeutenden Fährhafen an der SCHWEDISCHEN West-Küste. Von hier aus braust STENA in gut vier Stunden nach GREENA, gegenüber in DÄNEMARK.

Am heutigen Tag haben wir die Festung von VARBERG besucht und die erstaunlich große Innenstadt erkundet. Dabei mussten wir fest stellen, das unser altes schwedisches Geld, das seit Jahren zu Hause in der Schublade lag, nicht mehr gültig ist – haben die Eingeborenen doch glatt zum 1. Oktober 2015 neues Geld eingeführt und die alten Scheine und Münzen zum 30. Juni 2017 für ungültig erklärt? Wer kommt denn auf so was?
Na ja, mit etwas Lauferei bekommen wir heraus, das man in der ortsansässigen Wechselstube die alten Scheine gegen EURO tauschen kann…

Und wie das mit dem Wetter so ist – der angesagte OST-Wind wird zurück genommen und nun rechnen wir nur noch mit leichtem, kaum segelbaren Wind. Muss Morgen wohl die Unterwasser-Genua mal wieder ran. Schauen wir mal!

Der OSTSEE 2017:

1) VIEL oder KEIN Wind.
2) Und jede Menge Wasser. Von OBEN!

Peter.

AALBORG – ASAA – LASÖ – MARSTRAND

Nach einer Woche Heimaturlaub wieder zurück nach AALBORG.

Wenn wir ehrlich sind, wissen wir gar nicht, was „Arbeit“, „Urlaub“, „Heimaturlaub“ oder „Bordzeit“ ist. Ganz schön verwirrend mit den beiden Wohnsitzen, von denen einer auch noch andauernd seine Örtlichkeit wechselt.

Aalborg – Aquavit Hersteller

Die Anreise nach AALBORG mit Bahn und Taxi dauert lang, ist aber völlig stressfrei und somit OK. Der STORMVOGEL hat die Einsamkeit mal wieder gut überstanden, ist schnell wieder her gerichtet und selbst einen kurzen Einkauf im Supermarkt bekommen wir noch am gleichen Tage erledigt. Dann kann es also los gehen – wohin auch immer!

Tolle Seger – mehr unten in der Galarie!

Na ja, erst mal müssen wir aus dem LIMFJPRD raus. Uns begegnen unzählige Gaffelsegler, richtige Segelschiffe und auch ein paar Kriegsschiffe. Natürlich wissen wir Bescheid: Die LIMFJORD Rund-Regatta steht an und es sind über 70 Boote gemeldet…selbst aus SCHWEDEN reisen die historischen Boote und Schiffe an. Weil der Wind günstig steht, unter vollen Segeln. Sehr schön anzusehen!
Wäre ja auch mal eine Idee für den Spätsommer, diesem Ereignis beizuwohnen…

Schnellsegler…

Wir passieren HALS im Fahrwasser und werden schnell ordentlich durchgeschaukelt. Ganz optimistisch hatten wir gedacht, eventuell direkt nach LASÖ zu gehen, aber dieser Optimismus verliert sich recht schnell in der konfusen Ostseewelle und mit dem nicht so recht dazu passenden Wind. Als Ausweichhafen hatte sich der Skipper vorher ASAA ausgesucht und so ging es also stramm Nord.

Asaa – Dänemark

Die Ansteuerung von ASAA entpuppt sich als Nervenkitzel. Die Sandbänke reichen weit aufs Meer und wir fahren einen Riesenbogen, um die von Norden her ausgewiesene Ansteuerung zu nehmen. Der Tiefenmesser vermeldet noch weit vor dem Hafen stumm so was wie 3,0 Meter, oder auch spontan mal 2,10 Meter und als wir der Hafeneinfahrt näher kommen auch mal 0,9 Meter. Durch das flache Wasser brechen sich die vom Wind aufgepeitschten Wellen über die Bänke, in der Welle geht es auf und ab und der Skipper, angespannt, aber nach eigener Meinung vollständig Herr der Situation, steuert wie ein Weltmeister (ebenfalls Selbsteinschätzung) den Tonnenstrich entlang. Zweimal setzten wir im weichen Ostseeand auf. Einige lieben Lebensmittel – wir lieben Langkiel! In der engen Fahrrinne ist an eine Umkehr nicht zu denken.

Nicht der STORMVOGEL…aber ein anderer Wahnsinniger 😉

Wie so oft in der Seefahrt: Es kann nur vorwärts gehen!

ASAA ist ein künstlicher Inselhafen, also vor dem Festland aufgeschüttet. Vermutlich, um dieses endlose Flachwasser etwas zu entschärfen. Es wohnen keine Menschen im Hafen, dennoch haben wir das Gefühl, das uns einige Eingeborene haben kommen sehen und mit dem Auto fix aus dem Dorf in den Hafen gebraust sind, um sich das Spektakel anzusehen. Der Skipper wählt den erst Besten Liegeplatz, die Eingeborenen helfen fleißig beim Festmachen und so langsam legt sich das Zittern in den Gliedern des Skippers. Geschafft, ohne Schäden, ohne Hilfe, ohne Drama.

SY STORMVOGEL, eine KOOPMANS 48 Aluminium-Segelyacht

Schnell steigt ein gewisser Ärger im Skipper auf. Müsste der Hafen nicht geschlossen sein, wenn die Fahrrinne so versandet flach ist? Überhaupt: Wie konnte er sich auf die Aussagen in Seekarte und Törnführer verlassen?

Wie immer folgt eine Phase der Abkühlung, Ernüchterung und gar Einsicht!

Ein Eingeborener, der Deutschen Sprache sehr gut mächtig, klärt auf: Die Fahrrinne wird tatsächlich in jedem Frühjahr ordentlich auf 2 Meter gebaggert. Und normalerweise hält das auch bis in den Winter. Aber in diesem Jahr gab es so viele SÜD, OST und NORD Stürme, das die Brandung den Sand wieder in den Rinne geschwemmt hat und deswegen bleiben dort öfters mal Boote stecken…die dann vom ortsansässigen Fischer wieder frei geschleppt werden müssen.

Asaa

Soweit zum Fremdverschulden…aber der Skipper kommt auch zur Einsicht, selbst einen Fehler gemacht zu haben: Im Törnführer wird ein Tidenhub von +/- 0,5 Metern genannt. Klar, wir sind ja schon in der Nähe von SKAGEN und damit der NORDSEE. Bei einer Soll-Wassertiefe von 2,00 Metern (bezieht sich immer auf das Niedrigwasser) dürfte man durchaus vermuten, das jeder Zentimeter zählt. Wer da bei Niedrigwasser einläuft, riskiert was. Logisch, als wir zwei Tage später weiter reisen, warten wir das Hochwasser ab, der Fischer hält ein Auge auf uns und wir kommen sehr gut wieder ins offene Meer. Uff.

Lasö Fähre

LASÖ ist das nächste Ziel. Nur noch 23 Seemeilen entfernt. Der SÜD-Wind hat etwas nachgelassen, es weht „nur noch“ mit 25+ Knoten und wir machen schon wieder eine schnelle Reise. Der Wind diktiert Richtung und Zeit. Denn gegen 20+ Knoten braucht man gar nicht erst anzutreten. Außer man ist Sportler. Vielleicht.

Der Moment zwischen Himmel und Hölle

Von LASÖ sehen wir nur den Hafen, die Pommesbude und den Hafengeld-Automaten. Der sorgt für einen schnellen Pulsschlag beim Skipper – am Abend und am darauf folgenden Morgen: 240 DKK Liegegeld in einem absolut leeren Hafen – klarer Fall von WUCHER! (OK, ok, in ASAA wollten sie gar kein Geld…). Der Knaller war aber dann am nächsten Morgen, das der blöde Automat die Karte nicht zurück nehmen wolle?! Jetzt fahren wir die voll mit Geld aufgeladene Hafenkarte von LASÖ spazieren, na toll!

Alles im allem also nur Gründe, direkt weiter zu segeln. Und, natürlich, da ist ja auch noch der Wind!

Marstrand

An den deutschen Küsten ist der erste Herbststurm mit 45+ Knoten Wind und 7 Meter Welle angesagt – ein solcher Sturm beeinflusst das Wetter in einem großen Gebiet, also auch unser KATEGATT-Wetter im Norden. Wir müssen uns entscheiden: Mit Starkwind rüber nach MARSTRAND in SCHWEDEN fliegen oder im toten LASÖ mit dem tumben Automaten zu bleiben…für Tage! Denn nach dem starken SÜD-Wind kommt ein Tag mit NORD-Wind und danach gar kein Wind mehr. Wie toll.

Wir wissen: Starkwind und Welle kann der STORMVOGEL.
Wir wissen, Starkwind und Welle kann die Crew.
Wir wissen, das wird kein Spaß.
Wir wissen, das wird richtig anstrengend.

Also alles klar. Wie fahren!

Durch die große Landabdeckung von LASÖ läuft es anfangs richtig gut. Das Groß haben wir schon in Hafennähe im Dritten Reff (also so klein wie möglich) gesetzt und arbeiten nur mit Vorsegel und Yankee um maximale Geschwindigkeit zu laufen.

Denn wir wissen auch:
Am späten Nachmittag wird der Wind auf OST drehen und das wäre bei der Ansteuerung von MARSTRAND doch bescheuert gegen an.

Der Skipper beobachtet im Cockpit den Windmesser mit Argusaugen. Nicht, das er das wirklich müsste. Dann er hört die Windstärke. Er hört die Böen kommen, er spürt, wie der STORMVOGEL beschleunigt. Die Mannschaft ist tief in ihr Buch abgetaucht und nur bei Segelmanövern an Deck zu sehen. Die häufen sich. Der Wind steigert sich von 20 auf 25 auf 30 und auch mal auf 35 Knoten. Völlig eingerefft laufen wir in den (Regen) Böen 7 Knoten über Grund in einer absolut konfusen See. Beim passieren des Tiefwasserweges für die großen Schiffe haben wir Glück: Trotz viel Schiffsverkehr kommen wir keinem zu Nahe und müssen auch nicht ausweichen…nur, um dann kurz darauf einem Schleppnetzfischer doch noch ausweichen zu müssen. Fischer! Fischer müsste man sein! Da dürfte man alles! Als Fischer!

AIS und Radar geben uns einen guten elektronischen Überblick über unsere Umgebung und meistens ist die optische Sicht auch OK. Nur bei Ankunft an der WEST-Küste von SCHWEDEN hängen schwere Regenwolken und Gewitter über uns…und die damit verbundene schlechte Sicht macht die Sache für uns nicht gerade einfacher.

Marstrand

Rechtzeitig erkennt der Skipper, das ein unglaublich starker NORD-Strom an der Küste steht. Klar, generell läuft hier sowieso das Wasser nach NORDEN, aber der starke SÜD-Wind pusht das Wasser offenbar noch mal ordentlich. Also satte 30° oder auch mal 40° vorhalten – ganz so wie im ENGLISCHEN KANAL. Kurzer Aufreger um das Finden des richtigen Leuchturms und der Felsen…(sieht ja in Natur immer alles ganz anders aus als auf der Karte!)…und schon sind wir im nördlichen Fahrwasser von MARSTRAND.

Neben der großen Erleichterung, diese raue Passage gut geschafft zu haben, stellt sich bei uns beim Anblick der Scheren-Felsen und der niedlichen SCHWEDEN-Häuser sofort große Freude ein. Richtige Entscheidung, hierher zu kommen.

Es ist der Moment des Ankommens, der diese Art zu Reisen so einmalig macht.

Einmal mehr richtig.

Marstrand

Tja, jetzt sind wir also in SCHWEDEN, stellen etwas ernüchtert fest, das hier bereits die Bürgersteige hoch geklappt sind und genießen heute (14/9/2017) den ersten richtigen Sonnentag seit Wochen.

Herrlich.

Die Sonne wärmt sogar noch!

Habt ihr mal euren Sturm in DEUTSCHLAND.

Wir haben Sonne!

Ätsch!

Peter.

P.S.:
Ergänzung:
Die Sonne hielt sich bis zum Abend, wir saßen im GRAND HOTEL zu MARSTRAND und speisten fürstlich, akustisch untermalt von einem Frauenchor (offenbar auf Chorfahrt) bestehend aus 50 Frauen und EINEM Chorleiter. Ein ordentliches Gewitter schickte Eimerweise Wasser auf die Erde…und in das WC-Luk des STORMVOGELS, denn irgendwer hatte es wohl offen stehen lassen.

Limfjord

Fern der ganzen Umbauprojekte zu Hause und unserer neuen Verlagstätigkeit haben wir wieder einige Zeit am LIMFJORD im hohen Norden DÄNEMARKS verbracht. Der STORMVOGEL eher zum schwimmenden Apartment degradiert, der Sommer bereits als verkappter Herbst unterwegs und der Skipper als Quotenmann bei bis zu vier Frauen und vier Kindern im Gefolge. Was für verworrene Verhältnisse!

LEMVIG

Segeln war nicht viel – viel zu viele Menschen mit eigenen, sagen wir mal, Bedürfnissen. Also eher so was wie LEGOLAND, Spielplatz, Shoppen und rum toben.

So sei es.

Wir verbrachten eine weitere gute Woche in LEMVIG und möchten an dieser Stelle noch mal die Vorzüge dieses gemütlichen Städtchens heraus stellen:

1) Ruhiger Stadthafen mit sensationell niedrigen Liegegebühren für Langzeit-Lieger: 1.600 Kronen für vier Wochen sind doch echt ein Schnapper, oder?

2) Der BESTE Schlachter Dänemarks direkt am Hafen: Hier gibt es z.B. Grillwürstchen, die eben richtig was besonderes sind – und eben nicht dieser Dänemark-Supermarkt-Würstchen-Mist, den man sonst nur bekommt.

3) Direkt neben dem Schlachter der Käseladen: Echter Dänischer Käse, lecker! Man darf vor dem Kauf probieren… 😉

4) Und natürlich im Hafen die große Fischbude mit frischen, geräucherten und eingelegtem Fisch.

Das alles in toller Landschaft, umrahmt von einem kleinen Berg, direkt am Wasser. Oh ja, hier ließe es sich leben! Die Eingeboren treffen sich Dienstag Spätnachmittags zur Abendregatta und kennen natürlich jede Untiefe. Die Flotte mit ihren Spinackern in der Abendsonne liefert die perfekte Kulisse am Fjord. Sehr schön!

Im LEGOLAND zu BILLUND ergab es sich, das sich ein Frosch der bunt gewürfelte Großfamilie anschloss und der Skipper sich schnell verliebte. Nun ist so ein Frosch ohne Kuss ja noch kein Mensch und üblicher Weise verbirgt sich eher ein Prinz denn eine Prinzessin hinter den Glupschaugen.

So wurden denn auch vielfältige Besitzansprüche und Liebeserklärungen abgegeben – sehr zum Nachteil des Skippers, denn ihm blieb außer einer schmachtenden Umarmung nur das Nachsehen. Fröschi wohnt jetzt in Hamburg. Natürlich bei einem jüngeren!

In den letzten Familien-Urlaubstagen haben wir den STORMVOGEL locker nach AALBORG vorholt. Diesmal, von WEST nach OST tatsächlich immer unter Segeln. Mal schnell, mal gaaaannnnzzzz Langsam, aber immer unter Segeln. Das Revier wäre wirklich lohnenswert, wenn das Wetter beständiger und ruhiger wäre. Vielleicht in einem anderen Jahr. Oder Jahrzehnt, oder Jahrhundert?

Im Moment sind wir wieder für ein paar Tage zu Hause, gehen aber nächste Woche wieder an Bord. Wenn das Wetter so schlecht bleibt, gehts wohl relativ schnell wieder in die Kieler Bucht. Falls es doch noch so was wie einen Spätsommer geben sollte, lassen wir uns Zeit und gehen vielleicht erst mal noch nach SCHWEDEN. Schauen wir mal…

Peter.

Sailors Arrive! Seefahrer kommen an.

In den vergangenen Monaten haben Heidi und ich an unserem Reisebericht gearbeitet. Heraus gekommen ist ein 118-minütiger Fotofilm mit vielen Fotos, Videos und Landkarten. Professionell gesprochen von Dr. Jochen Werner und hochklassig akustisch mit Geräuschen und Musik in Szene gesetzt von Ole Wiedekamm.

Wir sind recht Stolz auf das Arbeitsergebnis.

Sailors Arrive! Beach in Thailand
Sailors Arrive! Thailand.

Leider haben wir keinen Verlag gefunden, der unseren Fotofilm in den Handel bringen wollte – also haben wir mit der „PARIMARE Verlag GmbH“ einen eigenen Verlag gegründet, Produktions- und Handelsstrukturen aufgebaut und starten nun als PARIMARE die Vermarktung. Mehr Titel, nicht nur eigene, werden folgen. Im Herbst sind wir als Aussteller auf der HANSEBOOT.

Hier also erst mal unser erstes Produkt – wenn es gefällt, bitte weiter empfehlen und wo immer möglich, eine Rezension / Bewertung verfassen. Falls ihr bei FACEBOOK aktiv seid, bitte unser kleines Trailervideo mit euren Freunden teilen.

Danke!

Sailors Arrive! Seefahrer kommen an.

Jetzt im Handel.

Beschreibung

Fotofilm

 „Flugreisende steigen aus und sind da, Seefahrer kommen an.“

Von Hamburg in die Karibik – und einmal um die Welt: Wovon viele  träumen, haben Heidi und Peter Wiedekamm realisiert. Mit ihrem 14,5 m langen Segelboot Stormvogel überquerten sie Atlantik und Pazifik, bereisten innerhalb von vier Jahren den blauen Planeten.

Sailors Arrive! Reiseroute
Sailors Arrive! Weltkarte

Von anfänglicher Unerfahrenheit bis zu Stürmen oder bedrohlichen Lecks am Boot erfuhren sie ihre eigenen Grenzen. Aber die Menschen und Orte, die sie erreichten, waren wunderbare Entlohnung für die Strapazen: herzliche Gastfreundschaft, Traumstrände, Hilfsbereitschaft oder das Lachen der Kinder, die den „Skipper und die Mannschaft“ in den kleinen Häfen freudig begrüßten.

Sailors Arrive! Traumstrand
Sailors Arrive! Strand in Vanuatu

2012 startete das Ehepaar von Hamburg aus über die Kanaren zu den Kleinen Antillen. Durch den Panama-Kanal via Galapagos-Inseln wagten sie die Querung des größten und tiefsten Ozeans der Welt, des Pazifiks, um nach Wochen auf See an den Stränden Polynesiens zu landen – fast wie einst die großen Entdecker. Das war aber nur eines der Highlights dieser außergewöhnlichen Unternehmung, das die beiden Norddeutschen über Neuseeland, Indonesien oder Thailand schließlich ins Mittelmeer und nach 1500 Tagen zurück in den Hamburger Hafen brachte.

Sailors Arrive! Independence Day Indonesia
Sailors Arrive! Unabhängigkeitstag in KISAR / Indonesien

Die Erlebnisse und Erfahrungen der beiden Reisenden sind in zwölf Kapiteln nachzuerleben. Illustriert mit zahllosen brillanten Fotografien und Filmen, gesprochen von Dr. Jochen Werner und akustisch stimmungsvoll in Szene gesetzt von Ole Wiedekamm.

Sailors Arrive! Indonesia
Sailors Arrive! Indonesien

Sailors Arrive! ist eine Dokumentation über eine außergewöhnliche Segelreise, ein reich bebilderter Bericht über das Wagnis, die eigenen Grenzen hinter sich zu lassen und die Welt auf einem langsamen, entschleunigten Weg kennenzulernen. Sailors Arrive! ist für Fernsüchtige ebenso wie für anspruchsvolle Segelfans, für Reisende und Weltenbummler ein wunderbares Geschenk – unterhaltsam und informativ zugleich.

Sailors Arrive! Tuamotos
Sailors Arrive! Wolkenformation im Pazifik

Heidi Wiedekamm (Jg. 1961, Hauswirtschaftsleiterin) & Peter Wiedekamm (Jg. 1965, Unternehmer) leben in Elmshorn – wenn sie nicht wieder mit ihrem Segelboot unterwegs sind.

Der Fotofilm „Sailors Arrive! Seefahrer kommen an“ ist die erste Veröffentlichung des neu gegründeten PARIMARE Verlags in Elmshorn. Hinter dem Verlag stehen Heidi und Peter Wiedekamm – also wir!

Inhaltsverzeichnis

Fotofilm mit

  • mehr als 1.000 Fotografien
  • mehr als 60 Landkarten
  • mehr als 30 Videos
  • zwei Sprachen (Deutsch / Englisch)

Mehr als 25 fantastische Reiseziele rund um die Welt:

Deutschland, Die Niederlande, Frankreich, England, Spanien,  Portugal, St. Lucia, Martinique, Dominica, Bonaire, San Blas, Panama, Las Perlas, Galapagos, Marquesas, Tuamotos, Tahiti, Bora Bora, Maupiti, Rarotonga, Niue, Tonga, Neuseeland, Australien, Vanuatu, Indonesien, Singapur, Malaysia, Thailand, Türkei, Griechenland und Italien.

Sailors Arrive! World War II Museum in Vanuatu
Sailors Arrive! Weltkriegsmuseum in VANUATU

Eine Weltreise in 118 Minuten und 12 Kapiteln:

Kapitel 01: Nord-Europa und Atlantik, Lauflänge 10:12
Kapitel 02: Karibik, Lauflänge 09:20
Kapitel 03: Panama und Galapagos, Lauflänge 07:26
Kapitel 04: Pazifik (Ost), Lauflänge 08:07
Kapitel 05: Pazifik (West), Lauflänge 05:39
Kapitel 06: Neuseeland, Lauflänge 06:12
Kapitel 07: Vanuatu und Australien, Lauflänge 08:16
Kapitel 08: Indonesien, Lauflänge 20:40
Kapitel 09: Singapur und Malaysia, Lauflänge 06:02
Kapitel 10: Thailand, Lauflänge 06:26
Kapitel 11: Mittelmeer, Lauflänge 13:35
Kapitel 12: Europa und Atlantik, Lauflänge 10:55

Sailors Arrive! Sunset in Tonga
Sailors Arrive! Sonnenuntergang auf Tonga

 

Produktinformationen

Heidi und Peter Wiedekamm
SAILORS ARRIVE!
Fotofilm
118 Minuten
Deutsch / Englisch
1 Disk, Alle Regionen, 16:9
HD Blu-Ray 1920×1020
SD DVD 720×576
Blu-Ray bzw. DVD Hülle
INFO-Programm gemäß § 14 JuSchG
Parimare Verlag GmbH
Elmshorn 2017
Blu-Ray: ISBN 978-3-94724 4 – 0 0 -3 UVP 24,95 €
DVD: ISBN 978-3-947244-02-7 UVP 19,95 €

 Hinweise:

1) High Definition (HD) technisch bedingt nur auf Blu-Ray Disc erhältlich. Die Double-Layer DVD hat den gleichen Inhalt im Standard-Format (SD).

2) Der Fotofilm besteht aus animierten Fotografien, Landkarten und Video-Clips, gesprochenem Text in Deutsch und Englisch sowie Musik. Das Fotofilm-Format ermöglicht eine deutlich größere visuelle Informationsdichte als ein normaler Film.   

3) Hinweis für VLC Nutzer: Die Blu-Ray bzw. DVD entspricht dem jeweiligen Standard. Sollte es dennoch bei der PC/Notebook Wiedergabe mit VLC zu Problemen kommen, ändern Sie bitte den VLC Disk-Cache-Parameter wie folgt: VLC -> Werkzeuge -> Einstellungen -> Einstellungen zeigen = alle (unten links) -> Eingangs-Codecs -> rechts Blatt ganz nach unten scrollen -> Erweitert -> Disk-Cachewert (ms) auf 3000 setzen -> Speichern -> VLC Neustart.

Jetzt im Handel.

Schreibkurs

Letzte Woche besuchte ich einen Schreibkurs am GARDASEE in ITALIEN.

Merke:“ …es ist im Angesichte des Sees gut von statten gegangen.“
Zitat: Goethe, 1786

Nicht, das ich nicht wüsste, wie man Buchstaben zu Worten und Worte zu Sätzen formt. Nein, das war mir schon länger bekannt und ich habe bisher beruflich und privat schon viele Sätze mit noch mehr Wörtern geschrieben.

Merke: Wer schreibt, der bleibt…
Zitat: Redensart, Urheber unbekannt

Für unser nächstes Winterprojekt möchte ich mich besser vorbereiten und vor allem erlernen, wie man einen Text über ein paar Hundert Seiten hinweg so interessant hält, das der Leser nicht gelangweilt wird und im schlimmsten Fall das Lesen darin aufgibt. Doch ich zögerte zunächst, mich für das Schreibseminar bei einem der Besten Deutschen Schriftsteller anzumelden. Zu viel Respekt und zu groß die eigene Unsicherheit. Das Zögern war nicht klug, alle Kurse in diesem Jahr ausgebucht!

Merke: Wer zu spät kommt…
Zitat: Michail Gorbatschow, 1989

So geriet mein Name wie von mir innig gewünscht auf eine Warteliste, jemand sprang unerwartet ab und ich konnte kurzfristig seinen/ihren Platz einnehmen!

Merke: Glück muss man haben…
Zitat: Filmtitel aus dem Jahr 1950

Via MAILAND MALPENSA AIRPORT in die Bruthitze ITALIENS geflogen, weiter mit Bahn und Bus in den Ort TORRI DEL BENACO am GARDASEE und ob der gefühlt 20°C Temperaturunterschied im Hotel akklimatisiert. Der fünf Tage dauernden Kurs ist schnell vorüber, keine Langeweile, volle Konzentration. Komme tief beeindruckt und vor allem sehr erfreut wieder. Erfreut darüber, das der Kurs sich wirklich gelohnt hat! Mit Sicherheit viel für das neue Projekt gelernt. Eine konkrete Idee zur Umsetzung zur Umsetzung des komplexen Vorhabens im Kopf und darüber hinaus auch noch sieben tolle Menschen und deren Geschichten kennen lernen dürfen.

Merke: Stillstand ist der Tod, geh´voran, bleibt alles anders…
Zitat: Herbert Grönemeyer aus Bleibt Alles Anders
ab Minute 33:45

In weniger als vier Wochen gehen wir wieder segeln – ach fände sich doch nur eine Möglichkeit, das phantastische Wetter ITALIEN´s an den LIMFJORD zu transportieren.

Peter.

P.S:
Mit einer gewissen Verärgerung musste ich in ITALIEN die Nachricht vom Selbstmord von CHESTER BENNINGTON, einem der beiden Sänger von LINKIN PARK , hinnehmen. Er erhängte sich am Geburtstag (20. Juli 2017) seines Freundes CHRIS CORNELL.

Ebenfalls Rocksänger.

Ebenfalls tot.

Ebenfalls Selbstmord.

Mitte Mai 2017. Wo soll das noch hinführen?

Wenn die Guten altersbedingt wegsterben, dann ist das der unaufhaltsame Lauf des Lebens. Wenn die Guten krankheitsbedingt sterben, dann ist das wohl Pech und manchmal auch dem Lebensstil geschuldet.

Aber was ist es, wenn sich die Guten einfach aufhängen?

Hier ein gemeinsamer Auftritt der beiden, nunmehr toten Künstler.

 

 

 

Somerset

Vor ein paar Tagen haben wir unsere Segelfreunde Dianne und Graham von der MAUNIE OF ARDWALL besucht.

Dazu reisten wir zu deren, man kann es durchaus so nennen, Landsitz in der Englische Grafschaft SOMERSET, recht weit im Süd-Westen des Landes, das sich unbegreiflicher Weise aus der Europäischen Union verabschieden möchte. Dianne und Graham sind für ein paar Monate auf Heimaturlaub und werden im Herbst nach AUSTRALIEN zurückkehren und an Bord der MAUNIE ihre Reise fortsetzen.

Trotz des dicht gedrängten touristischen Programms, das natürlich minutiös von den Engländern ausgearbeitet wurde, fanden wir genug Redezeit um die letzten Jahre Revue passieren zu lassen. Segler unter sich. Jede Menge Klönschnack in bezaubernder Süd-Englischer Rosamunde Pilcher Kulisse. Entgegen allseits bekannter Vorurteile gänzlich ohne Regen!

Sehr beeindruckt waren wir vom Besuch der YEO VALLEY  Farm, dem ehemaligen Arbeitgeber von Graham. Sahen wir das Logo des Unternehmens doch oft genug in der Karibik oder dem Pazifik – für uns bekam das Logo nun sogar ein Gesicht, denn wir durften Tim, den Besitzer von YEO VALLEY kennen lernen. Wir konnten uns mit eigenen Augen davon überzeugen, wie ernsthaft nachhaltig bei YEO VALLEY gewirtschaftet wird.

Ein paar Besuche in englischen Pub´s ließen mein Herz höher schlagen, der Besuch von aufwendig gestalteten englischen Gärten erfreute Heidi. Es ist schon bemerkenswert, wie gut die beiden uns kennen!

Doch so sehr Dianne und Graham sich auch mühten – die Regeln des hier aller Orten zelebrierten Cricket-Spiels bleiben wohl auf ewig den Eingeborenen vorbehalten. Insulaner.

Die Tage in Süd-England waren so herzerfrischend, das der Skipper des STORMVOGEL´s tatsächlich für eine Weile vergessen konnte, nicht an Bord zu sein. Ein sehr schöner Kurzurlaub mit sehr lieben Freunden!

Herz, was willst du mehr?

Peter.

…neues von Familie, Segeln und Fotos