Hochsee-Fischen

Es hat nur sieben Monate gedauert.

Also gerade mal bummelig 210 Tage.

Oder gute 5.000 Stunden.

Aber merke: Wartezeit ist nicht gleich Arbeitszeit!

Hier ist es also, das ultimative Hochsee-Angeln Video das während unserer Crew-Zeit auf MV SOUTHERN STAR im JANUAR 2016 auf dem Weg nach BARBADOS entstanden ist.  Es gibt auch noch einen zweiten Teil, aber der ist wegen des vielen Blutes eher FSK18 – den Link dazu sende ich gerne auf eMail Nachfrage zu 😉

Aber hier erst mal gute Unterhaltung mit Teil 1:

T+1 oder der Tag danach

…ohhh diese Kopfschmerzen!

Heidi meint, wie doof denn meine Mixtur aus Bier, Rum (echt BARBADOS – MOUNT GAY) und später denn Wein gewesen wäre…wieso sagt sie das hinterher? Oder hat sie was gesagt und ich habe nicht zugehört? Auch noch Erinnerungslücken…der Anfang vom Ende!

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Tja, und Ende ist jetzt.

Pünktlich sind wir am Samstag, den 30. Juli 2016  um 13:00 Uhr im CITY SPORTBOOTHAFEN zu HAMBURG eingelaufen. Mit Sonnenschein. Unglaublich!

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Die Crew der VOYAGER hat uns vorher auf der ELBE abgefangen und eskortiert – zwei wirklich weitgereiste Boote wühlen sich routiniert durchs kabbelige HAMBURGER HAFEN Fahrwasser als wäre es das normalste auf der Welt.

Es ist tatsächlich so: In HAMBURG Einlaufen ist was ganz besonderes!

Nach meiner Rechnung sind seit unserer Abreise am 14. Juli 2012 genau 1.478 Tage vergangen – erstaunlich, das nach so langer Zeit noch Menschen zur Begrüßung kommen. Und das wir uns Gegenseitig sogar noch erkennen! Trotz grauer Haare hier und da, Körperfülle und Brillengestelle. Unglaublich, aber wahr.

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Liebe Freunde aus Berlin, Bremen, Hamburg, Köln, Hilden, Rheda-Wiedenbrück und, natürlich, Elmshorn (!!!)  haben keine Mühe gescheut, uns zu begrüßen. Wir fühlen uns geehrt! Vielen, vielen lieben Dank fürs kommen!

So verbringen wir einen sehr schönen Nachmittag am Steg und der Alkohol hilft vorzüglich dabei, das Ende der Reise zu verarbeiten.

Tja, und Ende ist eben jetzt.

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Dies ist er also. Der letzte Beitrag in unserer Blog-Kategorie „Projekt: Lange Reise“ – denn die Reise ist beendet.

Unser Leben geht natürlich weiter – und selbstverständlich auch das Leben unseres treuen STORMVOGELS! Und darüber werde ich auch weiter berichten – nur eben (erst mal) keine neuen Reiseberichte oder Fotos in schillernden Farben von exotischen Orten.

thats it, stay tuned,

Peter.

T-1 oder schrubben, was das Zeug hält

T-1, oder genauer T-19 Stunden

Man, sieht der STORMVOGEL klasse aus – so ein Teakdeck ist ja so dankbar, wenn es hin und wieder mal ordentlich geschrubbt wird. Gerade noch mal sicherheitshalber den Dieselvorfilter gewechselt…war aber nicht nötig. Weiß man ja immer nur, wenn man ihn sowieso auf hat 😉

Liegeplatztechnisch haben wir uns leicht verbessert. Wir werden direkt am Feuerschiff auf der Innenseite des Pontons liegen. Der Hafenmeister meint, der Hafen ist voll – es findet am Wochende die EXTREME SAILING SERIES statt – na, da werden wir ja unserem „Spaß“ beim Einlaufen und Anlegen haben…

Der Wetterbericht meint, eigentlich regnet es, aber Mittags nicht.

Ich meine: Bringen wir es zu Ende!

Also denn.

Peter.

T-2 oder Ach wie schön ist die Elbe im Sommer

T-2, oder genauer: T-38 Stunden

Nicht an das Ende denken, den Moment genießen. Anfangs auf der Elbe Nähe CUXHAVEN eher Frust. Mit 3,5 Knoten gen HAMBURG ist echt langweilig…später dann 9,2 Knoten. Wer denkt, die ELBE ist ein langweiliger Fluss…falsch: Wildwasser wäre richtiger!

Bis auf die wenigen Industrieanlagen ist der Fluss ja wirklich sehr grün eingesäumt. Teilweise weiße (!!!) Sandstrände. Was will man mehr?

Wir erreichen WEDEL wie geplant gegen 20:30 Uhr, trocken! Erst als wir zur TONNE 122 marschieren um Essen zu fassen fängt es an zu tropfen. Na, wenn der Samstag mal nicht so wird, wie ich es befürchte… 😉

Also denn, die letzte Etappe liegt vor uns. Ich schätze, das wir am Samstag spätestens gegen 11:00 Uhr hier in WEDEL aufbrechen und dann pünktlich um 13:00 Uhr in HAMBURG einlaufen. Hoffentlich regnet es.

Dann sieht man meine Tränen wenigstens nicht!

Peter.

T-3 oder NORDERNEY, HELGOLAND und CUXHAVEN

Schon komisch, dieses bewusst langsame nach Hause kommen…

…man könnte ja auch durchziehen, nach dem Motto: „Das kennen wir schon alles und da kommt auch nichts neues mehr…“.

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Dabei sollte man aber die Macht des Zufalls nicht unterschätzen – denn auf beiden Inseln lernen wir noch mal sehr nette Menschen kennen. Leibhafte Theaterschauspieler, Krankenschwestern und Bundeswehrsoldaten. Was vereint: Alles Segler. Per Zufall und nur kurz zwar, aber eine sehr schöne Zeit zusammen verbracht. Schon alleine das ist jeden Zwischenstopp wert!
Die Inseln, OK, aber doch schwierig zu argumentieren. NORDERNEY ist so hässlich verbaut, da kann man wohl nur nach Osten auf die Campingplätze und die Strände flüchten. Wenn es denn keinen Nebel gäbe. HELGOLAND bewahrt sich tapfer den 60iger Jahre Charme. Wie lange das wohl noch für die Besucherströme reicht?

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Wetter-technisch durchwachsen – seglerisch eine glatte 6. Kein Wind, dafür Nebel und die engen Fahrwasser von NORDERNEY. Und Schiffsverkehr. Wenigstens wird es nicht langweilig.

Heidi treibt mich auf HELGOLAND und der DÜNE zu einer vollständigen Umrundung derselben Eilände inmitten des Nordsees.

Zu Fuß, OMG (oh mein Gott), zu Fuß!!!!

Dabei ist sie wieder hin und weg von den Seerobben auf der DÜNE. In ihrer absoluten Gemächlichkeit sind sie ober-cool, aber deswegen gleich in Ekstase zu verfallen? Mit Mühe kann ich sie davon abhalten, ein Robbenbaby zu entführen…obwohl, seit einigen Tagen stinkt es so verdächtig fischig an Bord???

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Technisch beeindruckend ist die offenbar in Fahrt gekommene Windanlagen-Industrie. Wie schon auf BORKUM viele Spezialschiffe und Boote im Hafen von HELGOLAND, die Techniker per HighTec Katamarane zu den Anlagen auf See bringen. Aus einer Informationsschrift auf HELGOLAND haben wir gelernt, das so ein Windrad 1-2 Tage Wartung pro Jahr benötigt. Ein Windpark besteht aus ein paar hundert Windrädern. Da braucht man Personal und Infrastruktur. Und sportliche Mitarbeiter, die auch bei rauhem Wetter die Nerven behalten.

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Auf beiden Inseln liegen wir im Päckchen. Ich schwöre, das ist wirklich kein Problem für mich! Aber ganz hinten, ganz tief im Hirn reift vor dem Hintergrund eines signifikanten Investments in das neue Projekt „STORMVOGEL beauty farm“ der Gedanke, das die über unser Boot kletternden Menschen durchaus die Straßenschuhe ausziehen könnten bevor das Turnen beginnt. OK, unser Teak sieht im Moment nicht wie neu aus, aber jetzt sieht es wirklich aus wie Hulle…

…auf den letzten Meilen…

…wohl auch deshalb hat sich Heidi in den Kopf gesetzt, das Boot zu putzen, bevor wir am Samstag, 13:00 Uhr in HAMBURG einlaufen. Also legen wir uns Morgen Abend (Donnerstag)  in WEDEL auf die Lauer und schrubben am Freitag das Deck wie blöde. Am Freitag soll es ja sowieso regnen, passt also!
Für die neue Saison habe ich schon so eine Persenning-Päcken-Idee: Wir legen und fixieren einfach eine Art Teppich auf der Lauffläche und es gibt keinen Stress mit Straßenschuhen…

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Der STORMVOGEL ist schon feierlich über die Toppen geflaggt. Dabei kommt heraus, das die Flagge von THAILAND bei Ankunft in der TÜRKEI wohl so zerfetzt war, das ein einzelnes, nicht namentlich zu erwähnendes Crewmitglied eben jene heimlich entsorgt hat…und das die Vereinsflagge eben so sehr gelitten hat, den diebischen Händen des Ordnung liebenden Crewmitglieds zum Glück aber entkommen ist.
In CUXHAVEN gibt es zwar zwei gute Schiffsausrüster, einer hat sogar THAILAND im Programm, aber ausverkauft. Donnerlüt!

Tja, und so nähern wir uns gut beschäftigt dem unausweichlichen Ende einer langen Reise.

Aaaaaccccccchhhhhh ja….

Peter.

VLIELAND – BORKUM – BREMEN – BORKUM

Ach, wir herrlich sind die im Moment so seltenen Sommertage?

Klar. Es gibt ja hier an Bord Menschen, die meinen „…ich will mich auch mal wieder auf ein Wochenende freuen…“.

Soll meinen: Wenn man immer nur (gefühlt) Wochenende hat, dann gehen die Wochenenden einfach so unter.

Genau so ist das auch mit dem Wetter. Immer nur Sonnenschein und Wärme – darüber kann man doch gar nicht mehr freuen…

Daher brauchen wir den Nordsommer: 6 Tage Schietwetter, 1 Tag Sommer.

Soweit der gescheiterte Versuch des Selbstbetrugs…

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Auf VLIELAND haben wir einen Tag Sommer. Um genau zu sein, am Sonntag, den 17. Juli 2016. Und einen platten Hintern vom Fahrradfahren. Knapp 15 Kilometer radeln wir auf der sehr schönen Insel herum. Gut, wir sind nicht alleine. Ungefähr eine Millionen Urlauber und Stegsegler sind auch hier. Der Hafen mehr als voll – als wir auslaufen ist er sogar wegen Überfüllung gesperrt. Das ist für Fahrtensegler echt schade – die urlaubenden Kollegen mit ihren schwimmenden Ferienwohnungen blockieren wochenlang einfach alles.

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Montags machen wir uns zu Mega-Etappe (74 Seemeilen) nach BORKUM auf. Leider ohne Segelwind. Dafür scheint die Sonne.

Das Fahrwasser des HUBERTGAT wurde tatsächlich verlegt. So folgen wir genau dem Tonnenstrich, irgnorieren die Seekarte und staunen beeindruckt auf das kochende Wasser über den Bänken. Bei Nacht kaum eine Chance, die zu sehen.

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BORKUM – die Liegeplatz-Katastrophe direkt im ersten Deutschen Hafen seit vier Jahren!

Es gibt drei Yachthäfen:

1) PORT HENRY
Privater Yachthafen – ziemlich herunter gekommene Steganlage, man liegt bei Niedrigwasser im Schlick und mit 1.5 Meter Tiefgang kann man nur 2 Stunden vor/nach Hochwasser im Hafen manövrieren.

2) Kommunaler Yachthafen im BURKANA HAFEN
Längsseits an riesigen alten Marinepontoons. Aber nur da, wo die Hafenmeisterin das zulässt – so kommt es, das ca. 50% der Plätze nie belegt sind, weil sie für irgendwelche mysteriösen Spätankömmlinge reserviert (…alleine schon RESERVIERT!!!) sind. Duschen für unbestimmte Zeit defekt, man soll rüber laufen zu PORT HENRY…

3) Wassersportverein BURKANA e.V.
Steganlage im BURRKANA Hafen, immer mit einheimischen Booten voll belegt. Offenbar nicht auf Gäste eingerichtet.

Mit anderen Worten: BORKUM tut alles, um Besucherboote abzuschrecken und fern zu halten. Wir erfahren, das der BURKANA HAFEN ab 2021 für Sportboote ganz geschlossen werden soll, da er zum Offshore-Hauptquartier für die Windanlagenbetreiber umgebaut / genutzt werden soll.

Na prima. Das ist mal eine wunderbar deprimierend selbst erfüllende Prophezeiung.

Und die OST/WEST oder WEST/OST Fahrtensegler müssen sehen, wo sie bleiben – klar. Auf See. Wenn es geht.

Nun, wir (ich!) ärgere mich so über diese schwachsinnigen Reservierungen, das wir nach PORT HENRY gehen und unseren Dampfer erstmals im Schlick sehen. Jede Sorge um eventuell verstopfte Borddurchlässe sind unbegründet. Der Schlick läuft einfach so wieder raus. Halb so wild.

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Von hier aus fahren wir per Schnellfähre (38 Knoten!)  und Mietwagen für zwei Tage nach BREMEN  – Katzensprung von hier aus. Familienangelegenheiten. Auch in BREMEN erleben wir einen Sommertag. Was für eine schöne Stadt – und jetzt, mitten in der Sommerpause angenehm ruhig und entspannt.

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Donnerstag (21/7/2016) weiter nach NORDERNEY (44 sm). Bei dem extrem ruhigen Wetter hätten wir vielleicht eine Abkürzung über BORKUM Riff nehmen können um das elend lange Emsfahrwasser nicht ausfahren zu müssen – aber die Geschichte mit „alten“ Seekarten und veränderlichen Tiefen sitzt fest im Kopf. Also hübsch im tiefen Wasser bleiben. Die NORDERNEY Ansteuerung ist ebenfalls geändert und wir bleiben bei guter Sicht extrem genau auf dem Tonnenstrich.

Der Hafen: Überfüllt, aber die sehr gut organisierten Hafenmeister finden für jeden einen Platz. Wir liegen Abends im 6er Päckchen. Alles gut und entspannt.

Hallo BORKUM!
Einfach mal Urlaub auf NORDERNEY machen?

Am herrlichen Sommerabend grillen wir mal wieder im Cockpit…

…schließlich ist jetzt erst mal der Sommer wieder vorbei: Der nächste Morgen beginnt mit Nebel, Regen und hoher, geschlossener Wolkendecke.

Aber wie eingangs angedeutet: Zu viel Sonne kann ja so eintönig sein…

Peter.

ACHTUNG KULTUR: Seemann – Rammstein

Das Lied ist 20 Jahre alt – echt!

Es ist nicht so, das es so lange dauert bis sehr gute Musik bei mir ankommt. Aber RAMMSTEIN hat es hin bekommen, das ihre Veröffentlichungen immer im Hochpreissegment angesiedelt waren und niemals verramscht werden mussten. Und ich habe (aus Überzeugung) meine Limits.
Nun denn, irgendwann ist mir bei dem ICH BIN DOCH NICHT BLÖD Laden im Grabbeltisch die DVD „LIVE AUS BERLIN“ in die Hände gefallen. Gesehen, gekauft.

Keine Ahnung, ob SILBERMOND bei „DAS ENDE VOM KREIS“ hier musikalische Anleihen genommen haben, aber bei SEEMANN ist der von Oliver Riedel exzellent gespielte Bass das tragende Element.
Klar, Gesang, Gitarre und Monsterschlagzeug sind auch vorhanden. Aber eher als Kontrapunkt zum sehr ruhigen Basspiel.

Der Text:

====== SCHNIP / SCHNAP =======
Seemann von Ramstein
Text und Musik: Oilver Riedel, Christian Lorenz, Christoph Schneider, Richard Kruspe, Paul Landers und Till  Lindemann

(01) Komm in mein Boot
(02) Ein Sturm kommt auf und es wird Nacht
(03) Wo willst du hin
(04) So ganz allein treibst du davon
(05) Wer hält deine Hand
(06) Wenn es dich nach unten zieht
(07) Wo willst du hin
(08) So uferlos die kalte See
(09) Komm in mein Boot
(10) Der Herbstwind hält die Segel straff

(11) Jetzt stehst du da an der Laterne
(12) Mit Tränen im Gesicht
(13) Das Tageslicht fällt auf die Seite
(14) Der Herbstwind fegt die Straße leer
(15) Jetzt stehst du da an der Laterne
(16) Hast Tränen im Gesicht
(17) Das Abendlicht verjagt die Schatten
(18) Die Zeit steht still und es wird Herbst

(19) Komm in mein Boot
(20) Die Sehnsucht wird der Steuermann
(21) Komm in mein Boot
(22) Der beste Seemann war doch ich

(23) Jetzt stehst du da an der Laterne
(24) Hast Tränen im Gesicht
(25) Das Feuer nimmst du von der Kerze
(26) Die Zeit steht still und es wird Herbst

(27) Sie sprachen nur von deiner Mutter
(28) So gnadenlos ist nur die Nacht
(29) Am Ende bleib ich doch alleine
(30) Die Zeit steht still
(31) Und mir ist kalt

====== SCHNIP / SCHNAP =======

Der Text beschreibt eine gewisse Einsamkeit, gar Traurigkeit, Hilfsbedürftigkeit. Macht aber auch ein helfendes Angebot. Das ist doch schön. Stutzig sollte der Hilfesuchende allerdings bei Zeile (22) werden: Kein noch so guter Seemann würde sich selbst als den „Besten“ bezeichnen.
Die Sehnsucht als Steuermann hingegen (Zeile (20)) ist eine gute Besetzung. Die Sehnsucht nach dem anderen, nach dem unentdeckten, dem neuen, ist immer ein guter Antrieb. Sie gibt die Richtung vor, die zu allem außerhalb des bekannten führt.

Alle Kontroversen über RAMMSTEIN und deren Texte sind Nonsens. Wer so mit dieser unseren deutschen Sprache umgehen kann ist schlicht unantastbar.

Bei der Recherche zu diesem Beitrag ist mit eine Coverversion von SEEMANN von APOCALYPTICA und NINA HAGEN über den Weg gelaufen, die ich tatsächlich nicht kannte. Die Musik, na ja. Der Gesang von NINA HAGEN – genial. Gut, mal wieder von Frau Hagen zu hören!

Peter.

MARILLION – THE NEW KINGS

Auf den sehr ruhigen Nachtwachen während unserer ATLANTIK Überquerung im Januar 2016 auf MV SOUTHERN STAR habe ich einen kleinen Aufsatz mit dem Titel „MARILLION und ICH“ geschrieben. War mir ein Bedürfnis.
Die deutsche Fraktion der weltweit organisierten MARILLION Fanclubs mit Namen „THE WEB GERMANY“ hat den Aufsatz nun überarbeitet, leicht gekürzt und im aktuellen Magazin „MADE AGAIN“ in der Rubrik „FROM YESTERDAY TILL TODAY“ veröffentlicht.

Am Textende wünschte ich mir so sehr die baldige Veröffentlichung von #18 – dem achtzehnten (!) Album meiner musikalischen Helden. 18 war damals noch der Arbeitstitel – schon länger hat die neue Scheibe sogar einen richtigen Namen. Die Abkürzung lautet „F.E.A.R.“ und steht für „FUCK EVERYONE AND RUN“ – und FUCK meint dabei keine sexuelle Handlung. Das ist anders als bei GARDEN PARTY 1983. Der neue Titel steht vielmehr für die allgemeine Verarschung der ganz normal Steuerzahlenden Arbeitnehmer in aller Welt – und den wirklich Reichen, die merkwürdiger Weise immer reicher werden. Einfach, weil man mit Geld Geld machen kann – auch ohne zu arbeiten.
Eine inhaltliche Auseinandersetzung und Erläuterung zum sehr scharfen, aber herrlich süßlich-entspannt vorgetragenen Text findet man hier (in Englisch).

Nun, das sehnsüchtig erwartete Album F.E.A.R. erscheint leider erst am 23. September 2016. Kann man machen nix.

Aber für treue Fans (…also als blind auf Lieferung vertrauender Vorkasse zahlender Vorbesteller eines neuen unbekannten Werkes der so hochverehrten Musiker) gab es nun vorab schon mal den nagelneuen Titel „THE NEW KINGS“ zum download. Das ist zum Glück ein MARILLION Longplayer, schlappe 16:30 Minuten lang. Andere würden daraus eine Mini-LP machen 😉

Offenbar hat von diesem Ereignis nur ein Radiosender bisher Notiz davon genommen?

Hallo? Aufwachen?

Ah, kommt bestimmt noch zum September. (Hoffentlich.)

Tja, und irgendwie habe ich es geschafft, die 38,5 Megabyte herunter zu laden und so in das Bordradio des STORMVOGELS einzuspeisen, das ich den nagelneuen MARILLION Titel in Endlosschleife abspielen kann.

Die Erlösung!

Die Krönung!

Die Begeisterung!

Die Freude!

Meine ad-hoc Highlight-Textzeilen sind:

I WILL TELL YOU A TAIL –
WE ARE TOO BIG TO FAIL –
AND WHEN WE DO ITS DOWN TO YOU

FUCK EVERYONE AND RUN

YOU ARE LIVING FOR THE NEW KING

Musikalisch allererste Sahne. Die ausgedehnten Instrumentalpassagen machen wie üblich Platz für eigene Gedanken und die Tempo und Rhythmuswechsel lassen keine Langeweile aufkommen.
Das muss man erst mal bringen: In Minute 15:59, einunddreißig Sekunden vor Schluss noch eine neue Melodie (geschätzt die fünfte) und neues, schnelleres Tempo. Irre. Irre gut!

Für alle noch nicht süchtigen hat MARILLION auf YOUTUBE eine sechs-minütige Hörprobe in Netz gestellt.

Aber ein jeder ungläubiger sei gewarnt:
Könnte süchtig machen. Wer das normale Radiogedudel nicht mehr hören kann und auf der Suche nach wirklich neuer Musik ist – am 23. September 2016 F.E.A.R. kaufen und bis Jahresende in Endlosschleife auf allen Wiedergabegeräten abspielen! Oder auch direkt auf ein Konzert gehen – die Tourdaten gibt es hier.

Stoppt akustische Umweltverschmutzung!

Spielt MARILLION!

Peter.

P.S.:
Ich sag‘ nur LONDON, 4. Dezember 2016.

IJSSELMEER

Wie geplant verlassen wir AMSTERDAM am Sonntag den 10. Juli 2016 und gehen durch die ORANJE Schleuse samt dahinter liegender Klappbrücke ins MARKERMEER – oder, wie einige  sagen, ins kleine IJSSLEMEER.

Kurz hinter der Klappbrücke kommt eine wunderschöne, sehr neu aussehende KOOPMANS mit Namen BLUEFIN längsseits und ruft im Wind zu uns rüber:

„…ich kenne euch…“
„…ihr fahrt nach Hause…“
„…ich folge eurem Blog!“

Hey, das ist lustig, oder?

Später finden wir heraus, das BLUEFIN nicht neu ist (stammt aus 2006) und gerade verkauft wurde. Nun ist der neue Heimathafen SHETLAND  also das Segeleldorado für die ganz harten…

Nun denn, wir erreichen unter Segeln MEDEMBLIK und wollen in den Stadthafen – da soll man über UKW Funkkanal 31 anrufen. Das geht aber nicht, denn international gibt es Kanal 31 gar nicht. Wie doof ist das denn?

Und weil ein Charterboot den Meldesteg (gefühlt) stundenlang belegt drehen wir ab und gehen in die Marina – hier „Regatta Centrum“ genannt. Da ist (natürlich) auch UKW Funkkanal 31 angesagt, der Meldesteg ist leer, wir gehen nach zwei Anläufen längsseits nur um dann fest zu stellen, das der Hafenmeister schon Feierabend hat. Also nehmen wir einfach eine der zahlreichen freien Plätze und machen Feierabend.

Die kaputte Hydraulikpumpe trifft am Dienstag ein und wird am Mittwoch in Rekordzeit eingebaut – sehr sauberer, sehr guter Job von CORNELIS JONGKIND. Es stellt sich heraus, das diese Firma bereits beim Bau des STORMVOGELS beteiligt war und auch später bei unserem Refit 2012 als Unterauftragnehmer tätig war. Es ist so einfach: Mach einfach immer einen guten Job und Du hast immer Kunden.

Wir schlagen die Zeit in MEDEMBIK mit allem möglichen tot. Ins Dorf laufen, den Kids der Regattaschule beim Ein- und Auslaufen zusehen und Bilder sortieren. Aus bisher 21.000 gemachten Fotos habe ich in den letzten Wochen ein BestOf von 5.000 und ein VeryBestOf von 900 zusammen gestrichen – was für eine Arbeit!

Donnerstags (14/07/2016) vorholen wir uns 25 Seemeilen rüber nach LEYLESTADT – unsere Segelfreunde von MARJOLIE besuchen. Die haben ihr Haus direkt am Hafen und im Garten zwei Liegeplätze. Man sitzt im Wohnzimmer, schaut aus dem Fenster in den Garten und sieht da das eigene Boot liegen. Das ist echt cool!
Wir verbringen einen schönen Abend zusammen, tags darauf zieht es uns 30 Seemeilen weiter nach HINDELOOPEN. Auch hier steht auf dem Programm: Freunde besuchen. Das sind zwar keine echten Segler, aber Extrem-Surfer. Also fast Segler 😉
Wieder ein sehr schöner Abend und eigentlich könnte man ewig so weiter gondeln. Immer so 20, 30 Meilen am Tag, Leute treffen, gut Essen und trinken und über die Welt philosophieren.

Aber halt – das geht nicht. Wir haben einen Fahrplan – der 30. Juli naht und wir müssen mal wieder in Fahrt kommen. Also auf nach VLIELAND. Die Passage läuft anfangs ganz gut, keine Wartezeit bei der KORNWEDERZAND  Schleuse und raus ins Wattenmeer.
Weil ich unglücklich mit der Uhrzeit und dem Wassessrtand im Wattenmeer bin, frage ich in der Schleuse einen Eingeborenen nach dem besten Weg nach VLIELAND. OST (wie ich dachte) oder WEST (via HARLINGEN)? Klare Sache – die HARLINGEN Route ist die sicherere. Also erst mal mit dem Wind – was später im Fahrwasser den Nachteil mit sich bringt, das wir zeitweise nach WESTEN müssen – satte 20 Knoten Wind auf die Nase. Der Himmel wolkenverhangen, aber immerhin trocken.

Wir erreichen den Hafen von VLIELAND am frühen Nachmittag und gehen ob der Größe es STORMVOGELS und des vollen Hafens in ein Päckchen. Die beiden vorhergegangenen Abende fordern ihren Tribut und so verdödeln wir abgeschlafft den Nachmittag und Abend – um diesmal früh´ ins Bett zu gehen.

Am heutigen Sonntag strahlt uns die Sonne von einem blauen Himmel entgegen!

ENDLICH MAL WIEDER!

Wir werden den Ruhetag entspannt auf der Insel verbringen und dann Morgen die große Etappe nach BORKUM in Angriff nehmen. Von der inzwischen heimgekehrten VOYAGER wissen wir, das wir höchste Vorsicht bei der HUBERTGAT Passage vor BORKUM walten lassen müssen. Auf der Expertenseite für Wattsegler haben wir die aktuellen Positionen der Fahrwassertonnen gefunden und werden uns danach richten.

Es ist immer gut, wenn ein Boot voraus fährt und berichtet 😉

Sowieso. Eigentlich sind alle schon zu Hause oder sooooo weit weg.

Fahren wir doch auch nach Hause.

Peter.

Mühsamer Weg nach AMSTERDAM

Der STORMVOGEL
will nicht nach Hause.

Der STORMVOGEL
sein Skipper will eigentlich auch nicht, beugt sich aber gemachten Plänen und Abmachungen.

Der STORMVOGEL
seine Crew will nach Hause.

Der STORMVOGEL
sitzt am längeren Hebel, insbesondere an den Hebeln der Steueranlage.

Der STROMVOGEL
hat uneingeschränkte technische Macht über sein Skipper und Crew.

Der STORMVOGEL
hat die Hydraulikpumpe des Autopiloten kaputt gemacht – nun muss Skipper selbst steuern.

Der STORMVOGEL
sein Skipper hat das noch nicht verlernt, Crew hingegen schon.

Der STORMVOGEL
sein Skipper will nun noch weniger nach Hause.

Der STORMVOGEL
will zeitaufwendig repariert werden.

Der STORMVOGEL
ahnt aber nicht, das wir noch genug Zeit haben.

Der STORMVOGEL
wird seinen Willen bekommen, wie die Crew auch.

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Fangen wir aber erst mal mit dem Törn von BOULONGE SUR MER nach OOSTENDE an. Gegen 9:00 Uhr am Sonntag, dem 3. Juli 2016 laufen gleich fünf Boote zeitgleich aus, hissen ihre Segel und setzen an zu einer sehr schönen Brausefahrt gen CALAIS. Logisch, jeder will nicht der Letzte sein und so wird es ein kleines Rennen. Wir laufen ganz gut und sind sehr überrascht, wie schnell VOYAGER ist. Ja ja, diese Hochseeboote. Wenn sie mal genug Wind haben geht´s ab.
Eigentlich wollen wir ja nur nach DÜNKIRCHEN, da sind wir aber schon kurz nach zwei und die Crew treibt zur Weiterfahrt: „…es läuft doch so schön…!“. Stimmt, mal Raumschoots, mal platt von Achtern. Sonne, blauer Himmel, mitlaufender Strom. Es läuft. So düsen wir unter Ausnutzung der allerletzten Strömungen bis nach OOSTENDE, dann entscheidet Skipper: Es ist genug. 72 Seemeilen. Abends dann noch die zweite Halbzeit FRANKREICH – ISLAND gesehen und das gute Gefühl gewonnen, FRANKREICH muss zu schlagen sein. Fussballerisch…

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Den nächsten Morgen verdödeln wir völlig, denn eigentlich wollen wir bleiben und von hier aus die historische Stadt BRÜGGE erkunden. Dann stelle ich aber fest, das es von hier aus 10 Seemeilen mehr nach SCHEVENINGEN sind. Also über 75 Seemeilen auf einer doofen Etappe. Das wird nichts, also vorholen wir uns kurzerhand Mittags nach ZEEBRÜGGE und fahren am Nachmittag mit Bus und Straßenbahn nach BRÜGGE.
Tja, wir waren noch nie selbst dort, aber einer hat immerhin in grauer Vorzeit die Krimi-Groteske „BRÜGGE SEHEN…UND STERBEN?“ gesehen und so eine ungefähre Vorstellung der Schönheit dieser Stadt im Kopf.  Dennoch sind wir beide überrascht und erfreut, das wir diesen Ausflug unternommen haben. Wir wüssten zu gerne, wie die Belgier diese Stadt durch die beiden großen Kriege gebracht haben. Vermutlich Stadttore abgeschlossen, ein Schild „unbekannt verzogen“ aufgegangen und Schlüssel weg geschmissen?
So viele (auch große) liebevoll hergerichtete Gebäude, Türme und Gassen! Einmalig!
Wirklich, wann immer es jemanden nach Städtetour verlangt, BRÜGGE muss man sehen…und natürlich nicht dort sterben! Vom Film her weiß man, das ein Besuch in der Weihnachtszeit auch sehr reizvoll sein kann…aber natürlich entsprechend kalt.
Am späteren Abend kehren wir zum STORMVOGEL zurück – schließlich wollen wir ja früh´ am nächsten Morgen (5/7/2016) weiter…

…das wird aber nichts. Als wir Abreisefertig um 6:00 Uhr an Deck klettern, pustet es aus vollen Rohren, es ist regnerisch, dunkel und kalt.

Und hier kommt es wieder, das unglaubliche Privileg des ohne Zeitdruck Rückreisenden:

Wir ziehen uns wieder aus, knipsen das Licht aus und gehen zurück in die Koje.

Scheiß auf scheiß Wetter!

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OK, irgendwann viel später kriechen wir doch aus den Kojen und pilgern zum ortsansässigen Supermarkt in ZEEBRÜGGE . Was für eine Heldentat! Natürlich regnet es auf dem Rückweg…

Also denn, am Mittwoch auf nach Norden, nach SCHEVENINGEN.

Ich weiß nicht, warum mir diese Passage nicht gefällt. Das war schon süd-gehend 2012 der Fall. Das liegt zum einen am Strom – 65 Seemeilen, davon gut 6 Stunden Strom gegen an. Der drückt die Geschwindigkeit auf vier Knötchen. Und macht das Wasser unruhig. Jedenfalls dort, wo die riesigen Seegaten der NIEDERLANDE das Seegebiet unübersichtlich machen. Ganz zu schweigen von der notwendigen Querung der beiden Fahrwasser von ANTWERPEN im Süden und ROTTERDAM im Norden.

Na ja, irgendwie fühlt der STORMVOGEL mit dem Skipper, handelt aber gegen ihn:

Der neue Autopilot-Computer meldet „ALARM – ich kann kein Ruder mehr legen“ und die Schnellanalyse ergibt: Ausfall der Hydraulikpumpe, die vom Computer aus gesteuert wird. Auf See keine Chance der weitergehenden Diagnose oder gar Fehlerbehebung. Die Pumpe ist so tief in der Achter-Backskiste verbaut, da muss man erst mal die Bergmanskluft anlegen und tief einfahren!

Also Handsteuer. Für viele, viele Stunden.

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Und auf der Suche nach dem Positiven:
Wie schön, das uns das hier passiert! Und nicht auf der BISKAYA, oder auf einem sonst wo wirklich langen Trip.

Also arrangieren wir uns mit der Situation – die Segelmanöver sind jetzt deutlich schwieriger, denn einer ist unabkömmlich am Ruder.

Wir erreichen SCHEVENINGEN, bekommen wie damals eine Box und verbringen den Abend mit der MARLIN Crew, die etwas später eintreffen. Nach ein paar Bier und Rotwein ist die Hydraulikpumpe auch schon fast vergessen…und auch die historisch verbriefte Tatsache, das SCHEVENINGEN 2012 Süd-gehend der erste Ort auf der langen Reise war, wo wir ungewollt einen technisch bedingen Zwischenstopp einlegen mussten: Die Impellerpumpe der alten Hauptmaschine leckte Öl und musste repariert werden.

OK, der kaputte Autopilot hingegen ist kein Grund, hängen zu bleiben. Man (…buchstabiert sich hier wie folgt: S K I P P E R) kann ja Handsteuern. Und in AMSTERDAM ist bestimmt Heilung in Sicht.

Also wieder früh´ am Morgen los, nach IJMUIDEN, dem Eingang zum NORDSEEKANAL, der nach AMSTERDAM führt. Als wir die 25 Seemeilen bis zur Einfahrt hinter uns haben wird es tatsächlich auf dem Kanal warm und trocken. Wie schön!
Anfangs macht das Tuckern auf dem Kanal Spaß, dann nervt das Handsteuern – unglaublich, wie faul der gemeine Seemann ist.

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Am 7. Juli 2016 erreichen wir Mittags den SIXTHAVEN im Herzen von AMSTERDAM. Bei der Einfahrt in den Hafen überlege ich, abzubrechen. OK, es hieß er sei eng, aber so eng???

Der freundliche Hafenmeister weist uns eine Box zu. Wir haben Schweineglück, denn wir laufen kurz nach 12:00 Uhr ein – bis 12:00 Uhr muss man den Hafen verlassen haben, wenn man ihn verlassen will und vor 12:00 Uhr ist das Einlaufen untersagt. Durch dieses perfekte Timing haben wir also eine Art Boxglück. Wie gut, das kein Wind weht, wie gut das es keine Strömung gibt, wie gut, das der STORMVOGEL so gerade in die Box passt.
Natürlich hat der Skipper dennoch was zu mosern – was den Hafenmeister veranlasst (in lupenreinem Deutsch!) zu sagen: „Nun seien Sie mal ruhig, das hat sie gar nicht so schlecht gemacht! Da habe ich schon ganz anderes gesehen!“.

Heidi hörts, lacht und sagt: „Danke, damit haben Sie sich ein Bier verdient.“

Und tatsächlich, sie sucht das Beste Carlsberg in der Achterkajüte und eine schöne Papiertüte, der Hafenmeister bekommt unverzüglich zwei Dosen Bier und freut sich über die wahr gemachte Ankündigung.

Also, um genau zu sein: Er bekommt zwei MEINER Bierdosen!

Ich weiß genau, das ist alles kurz vor Meuterrei. Je näher wir dem Heimathafen kommen, um so aufmüpfiger wird die Crew…

Nun denn, AMSTERDAM:

Mit der Fähre rüber auf die andere Seite. Wir haben Glück, nicht innerhalb der ersten fünf Minuten auf AMSTERDAMER-Boden vom Fahrrad überrollt zu werden. Kamikaze-Fahrer in Aktion. Wie gut, das die alle kein Auto haben. Aber auch Fahrräder können zur Waffe werden. Erst Recht wenn sie Transportkisten vor sich her schieben, Anhänger hinter sich her ziehen oder auf Abhebegeschwindigkeit beschleunigen.

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Auf der anderen Seite des Kanals, im AMSTERDAMER Hauptbahnhof: Ein Schock, ein Overload, gar Overkill. So viele, wirklich ganz viele Menschen. Alle in verschiedene Richtungen, alle very busy. Da wird einem ja ganz schwindelig!

Heidi ist auf Postamt-Mission. Ein Päckchen muss unbedingt und unverzüglich auf die Reise nach Deutschland. Nun ist es nicht so, das es in AMSTERDAM an jeder Ecke ein Postamt gibt und so latschen wir uns einen Wolf um dann tatsächlich ein Postamt im Keller eines historischen Gebäudes zu finden.
Ob der vielen Menschen zu Fuß oder auf dem Rade bekommen wir Kopfschmerzen und dackeln zur Fähre zurück.

Der Freitag ist geprägt von Basteln, Mechaniker finden, Auf&Ab´s bei der Problemlösung „Hydraulikpumpe“ sowie einem Einkauf. Mehr zur Pumpe im nächsten Lagebericht.

Am Samstag ein neuer Anlauf in die Stadt, wenn man sich auf den Trubel mental vorbereitet, ist es tatsächlich erträglich. Das Wetter spielt fast die ganze Zeit mit und wir laufen zwar viel, sehen aber auch viel. So viel, das es uns eigentlich schon reicht, mit AMSTERDAM.
Denn so richtig ist das nichts für uns. Zu viel von allem.

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Der Wetterbericht und die Kurzfristplanung macht es uns einfach. Mit dem Mechaniker haben wir verabredet, das wir zum Standort seiner Firma nach MEDEMBLIK vorholen. Das liegt sowieso auf dem Weg nach Norden. So geht es also am Sonntag (10/07/2016) nach MEDEMBLIK, denn Montags pustet es wohl wie doof.
Dort werden wir auf eine neue Pumpe sowie Mechanikerzeit warten müssen…

…denn entgegen der einzelnen Ansicht eines Crew-Mitglieds beabsichtigt der Skipper nicht, den Dampfer von Hand bis nach HAMBURG zu steuern!

Peter.

 

…neues von Familie, Segeln und Fotos